Schneisingen
Schneisinger Primarschüler dichteten Lieder für ihr Schulhaus

Das ganze Dorf feierte nach einer turbulenten Planungszeit die Eröffnung des neuen Schulhausanbaus im «Aemmert». Nur dank des Engagements der lokalen Gewerbetreibenden konnte er überhaupt realisiert werden. Eine Umfrage zeigt: Der Neubau gefällt.

Daniela Dietsche (Texte und Bilder)
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Schneisinger Primarschüler dichten Lieder
8 Bilder
Mattia und Cedrik
Frau Vizeammann Susanne Frei musste traditionsgemäss den letzten Nagel des in den Neubau schlagen
Marlies Spuhler
Der neue Anbau des Schulhauses wirkt modern, stösst auf Begeisterung und eignet sich zum Feste feiern
Der Musikverein Schneisingen eröffnete die Ansprach und sorgte zwischendurch für gute Stimmung
Sandro Oberholzer
Adrian Grosswiler und seine Kinder

Schneisinger Primarschüler dichten Lieder

Daniela Dietsche

Es klingt schon fast rekordverdächtig: In nur vier Monaten Bauzeit wurde der neue Anbau des Primarschulhauses Aemmert fertiggestellt. Erst im April war der Spatenstich für das Bauprojekt, bereits nach den Sommerferien konnten die Primarschüler ihren Schulalltag in den neuen Räumen weiterführen. Die Gemeinde feierte diesen Anlass am Samstag mit einem grossen Fest.

Schon von Weitem hörte man feierliche Musik, geschminkte Kinder vergnügten sich auf der Hüpfburg und es roch nach Grillwurst und Güggeli. Die ganze Gemeinde schien gekommen zu sein, um den neuen Schulhausanbau feierlich einzuweihen. Das moderne Bauwerk fällt von aussen mit seinem leuchtenden Rot und den extra schräg gebauten Stützpfeilern auf. Der grosse überdachte Platz eignet sich perfekt, um auch zukünftig viele Feste zu feiern. Die Wand neben dem Eingang ziert nun ein passendes Zitat des Künstlers Alex Sadkowsky: «Wir sind die Kinder unserer Zeit.»

Auch die neuen Innenräume konnten am Einweihungsfest bestaunt werden. Vizeammann Susanne Frei nahm die vielen Besucher auf einen Rundgang durch das Schulhaus mit. «Einer der grössten Vorteile des Umbaus ist, dass nun alles behindertengerecht gebaut wurde», erklärte sie. Im ersten Stock liegt das renovierte Schulzimmer, das vorher als Lehrerzimmer diente. Darin fällt die neue digitale, interaktive Wandtafel auf; genau wie bei einem Touchscreen kann man direkt mit dem Finger drauf schreiben und sie lässt sich wie ein PC bedienen und mit allen weiteren Geräten im Schulzimmer verbinden. Vorbei sind die Zeiten der schwarzen Tafeln und Kreide. Auch neue Pulte stehen im Zimmer, die sich mit einem Griff in Stehpulte verwandeln lassen.

Man merkt sofort, wo man aus dem alten Schulhaus in den neuen Anbau tritt: Er ist hell und einladend; durch die offene Bauweise kommt viel Sonnenlicht herein. Ein Highlight stellt der neue Multifunktionsraum dar, der für den Mittagstisch und die Tagesstrukturen genutzt wird.

Bau dank gelebter Demokratie

Nicht immer ist alles so reibungslos gelaufen wie während der Bauphase. «Wir haben bereits vor vier Jahren gewusst, dass wir umbauen müssen, da die Raumplanung mit den neuen sechs Jahren Unterstufe nicht mehr aufgegangen wäre», erklärte Susanne Frei.

Vor drei Jahren begann die Planung, darauf folge der Schock: Ganze zwei Rückweisungsanträge hatte das Projekt zu verkraften. Nur, weil sich die einheimischen Gewerbetreibenden zusammenschlossen, konnte das Projekt gerettet und realisiert werden. «Für mich bedeutet das gelebte Demokratie», sagt Frei und lächelt stolz.

Nach diesem Start mit Hindernissen erstaunt es nicht, dass Frei ihre Eröffnungsrede mit treffenden Worten von Albert Einstein begann: «Eine wirklich gute Idee erkennt man daran, dass ihre Verwirklichung von vornherein ausgeschlossen erscheint.» Zum Glück hat die Geschichte ein gutes Ende: Ehrgeiz und Durchhaltevermögen aller Beteiligten haben sich ausgezahlt, die Schneisinger haben einen Grund zum Feiern.

Das wurde dann auch noch zünftig getan. Die Primarklassen feierten ihr neues Gebäude mit selber gedichteten Liedern über den Umbau. Die Zimmerleute brachten Balken und Nagel, damit ganz traditionsgemäss der letzte Nagel von der Bauherrschaft eingeschlagen werden konnte. So musste Frau Vizeammann an die Arbeit und zur Freude aller einen übergrossen Nagel mit Müh und Not in den Balken schlagen. Am Schluss wurde der Neubau auch noch gesegnet. Alles in allem ein Fest, das Schneisingen in guter Erinnerung bleiben wird.