Klingnau
Richtplan soll Entwicklung der Altstadt regeln

Der aktuelle Nutzungsplan Siedlung ist mehr als 20 Jahre alt und muss deshalb den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden.

Martin Rupf
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Der Plan gibt vor, wo, was und für welchen Zweck – Wohnen oder Gewerbe – gebaut werden darf. Das Wichtigste vorneweg: Das Baugebiet bleibt 1:1 erhalten. Mit einer kleinen Ausnahme beim Stauwehr, wo eine Parzelle aus dem Bauland ausgezont wurde.

Änderungen gibt es hingegen innerhalb des Baulands. Die wichtigste betrifft das Gebiet Obermatte, das von der Zone W2 in E2 umgewandelt werden soll. Zu Deutsch: Anstatt beliebiger 2-stöckiger Häuser sind dort nur noch 2-stöckige Einfamilienhäuser erlaubt. «Wobei die bestehenden Häuser selbstverständlich Bestandesgarantie geniessen», erklärt Gemeindeschreiber Willy Nöthiger.

Neu nur noch eine Arbeitszone

Zudem ist die Ausnützungsziffer in der Wohnzone E2 kleiner als in der Zone W2. In Ersterer dürfen nur 35 von 100 Quadratmetern bebaut werden, in Letzterer immerhin 55 Quadratmeter. Die Gemeinde hat auch die Möglichkeit geprüft, den bisher unbebauten Teil der Obermatte in die Landwirtschaftzone auszuzonen, damit die Reben vom weiter oben liegenden Kulturland nicht abgetrennt werden. «Wir haben uns jedoch für die Zone E2 entschieden, weil sie einen guten Kompromiss darstellt», erklärt Nöthiger. Man werde den noch unbebauten Teil einem Sondernutzungsplan unterstellen, damit gewährleistet sei, dass sich neue Bauten gut in die Landschaft einfügen werden, so Nöthiger.

Neu ist auch, dass Gewerbe- und Industriezonen unter den Begriff Arbeitszone fallen. Im Gebiet Brühl ist zudem eine gemischte Wohn- und Arbeitszone geplant.

Bisher noch keine Einsprachen

Eine wichtige Änderung betrifft die Altstadt, deren Bebauung bisher in der Bau- und Nutzungsordnung (BNO) geregelt war. Neu soll ein kommunaler Richtplan die Entwicklung der Altstadt steuern. «Mit der BNO war das Ermessen der Behörden und damit die Ungewissheit der Hauseigentümer sehr gross», sagt Nöthiger. Der Richtplan zeige nun die anzustrebende städtebauliche Grundstruktur auf – und zwar für alle drei Kernzonen Altstadt, Dorf und Weier. Die Kernzonen Dorf und Weier bezwecken, die historischen Vorstädte in ihrem Gesamtbild zu erhalten und zu ergänzen.

Die Revision des Nutzungsplanes Siedlung hat auch eine Anpassung des kantonalen Waldgrenzplans zur Folge. «Doch diese sind sehr marginal und haben keinen Einfluss auf die Nutzung des Baugebiets», sagt Willy Nöthiger.

In Anbetracht der geringfügigen Änderungen, welche die Revision mit sich bringt, rechnet der Gemeindeschreiber nicht mit viel Widerstand in der Bevölkerung. So seien bis heute denn auch noch keine Einsprachen eingegangen.