Würenlingen
Ramiro aus Adelboden ist bereit für die Bösen

Das kantonale Schwingfest von Ende Mai wurde gestern mit der «Munitaufe» eingeläutet. Der Hauptpreis heisst Ramiro, ist gut zwei Jahre alt und wiegt stolze 750 Kilogramm.

Nadja Rohner
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Ramiro: zweijährig, 750 Kilo, Hauptpreis.
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Das halbjährige Kalb Rosada.
Jungschwinger in Aktion.
Das kantonale Schwingfest wird mit der Munitaufe eingeläutet

Ramiro: zweijährig, 750 Kilo, Hauptpreis.

Mario Heller

Ramiro heisst er, der Berner Oberländer. Geboren wurde er am 14. Januar 2013, und er bringt bereits stolze 750 Kilogramm auf die Waage.

Nein, das ist kein besonders beleibtes Zurzibieter Baby, sondern der «Prachtsmuni», den die «Bösen» am kantonalen Schwingfest am 30./31. Mai in Würenlingen gewinnen können.

Anderthalb Monate vor dem Grossanlass fiel gestern Abend auf dem «Lindenhof» der Startschuss mit der feierlichen Taufe von Muni Ramiro und den anderen Lebendpreisen: Freiberger-Fohlen Svenja, Red Holstein-Rind Rehli und das halbjährige Kalb Rosada, welches nicht nur den Damen der Festgesellschaft ein «Jööh» entlockte.

Man sei hier, auf dem Lindenhof, am passendsten Ort für diese Veranstaltung, sagte Schwingfest-OK-Präsident François Stocker. So erfuhren die Gäste – Polit-, Wirtschafts- und natürlich Schwingprominenz aus der Region und darüber hinaus – dass an dieser Stelle «seit x hundert Jahren» Landwirtschaft betrieben werde und das Bauerntum ebenfalls seit Jahrhunderten mit dem Schwingen verbunden sei.

«Man kann davon ausgehen», so Stocker zu den staunenden Zuhörern, «dass schon im 13. Jahrhundert geschwungen wurde – es findet sich nämlich eine entsprechende Darstellung der typischen Schwinger-Griffe in der Kathedrale von Lausanne». Ganz so lange gibt es allerdings noch keine Kantonalen Schwingfester im Aargau: Dieses Jahr findet erst das 103. statt.

Er selber sei ja kein Schwinger, scherzte OK-Präsident Stocker weiter, weil Schwinger stämmig und gut aussehend sein müssten – ob Letzteres bei ihm zutreffe, habe er nie abschliessend klären können. Dennoch liess er es sich nehmen, den Gästen eine Kurzeinführung in die Regeln des Schwingsports zu geben: Unter anderem betonte er, wie wichtig es sei, dass der Sieger eines Zweikampfs dem Unterlegenen das Sägemehl vom Rücken wischt – «Vergisst er es, wird er garantiert vom Publikum lautstark daran erinnert», sagt Stocker.

Apropos Sägemehl: «Die Ladung für das Schwingfest ist bestellt.» Zum Wettkampfschwingen braucht es Sägemehlkreise von 12 Metern Durchmesser, 15 Zentimeter tief eingestreut. Bis diese am Wettkampfwochenende bereit stehen, liegen noch «tausende Arbeitsstunden» vor den rund 400 Helfer, sagte Markus Birchmeier, Präsident des Kantonalen Schwingverbandes und im Schwingfest-OK verantwortlich fürs Sponsoring.

Er betonte, es sei überwältigend, wie viel die Menschen in der Region «in kurzer Zeit und auf sehr unkomplizierte weise» spendiert hätten. «Aus Erfahrung kann ich sagen: Das ist nicht in jeder Region gleich selbstverständlich.» Er führe das grosse Engagement der Bevölkerung darauf zurück, dass der Schwingklub Zurzach schon seit vielen Jahren aktiv sei, überall mitmache und über ein gutes Netzwerk verfüge, sagte Birchmeier.

Wer jetzt noch nichts gesponsert hat und trotzdem einen Batzen am Schwingfest ausgeben will, kann sich ein ganz besonderes Schmuckstück für den Garten zulegen. Gestern wurden nämlich nicht nur die Lebendpreise erstmals gezeigt, sondern auch ein riesiger geschnitzter Holzbrunnen, an dem sich die Schwinger am «Kantonalen» die Gesichter waschen werden – und der am Fest ersteigert werden kann.

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