Kaiserstuhl
Schülerschwund: Kreisprimarschule Belchen droht ab 2015 das Aus

Die Schülerzahlen sinken, und Qualitätsanforderungen seien nur schwierig zu erfüllen, sagt der Präsident des Kreisprimarschulverbandes. Geprüft wird nun unter anderem ein Zusammenschluss mit der Kreisprimarschule Chrüzlibachtal.

Pirmin Kramer
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Schulhaus ohne Schüler: Dieses Schicksal droht Kaiserstuhl.Wal/Archiv

Schulhaus ohne Schüler: Dieses Schicksal droht Kaiserstuhl.Wal/Archiv

Walter Schwager

Primarschüler der Region Belchen werden derzeit in Wislikofen, Fisibach oder Kaiserstuhl unterrichtet. Nun droht einem oder gleich mehreren dieser Standorte das Aus. «Die Kreisprimarschule Belchen steht infolge sinkender Schülerzahlen und wegen anstehender Investitionen im Bereich der Schulliegenschaften vor Herausforderungen», heisst es in einer Mitteilung der Gemeinde Fisibach.

«Kein attraktiver Arbeitsplatz»

Christoph Baumgartner, Präsident des Kreisprimarschulverbandes Belchen, nennt eine weitere Schwierigkeit: «Die Qualitätsanforderungen sind mit drei Schulstandorten schwierig zu erfüllen. Für Lehrpersonen sind Schulen mit wenig und kleinen Einheiten und mit geringen Pensen kein attraktiver Arbeitsplatz.»

Zusatzangebote wie Tagesstrukturen, Kultur und Sport seien nur mit Einschränkungen und unverhältnismässigem Aufwand möglich. «Zudem ist der Austausch unter den Lehrpersonen und die Schulführung mit drei Standorten erschwert.»

Zur Diskussion stehen derzeit zwei Varianten, die in intensiven Gesprächen zwischen den beteiligten Behörden vertieft geprüft werden. «Diskutiert wird erstens eine Reduktion der Standorte innerhalb des Schulverbandes Belchen», sagt Christoph Baumgartner.

Bei dieser Variante würden die Kinder in Kaiserstuhl unterrichtet, während der Schulbetrieb in Fisibach und oder in Wislikofen zumindest mittelfristig aufgegeben würde.

Bräuchte mehr Schulraum

Diese Variante hätte absehbare Folgen, wie Baumgartner sagt: Es bräuchte in Kaiserstuhl nach dem Strukturwechsel auf 6 Jahre Primarschule und 3 Jahre Oberstufe (6/3) mehr Schulraum. Momentan gehen die Kinder noch fünf Jahre in die Primarschule.

«Kaiserstuhl müsste also Geld ausgeben für die Infrastruktur, ohne abschätzen zu können, wie lange sich eine immer noch kleine Schule wird halten können», sagt Baumgartner.

Die Schulbehörden der Kreisprimarschule Belchen prüfen deshalb eine zweite Variante: einen Zusammenschluss mit dem benachbarten Kreisprimarschulverband Chrüzlibachtal, dem die Gemeinden Baldingen, Böbikon und Rekingen angehören.

Der Sekundarstufen-Standort in Rekingen werde beim Wechsel auf 6/3 aufgegeben. «Dort steht also bald Schulraum leer, in dem die zusätzlichen Schüler aus der Region Belchen unterrichtet werden könnten.»

Der benachbarte Schulverband habe einer erweiterten Prüfung einer Zusammenarbeit zugestimmt, sagt Baumgartner. «Bei dieser Variante müssten – soviel ist jetzt schon klar – ein Schülertransport und eine funktionierende Mittagsbetreuung neu organisiert werden.»

Was würde mit den Standorten Kaiserstuhl, Fisibach und Wislikofen passieren, wenn sich die Primarschulen Belchen und Chrüzlibachtal zusammenschliessen würden? «Beim Umzug von Kaiserstuhl nach Rekingen würde dieser Schulstandort wegfallen, mittelfristig auch, wie bei der Variante 1, Fisibach und oder Wislikofen.»

Das letzte Wort hätten die Stimmbürger der betroffenen Gemeinden, sagt Baumgartner. Vor 2015 sei die Umsetzung eines neuen Konzeptes nicht zu erwarten.

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