Schneisingen
Rudolf Dellenbach: «Wir müssen das Ruder rechtzeitig herumreissen»

Regierungsrat Peter C. Beyeler, Behördenvertreter und AKB-Chef Rudolf Dellenbach haben Eichen gepflanzt. Grund dafür: Die Aargauische Kantonalbank (AKB) hat dieses Waldprojekt zu ihrem 100-Jahr-Jubiläum initiiert.

Patrick Hersiczky
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Ungewöhnliche Arbeit im Wald für Regierungsrat Peter C. Beyeler (rechts) und AKB-Chef Rudolf Dellenbach. Patrick Hersiczky

Ungewöhnliche Arbeit im Wald für Regierungsrat Peter C. Beyeler (rechts) und AKB-Chef Rudolf Dellenbach. Patrick Hersiczky

Obgleich der Frühling meteorologisch schon begonnen hat, haben Behördenvertreter und Forstangestellte am Samstag bei eisigen Temperaturen Eichen in einem Wald in Schneisingen gepflanzt. Die Aargauische Kantonalbank (AKB) hat dieses Waldprojekt zu ihrem 100-Jahr-Jubiläum initiiert.

Mitgetragen wird dieses vom Kanton unter dem Patronat des scheidenden Regierungsrates Peter C. Beyeler. Dieser sagte in seiner Ansprache: «Wir finanzieren heute die in Schieflage geratenen Banken mit Milliarden und vergessen dabei, dass es auch dem Wald nicht so gut geht. Dieser ist jedoch unser wichtigstes Lebensorgan, nämlich die Lunge.»

Beyeler mahnte: «Es ist schade, dass heute junge Menschen oft eine Eiche nicht von einer Tanne unterscheiden können.» Auch für den CEO der AKB, Rudolf Dellenbach, ist es wichtig, dass man der Natur etwas zurück gibt: «Wir müssen das Ruder rechtzeitig herumreissen, bevor es zu spät ist.»

Bäume: Nur wenige überleben

Deshalb haben zahlreiche Politiker aus Gemeinden und Kanton Löcher ausgehoben, um die noch jungen und zarten Eichen zu pflanzen. Auf einem Waldstück, das die Grösse von eineinhalb Fussballfeldern hat, haben sie insgesamt 250 Eichen gesetzt.

Davon überleben indessen nur 25 Bäume. Um die Jungbäume zudem vor Rehen und anderen Tieren zu schützen, werden sie mit einer Hülle versehen. Bis die knapp einen Meter hohen Eichen aber richtig gross werden, dauert es etwa 100 Jahre.

Die Eiche steht für Stärke

Für AKB-Präsident Rudolf Dellenbach ist die Eiche deshalb ein Sinnbild für die Bank: «Sie steht für Stärke und Bodenständigkeit.» Weil die AKB dieses Engagement auch mit der Bevölkerung feiern möchte, gibt es im April weitere Eichenpflanzungen in Möhlin, Schöftland und Seengen.

Der Mittelspecht – eine bedrohte Vogelart

Der Wald hat bei der aargauischen Bevölkerung eine grosse Bedeutung: Ein Bericht des Kantons zeigt, dass bei einer Umfrage 80 Prozent (schweizerischer Durchschnitt 74 Prozent) die Schaffung von Naturwaldreserven befürworten. Das aargauische Naturschutzprogramm blickt auf 16 erfolgreiche Jahre zurück: Der 49 000 hektargrosse Wald soll unter anderem um 5 Prozent Eichen erweitert werden. Die Eiche ist für die Biodiversität sehr wichtig: Etwa 1000 Insektenarten leben in einer Baumkrone. Zudem ist die Eiche für den Mittelspecht überlebenswichtig. Im Aargau gibt es von dieser bedrohten Vogelart nur noch etwa 120 Brutpaare. Diese Vögel sind auf grobrissige Rinde angewiesen, welche gerade die Jungeichen aufweisen. (AZ)

Peter C. Beyeler, der oft mit Bauprojekten in Verbindung gebracht wird, ist auch Umweltminister. Immer mal wieder ist zu hören, dass Regierungsrat Beyeler in der letzten Zeit «grüner» geworden ist.

Der Aargauer Politiker sagt dazu: «In den vergangenen Jahren hat sich das Bewusstsein verändert. Es müssen nicht nur Strassen gebaut werden.» Zudem gehöre ein ökonomisches Verhalten zur Verantwortung eines Politikers.

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