Sprengkörper gefunden
Schon wieder Polizeieinsatz in Klingnau: Diesmal lag ein Blindgänger in einem Garten

In Klingnau kam es am Pfingstmontag zum vierten Polizeieinsatz innert einer Woche.

Philipp Zimmermann
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Drei Sprengkörper haben Privatpersonen und die Polizei letzte Woche in Klingnau in den Reben und im Achenberg gefunden. Heute am Pfingstmontag kam es zum vierten Fund in einem Privatgarten im Chisweg. Dieser befindet sich rund 1,5 Kilometer vom zweiten Fundort am Achenbergweg entfernt. Dazwischen liegen die Reben.

Update vom 6. Juni:

Wie sich herausgestellt hat, handelt es sich beim Sprengkörper, der in einem Garten am Chisweg gefunden wurde, um einen Überrest einer handelsüblichen Feuerwerksrakete. Mit den anderen Funden von Sprengkörpern in den vergangenen Tagen hat er nichts zu tun, wie die Kantonspolizei Aargau der AZ bestätigte.

Beamte der Regionalpolizei Zurzibiet und der Aargauer Kantonspolizei sperrten die betroffene Liegenschaft weiträumig ab. Die Spezialisten der Forensischen Instituts Zürich kamen erneut zum Einsatz. Erst fuhr ein Sprengstoffroboter in den Garten, um den Knallkörper zu röntgen. Danach barg ihn ein Forensiker im Schutzanzug und deponierte ihn in einem Metallbehälter. Er wird im Labor in Zürich untersucht.

Die Bilder zu den Polizeieinsätzen:

Der vierte Sprengkörper, der in Klingnau innert einer Woche gefunden wurde. Er lag in einem Garten.
18 Bilder
Polizeieinsatz in Klingnau: Das Fahrzeug des Forensischen Instituts in Zürich wurde aufgeboten.
Diesmal wurde Alarm wegen eines Blindgängers am Chisweg ausgelöst.
Die Forensiker haben diesen Sprengroboter mitgebracht. Er röntgt den Blindgänger, der in einem Garten liegt.
Nach dem Röntgen macht sich ein Forensiker in Schutzmontur auf, den Blindgänger zu bergen.
Die unmittelbaren Anwohner wurden während des Einsatzes aufgefordert, in ihren Liegenschaften zu bleiben.
Der Einsatz dauerte rund drei Stunden.
Blick von der anderen Seite des Chiswegs auf das abgesperrte Gebiet.
Das ist der erste Sprengkörper, der in Klingnau gefunden wurde, am 26. Mai 2020.
Eine Privatperson brachte den Knallkörper zum Polizeiposten im historischen Städtchen.
Der Polizeiposten wurde weiträumig abgesperrt, so auch hier an der Grabenstrasse, wo sich der Hintereingang befindet.
Dieser Knallkörper wurde am folgenden Tag, dem 27. Mai 2020, in Klingnau im Achenbergbach gefunden.
Eine Privatperson hatte den Fund des zweiten Sprengkörpers nahe der Kreuzung Flüestrasse/Schwändiweg gemeldet.
Die Polizei sperrte das Gebiet ab.
Schon am 22. März fand die Polizei Rückstände eines Knallkörpers in den Reben.
Die Spurensicherung rückte an jenem Sonntag an.
Im März haben diverse Male Knallkörper nachts, spätabends und frühmorgens die Bevölkerung aufgeschreckt.
Blick vom Rebberg aufs Klingnauer Städtchen.

Der vierte Sprengkörper, der in Klingnau innert einer Woche gefunden wurde. Er lag in einem Garten.

Kapo AG

Anwohner wurden gebeten, ihre Liegenschaften nicht zu verlassen, vor allem um nicht durch eine allfällige Detonation verletzt zu werden. Später liess die Polizei die nähere Umgebung mit Spürhunden absuchen, wegen allfälliger weiterer Blindgänger. Laut Informationen des Aargauer Zeitung lag der Blindgänger schon seit einigen Wochen im Garten.

Letzte Woche am Dienstag kam es zum ersten Fund: Eine Person fand einen Sprengkörper mit Zündschnur im Rebberg und brachte ihn der Polizei. "Er sah aus wie eine Stange Dynamit, um die Klebeband gewickelt war", sagt Polizeisprecher Bernhard Graser. Am Mittwoch sichtete eine Privatperson einen Knallkörper im Achenbergbach, am Donnerstag ging die Polizei mit Spürhunden auf die Suche und fand einen dritten Sprengkörper samt Rückständen von Detonationen.

Anfang bis Mittwoch März hatte eine Serie von Detonationen nachts und frühmorgens immer wieder Bewohner aus dem Schlaf geschreckt. Mit der Coronakrise kehrte Ruhe ein. Die Polizei sucht Zeugen, welche mehr über die Täterschaft weiss. Sie hat die Bevölkerung zudem dazu aufgerufen, mögliche weitere Fundgegenstände dieser Art nicht zu berühren, sondern sie zu verständigen. Polizeisprecher Graser. "Wenn ein solcher selbst gebastelter Sprengkörper explodiert, sind die Folgen unberechenbar."

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