Schneisingen
Schneisinger Busstreit: Runder Tisch, aber noch kein Ei des Kolumbus

Anwohner fordern, dass die Busfahrten nach Oberschneisingen deutlich reduziert werden. In einer Aussprache wurden nun Möglichkeiten diskutiert. Der Gemeinderat will die Vorschläge, die Umsetzungspotenzial haben, genauer unter die Lupe nehmen.

Angelo Zambelli
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Im Guggimoosquartier herrschen enge Platzverhältnisse.

Im Guggimoosquartier herrschen enge Platzverhältnisse.

Angelo Zambelli

Nicht immer führen runde Tische zu einem zählbaren Ergebnis. Ganz anders ist dies im Zusammenhang mit dem an der letzten Gemeindeversammlung ausgebrochenen Schneisinger Busstreit. Fünf Vorschläge wurden diskutiert, wie das Problem der Busfahrten ins Oberdorf gelöst werden könnte.

So viele Lösungsvorschläge liegen auf dem Tisch

Neun Personen beteiligten sich am runden Tisch zum Busstreit in Schneisingen. Am Ende lagen fünf Vorschläge auf dem Tisch.

Rückblick: In einer Petition forderten 39 Unterzeichner, die Zahl der Postautofahrten nach Oberschneisingen sei zu halbieren. Ausserdem seien die Fahrten ins Oberdorf an Samstagen sowie an Sonn- und Feiertagen einzustellen.

Die Argumentation: An Werktagen werde die Haltestelle Oberdorf via die kurvige und enge Quartierstrasse durch das Guggimoos 47 Mal am Tag bedient, wobei bei mindestens der Hälfte aller Kurse niemand in Oberschneisingen aussteige.

«Das sind städtische Verhältnisse», empörten sich die Petitionäre. Summa summarum hätten die Bewohner des Guggimoosquartiers und die Anwohner der alten Siglistorferstrasse 279 Fahrten pro Woche zu ertragen, argumentierte die Petitionäre weiter. Sorgen machten sie sich auch wegen der erhöhten Gefahr auf den Quartierstrassen.

Die Forderung, die Anzahl der Busfahrten massiv zu reduzieren, löste prompt eine Gegenpetition mit dem Ziel aus, die Busfahrten ins Oberdorf im jetzigen Umfang zu erhalten. Die Gegenpetitionäre vertraten die Meinung, dass der Busanschluss wegen der Hanglage eine grosse Erleichterung für das Oberdorf sei. Ohne Bus wären Einkäufe und Ausfahrten für ältere oder gehbehinderte Personen nicht möglich.

Fünf Vorschläge auf dem Tisch

Auf Initiative des Gemeinderats wurden die Interessensvertreter am Montagabend an einen runden Tisch im Schneisinger Gemeindehaus gebeten. Anwesend waren Vertreter der Petitionäre und der Gegenpetitionäre sowie des Kantons und der Postauto AG. Den Gemeinderat und die Verwaltung vertraten Ammann Adrian Baumgartner, Vizeammann Susanne Frei und Gemeindeschreiber-Stellvertreterin Sabine Schneider.

Lösungsvorschläge waren der Bau eines Wendeplatzes bei der Bushaltestelle Oberdorf, eine Umkehrung der Fahrten, um die lärmigen Bergfahrten durch das Guggimoosquartier zu vermeiden, sowie eine Aufteilung der Route mit grossen Gelenkbussen von Baden nach Niederwenigen und mit kleineren Fahrzeugen von Niederweningen nach Kaiserstuhl.

Ins Auge gefasst wurden auch andere Fahrrouten in durch das Schneisinger Oberdorf und – von der Postauto AG vorgeschlagen – die Montage von Signalanlagen an den Haltestellen Oberdorf und Post, mit denen Fahrgäste dem Chauffeur signalisiert können, dass sie abgeholt werden möchten.

Mit dieser Massnahme könnten Fahrten ohne Oberschneisinger Passagiere vermieden werden. Ein weiterer Vorteil der Anlage wäre, dass die Buschauffeure bei Schnee und Eis den Fahrgästen signalisieren könnten, dass eine Fahrt über die steile Strasse nicht möglich ist. Diese Verbesserung will die Postauto AG auf jeden Fall prüfen.

Zu hohe Kosten

Weniger Chancen haben eine Bedienung der Buslinie Baden–Kaiserstuhl mit unterschiedlichen Fahrzeugtypen sowie die Suche nach anderen Fahrrouten.

Unterschiedliche Fahrzeugtypen würden die Kosten in die Höhe schnellen lassen und die Anschlüsse an die Bahn infrage stellen. Die Variante anderer Fahrrouten sei vom Gemeinderat bereits geprüft und verworfen worden, sagt Gemeindeammann Adrian Baumgartner.

Für die Route über die alte Siglistorferstrasse müsste eine Feldstrasse asphaltiert werden, was Kosten von rund 800 000 Franken verursachen würde. Auch die Route über den Schafbrünnelistrasse würde Massnahmen bedingen, was angesichts der Kosten von rund 100 000 Franken und der neu tangierten Anwohner unverhältnismässig und deswegen nicht zu verantworten wäre, argumentiert Baumgartner. Eingehend geprüft wird hingegen der Vorschlag der entgegengesetzten Fahrtrichtung.

Grundsätzlich – so das Fazit des runden Tischs – sind sich alle Beteiligten einig, dass die Bedienung des Oberdorfs durch die Postauto AG beibehalten werden soll. Die Frage ist weiterhin wie und in welchem Umfang.

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