Fisibach/Kaiserstuhl
Primarschule muss Standorte aufheben – gehen Schüler nun in Kanton Zürich?

Weil Schulstandorte aufgehoben werden müssen, schauen die beiden Gemeinden über die Kantonsgrenze hinaus. Künftig könnten die Schüler aus Fisibach und Kaiserstuhl auch im zürcherischen Bachs oder Weiach zur Schule gehen.

Nadja Rohner
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Der Schulstandort Fisibach wird bald aufgehoben. Angelo Zambelli

Der Schulstandort Fisibach wird bald aufgehoben. Angelo Zambelli

Wenig Schüler, aufwendige Organisation – die Kreisprimarschule Belchen muss die Standorte Fisibach und Wislikofen aufheben. Bisher wurden drei künftige Standortvarianten in Betracht gezogen (siehe Box).

Die drei Standortmodelle

Modell 1: Kaiserstuhl als zentraler Schulstandort für die Kreisprimarschule Belchen (Fisibach, Kaiserstuhl, Mellikon, Rümikon und Wislikofen), für Schüler ab dem Kindergarten bis zur 6. Klasse.

Modell 2: Rekingen als zentraler Schulstandort für alle Mitgliedergemeinden der Kreisprimarschulen Belchen und Chrüzlibachtal (Böbikon, Baldingen und Rekingen).

Modell 3: Schulstandorte Rekingen und Kaiserstuhl für alle Mitgliedergemeinden der Kreisprimarschulen Belchen und Chrüzlibachtal. (NRO)

Neu prüfen Kaiserstuhl und Fisibach auch eine interkantonale Zusammenarbeit: Die Kinder dieser Gemeinden könnten bald im zürcherischen Bachs oder Weiach zur Schule gehen. «Kaiserstuhl als zentraler Schulstandort wäre für uns in Ordnung», sagt Roger Berglas, Gemeinderat und Vorsteher des Ressorts Schule in Fisibach. «Aber wir sind skeptisch gegenüber der Idee, dass unsere Kindergärtler nach Rekingen reisen sollen; deshalb prüfen wir weitere Möglichkeiten.»

Ganztägige Betreuung möglich

Die Schule Bachs sei aus Eigeninteresse auf den Fisibacher Gemeinderat zugekommen – mit der Aufnahme von Fisibacher Schülern wäre ihr Standort gesichert. «Es handelt sich einerseits um eine normale Primarschule, andererseits auch um eine Tagesschule», so Berglas. Die Fisibacher könnten ihre Kinder wahlweise in den normalen Unterricht schicken, oder das Tagesschulangebot nutzen. Der Schulbus der Bachser Schule würde auch Fisibach bedienen.

Ab der 7. Klasse würden die Schüler dann die Oberstufe im zürcherischen Stadel besuchen. Dies wäre auch der Fall, wenn sich Fisibach für eine Zusammenarbeit mit der Primarschule Weiach entscheiden würde. Der Stadtrat Kaiserstuhl ist bereits mit Weiach im Gespräch.

Der Kanton hat nichts dagegen

Gemäss Irène Richner vom kantonalen Departement Bildung, Kultur und Sport ist eine interkantonale Zusammenarbeit möglich. Diese kann von der einfachen Zuweisung von Schülern bis hin zur Bildung einer Kreisschule reichen.

«Die Gemeinden könnten grundsätzlich selbstständig Schüler in ausserkantonale Schulen schicken – dann haben sie das Schulgeld jedoch selber zu bezahlen», so Richner. Weil die Kantone Aargau und Zürich jedoch dem Regionalen Schulabkommen RSA beigetreten sind, besteht die Möglichkeit, kantonsübergreifend von einzelnen Schulangeboten Gebrauch zu machen. Der Kanton übernimmt dann einen Teil der Kosten.

Nicht alle Fisibacher begeistert

Die angedachte Zusammenarbeit mit Zürcher Gemeinden kommt indes nicht bei allen Fisibachern gut an. Berglas: «Es gibt Personen, die damit ein Problem haben – allerdings hört man auch begeisterte Stimmen.» Dem Vater von vier Kindern ist es wichtig, «eine ganzheitliche und langfristige Lösung zu finden». Er selber möchte sich nicht auf eine Standortvariante festlegen: «Im Herbst 2014 sollten alle Möglichkeiten ausgearbeitet sein. Dann wird das Volk das letzte Wort haben – ich hoffe, man ist offen für alles und wählt die beste Lösung für Fisibach.»