Bad Zurzach
Rekord-Pilot Carlo Schmid schreibt Buch und plant neue Reise

Vor vier Wochen kehrte Carlo Schmid von seiner Weltumrundung zurück. Doch kaum zurück, stellt er sich neue Ziele: Er wird ein Buch schreiben und in den nächsten Monaten 45 Vorträge halten. Bereits hat er Pläne für ein Unistudium im Kopf.

Pirmin Kramer
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Entspannt sitzt Schmid auf dem Sofa, ausruhen will er sich aber nicht. «Ich habe viel Energie.» Chris Iseli

Entspannt sitzt Schmid auf dem Sofa, ausruhen will er sich aber nicht. «Ich habe viel Energie.» Chris Iseli

Vor gut drei Wochen ist Carlo Schmid von seiner Weltumrundung zurückgekehrt, an die er noch immer jede Stunde denkt. «Ich bin erleichtert, dass ich das Projekt durchziehen konnte und dass mir nichts passiert ist», sagt er. «Ich bin aber auch traurig, dass diese Reise für immer beendet ist.»

Als er das gemietete Flugzeug vor einigen Tagen dem Besitzer zurückgab, sei dies ein sehr emotionaler Moment gewesen. «Der Flieger hat mich zweieinhalb Monate sicher von Land zu Land getragen. Ich habe mich bei der Rückgabe der Cessna wie eine Mutter gefühlt, die ihr Kind ziehen lassen muss.»

45 Vorträge und ein Studium

Im August und September flog Schmid über Wüsten, Meere und Eisberge. Nun sitzt er auf dem Sofa in einem Büroraum im Glattbrugger Industriequartier, draussen liegt Nebel auf den Strassen. Von Leere nach dem Abenteuer ist bei Schmid trotz Alltag nichts zu spüren. «Ich habe Ideen und Projekte für die nächsten Monate und Jahre», erzählt er. «Als Erstes möchte ich bis Ende Jahr ein Buch über die Reise schreiben.»

Mehrere Verlage hatten ihm Angebote gemacht, jetzt hat er ein erstes Kapitel geschrieben. «Im Buch geht es nur am Rande um die einzelnen Flugetappen. Hauptsächlich schreibe ich über Begegnungen und persönliche Erfahrungen.» In den nächsten Monaten wird Schmid ausserdem 45 Vorträge halten, 2013 soll ein Studium an einer Fachhochschule folgen, möglicherweise in Wirtschaft.

Und die Fliegerei? In einem Interview mit der Aargauer Zeitung sagte Schmid vor einem halben Jahr, es sei noch nicht gewiss, ob er nach dem Projekt «Round the World for Children» noch oft fliegen werde. Nun steht für ihn fest: «Ich will Fluglehrer werden.»

Er habe während der 80 Tage einzigartige Erfahrungen gemacht, die er weitergeben möchte. «Wenn man zum Teil ohne Funkverbindung fliegt oder alleine durch einen Sturm, dann fliegt man nachher anders.»

Am Schluss des Gesprächs beantwortet Schmid die Frage dann doch noch, der er zuvor ausgewichen war: «Planen Sie bereits ein neues Abenteuer?» – «Ich möchte mich weiterhin für Kinder engagieren», sagt er. «Details nenne ich keine, aber in drei bis fünf Jahren wird es ein neues Flugprojekt geben. Dann ist aber nicht der Weltrekord das Ziel, es geht um Charity. Das neue Abenteuer soll noch grösser werden als die Reise in 80 Tagen um die Welt.»