Südschwarzwald
Pro Woche wird ein «Pilzsünder» erwischt

In den letzten Wochen sind die Schweizer nicht nur zum Einkaufen nach Deutschland gefahren, sondern auch, weil im Schwarzwald reichlich Pilze wachsen. Doch die Deutsche Zöllner schauen den Schweizer Sammlern ganz genau ins Körbchen.

Susann Klatt-D’Souza und Angelo Zambelli
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Schlagzeilen gemacht hat der Fall eines 69-jährigen Italieners mit Wohnsitz in der Schweiz: Deutsche Zöllner fanden knapp 13 Kilogramm Steinpilze und Maronenröhrlinge im Körbchen des Italieners. Für diesen Gesetzesverstoss wurde er mit 1265 Euro gebüsst.

Pro Person darf in Deutschland täglich maximal ein Kilogramm Pilze gesammelt werden (siehe Separattext rechts). Mit dieser Massnahme wird der Fortbestand schützenswerter Pflanzen gewährleistet und Eingriffe in die Natur begrenzt. Wer sich nicht an das 1-Kilo-Gesetz hält und erwischt wird, muss pro überzähliges Kilogramm rund 100 Euro Busse bezahlen.

Laut dem Landratsamt Waldshut-Tiengen steht es trotz der vielen einheimischen und fremden Sammler gut um die Pilzpopulation in den Wäldern des Südschwarzwalds.

Kontrolliert wird die Ausfuhr

Im Verlauf der zu Ende gehenden Pilzsaison verzeichnete das deutsche Zollamt wöchentlich mindestens einen Schweizer Pilzsammler, der mehr als die erlaubte Menge mit sich führte. «Doch der überwiegende Teil hält sich an das Gesetz. Manche nehmen die ganze Familie mit, um dann mehrere Kilogramm sammeln zu dürfen», sagt Michael Hauck vom Hauptzollamt Singen. Übrigens: Kontrolliert wird die Ausfuhr der Pilze aus Deutschland und nicht die Einfuhr in die Schweiz.

Doch was passiert mit den Pilzen, die vom Zoll beschlagnahmt werden? «Wir geben sie an karitative Einrichtungen weiter, die sie verwerten können. Allerdings lehnen viele Einrichtungen dieses Angebot aufgrund von Hygienevorschriften oder aus Sicherheitsgründen ab», sagt Hauck.

Werden keine Abnehmer gefunden, muss der Zoll die Pilze vernichten. Den Zöllnern ist es verboten, die Pilze selbst zu essen.