Bad Zurzach
Schlosspark-Überbauung auf Eis: Deusser-Stiftung verzichtet auf Einsprache

Die Deusser-Stiftung plante beim Schlosspark eine Überbauung mit Mehrfamilienhäusern, doch der Gemeinderat stoppte diesen Plan aus Angst vor einer Bausünde, indem er eine Planungszone erliess. Dagegen hat die Stiftung nun keine Einsprache eingelegt.

Angelo Zambelli
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Die Überbauung im Schlosspark kann vorerst nicht gebaut werden.

Die Überbauung im Schlosspark kann vorerst nicht gebaut werden.

ZVG

Am Dienstag ist die Einsprachefrist für die Planungszone «Schlosspark Bad Zurzach» abgelaufen. Einwendungen wurden keine erhoben, auch von der Antonie-Deusser-Stiftung nicht.

Damit ist der Beschluss des Gemeinderates definitiv. Die Stiftung hat ein Baugesuch für vier Mehrfamilienhäuser auf dem Gelände vor dem Schloss eingereicht, kann dieses Vorhaben aber vorerst nicht umsetzen.

Gemeindeammann Reto S. Fuchs zeigte sich auf Anfrage überrascht, dass die Stiftung die Einsprachefrist ungenutzt hat verstreichen lassen. Er habe die Möglichkeit einer Einsprache 50 zu 50 eingeschätzt, sagt Fuchs.

Gemeindeammann Fuchs hält aber auch fest, dass die Planungszone so lange aufrechterhalten werde, bis sichergestellt sei, dass mit der Überbauung keine höher zu gewichtenden Absichten der Gemeinde tangiert oder beeinträchtigt werden.

«Von aussen betrachtet kann tatsächlich der Eindruck entstehen, der Gemeinderat Bad Zurzach werfe Bauwilligen Knebel zwischen die Beine», gibt Ammann Fuchs zu. Auf der anderen Seite sei der Gemeinderat verpflichtet, keine Baugesuche zu bewilligen, die übergeordneten Interessen im Wege stehen. Der Gemeinderat hat nun fünf Jahre Zeit, sich Gedanken über die Zukunft des Schlossparks zu machen.

Das Schloss in Bad Zurzach
10 Bilder
So soll die Überbauung im Schlosspark Bad Zurzach dereinst aussehen, welche die Antonie Deusser-Stiftung geplant hat.
Im Schlosspark plant die Antonie-Deusser-Stiftung vier Mehrfamilienhäuser, drei davon auf dem jetzigen Parkplatz
Diese Visualisierung zeigt die Überbauung von der Barzstrasse her.
Die geplante Überbauung von einem anderen Blickwinkel.
Der Ausschnitt des Bauzonenplans zeigt Bauzone und Grünzone beim Schloss Bad Zurzach. Die Mehrfamilienhäuser sind in der Bauzone geplant.
Die Stiftung will das Schloss für drei Millionen Franken sanieren und darin drei Wohnungen einrichten und vermieten.
Verschiedene Kräfte in Bad Zurzach möchten den Schlosspark als Naherholungsgebiet erhalten.
Das war einmal: das Schloss mit Café. Manche Bad Zurzacher wünschen sich wieder für die Zukunft.
Von 1899 bis 1904 liess Fabrikant Jakob Zuberbühler das Schloss resp. die «Villa Himmelrych» bauen und bewohnte es mit seiner Familie.

Das Schloss in Bad Zurzach

Angelo Zambelli

Bottani: «Ablehnen oder bewilligen»

Marco Bottani, Präsident der Deusser-Stiftung bestätigt, dass das Baugesuch für die Schlosspark-Überbauung nicht zurückgezogen wird: «Wir wollen, dass der Gemeinderat das Baugesuch weiter bearbeitet und dieses entweder bewilligt, sistiert oder ablehnt.» Erst danach sei es sinnvoll, an einen Tisch zu sitzen und Gespräche zu führen. Er wisse aber nicht, ob die Stiftung in fünf Jahren noch Lust und die Absicht habe, das Bauvorhaben auf dem Schlossareal zu realisieren.

Den Verzicht auf eine Einwendung gegen die Planungszone begründet Bottani so: «Wir haben uns von einem Bauanwalt beraten lassen und dieser hat uns gesagt, dass sich eine Einsprache nicht lohnt.»

Im Zusammenhang mit dem zweiten hängigen Baugesuch, dem Umbau des Schlosses in Privatwohnungen, bemängelt Stiftungsratspräsident Bottani, dass das Baugesuch im Mai des vergangenen 2013 eingereicht wurde und die Stiftung bis heute nicht wisse, woran sie sei. Bottani: «Es dauert schlichtweg zu lange.» Der Präsident der Deusser-Stiftung stösst sich daran, dass der Stiftung der Vorwurf gemacht wird, er lasse das Anwesen verlottern, auf der anderen Seite aber auch nicht sanieren dürfe. Bottani: «Der Gemeinderat Bad Zurzach muss endlich wissen, was er will.»

Legimitation muss geprüft werden

Für Gemeindeammann Reto S. Fuchs ist die Sachlage nicht nur bei der Schlosspark-Überbauung klar, sondern auch beim Gesuch für den Schlossumbau: «Gegen den Umbau des Schlosses sind drei Einsprachen eingegangen. Gegenwärtig wird abgeklärt, ob die Einsprecher legitimiert sind, sich zum Umbau des Schlosses zu äussern.»

Hinsichtlich des Gesuchs für die Schlosspark-Überbauung hält Gemeindeammann Reto S. Fuchs fest, dass auch nach einer allfälligen Bewilligung des Gesuchs zuerst ein Fachbericht erstellt werden müsste,. Ein neutrales Büro, das vom Gemeinderat bestimmt werden kann, hätte abzuklären, ob das Bauvorhaben den kantonalen und kommunalen Vorschriften entspricht oder nicht entspricht.