Bad Zurzach
Prinz Karneval ist tot: Die Kinder jauchzen, die Erwachsenen schluchzen

Einmal mehr ist in Bad Zurzach das Unvermeidliche eingetreten: Prinz Karneval ist völlig unerwartet verstorben. Mit dem Süssigkeiten verteilenden Ättirüedi und der Lätschete ist die Fasnacht im Flecken zu Ende gegangen

Angelo Zambelli
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Ättirüedi in Bad Zurzach
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Ättirüedi in Bad Zurzach
Ättirüedi in Bad Zurzach
Ättirüedi in Bad Zurzach
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Ättirüedi in Bad Zurzach
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Ättirüedi in Bad Zurzach
Ättirüedi in Bad Zurzach
Ättirüedi in Bad Zurzach

Ättirüedi in Bad Zurzach

Angelo Zambelli

Eine überaus grosse Trauergemeinde begleitete den Sarg des Verblichenen vom Sternenbrunnen zur Abdankungsfeier auf dem Chileplatz. Daselbst hielt Fasnachtspfarrer Göpf von Pfauenauge eine wunderbare Abschiedsrede. Nach dieser ergreifenden Zeremonie nahm die Trauergemeinde den Weg hinunter zur Zollbrücke unter die Füsse.

Eine wehklagende Trauergemeinde

Begleitet von den schaurig-schönen Klängen der «Lattensager» und dem unaufhörlichen Schluchzen und Wimmern der Heulweiber, bewegte sich der Trauerzug mit dem Sarg des Prinzen langsam durch die Schwertgasse. Die Tränen flossen in Strömen. Die mitgebrachten Nastücher – teils halbe Bettlaken – reichten nicht aus, um die nassen Wangen der Heulweiber zu trocknen.

Doch alles Wehklagen half nichts: Auf der Mitte der Rheinbrücke wurde Prinz Karneval im Beisein der Trauergemeinde verbrannt und als trauriges Häuflein den Fluten des Rheins übergeben. Nachdem die letzten brennenden Teile Prinz Karnevals den Augen der Trauernden entschwunden waren, stand fest: Die Fasnacht 2012 ist zu Ende. Es lebe die Fasnacht 2013.

Grosszügiger Ättirüedi

Die Kinder feierten den Abschluss der närrischen Tage auf ganz andere Weise. Zusammen mit dem «Ättirüedi» zogen sie vom Oberflecken in einer Schlaufe zum Bahnhof und weiter zum Platz beim Steinböckli, wobei Ättirüedi nach traditioneller Manier immer wieder in die Menge rief: «Wo sind mini liebe Buebe und Maitli?» Kam ein lautes «doooo» zurück, griff Ättirüedi in den prall gefüllen Jutesack und warf die von den einheimischen Geschäften gespendeten Zältli, Orangen und Würstli in die Menge. Mit Gekreische stürzten sich die Kinder auf die Köstlichkeiten und stopften sich die Säcke voll.