Bezirk Zurzach
Planungsverband schlägt Alarm: Schulstandorte sind gefährdet

Im Bezirk Zurzach kommen zu wenig Kinder ins Oberstufen-Alter. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass deshalb die Oberstufen-Standorte Leuggern, Klingnau und Rekingen gefährdet sind.

Angelo Zambelli
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Der Planungsverband Zurzibiet sieht schwere Zeiten auf den Oberstufenstandort Klingnau zukommen. MHU

Der Planungsverband Zurzibiet sieht schwere Zeiten auf den Oberstufenstandort Klingnau zukommen. MHU

Die von Präsident Felix Binder an der Planungsverbandssitzung im Landgasthof Weisses Kreuz in Gippingen präsentierten Zahlen lassen keine Zweifel offen: In den nächsten Jahren reichen die Geburtenraten im Kirchspiel, im unteren Aaretal und im Rheintal nicht aus, um alle bestehenden Oberstufenstandorte zu halten. «Die vom Kanton geforderten 6 Abteilungen für die Bezirksschule werden voraussichtlich nicht mehr erreicht werden», prophezeite Binder. Die Folge wäre eine Konzentration der Standorte. «Die nächsten Jahre werden für die Oberstufenstandorte im Kirchspiel, im Aaretal und im Rheintal zu einem ganz heissen Ritt. In dieser Hinsicht dürfen wir uns nichts in die Tasche lügen», warnte Binder.

Völlig anders präsentiert sich die Situation bei den Oberstufenstandorten im Surbtal. Hier sei eine drei- bis vierfache Führung der Bezirksschule respektive eine doppelte Führung der Sekundarschule nach wie vor möglich, sagte der Präsident des Planungsverbandes Zurzibiet. Das Surbtal könne dank ausreichender Schülerzahlen zuversichtlich in die Zukunft blicken.

«AKW weiter betreiben»

Neben diesem Warnschuss war die dritte ordentliche Vorstandsitzung des Planungsverbandes geprägt von einer Fülle von Informationen. Präsident Markus Birchmeier und Geschäftsführer Peter Andres informierten, was gerade beim Wirtschaftsforum läuft. Die Petition «Verbesserung der Verkehrssituation – Stärkung des Zurzibiets» ist bei 9000 Unterschriften angelangt und soll noch vor den Sommerferien der Regierung übergeben werden. Weitere Schwerpunkte in der Arbeit des Forums waren die Haltung zum geologischen Tiefenlager und zu den Themen «Energiezukunft/Energieeffizienz».

Betreffend Energiezukunft der Schweiz vertritt das Wirtschaftsforum Zurzibiet die Haltung, dass Kernkraftwerke gemäss den Ensi-Vorgaben weiter betrieben werden sollen. Der Bau von Gas- und Dampfkraftwerken ist im Moment für das Forum kein Thema. Der Bau eines geologischen Tiefenlagers erachtet das Wirtschaftsforum als nötig. Es soll aber am Standort mit der höchstmöglichen Sicherheit gebaut werden, «auch wenn dies Jura Ost oder Nördlich Lägern sein sollte. Hingegen widerspreche ein Standort für eine Oberflächenanlage in Mellikon-Rekingen der vom Wirtschaftsforum unterstützten «Vision Zurzibiet» komplett.

Die Energieeffizienz will das Wirtschaftsforum mit einer Beratungsstelle und mit einer Reihe von 4 bis 6 Vorträgen pro Jahr unterstützen, aus denen spezifisches Wissen bezogen werden kann. Ein weiteres Ziel des Wirtschaftsforums ist die bessere Bewirtschaftung des seit Mai 2011 aufgeschalteten Internet-Portals www.zurzibiet.ch. Qualität und Bekanntheitsgrad sollen gesteigert und die Zahl der Klicks innerhalb der nächsten 12 Monate verdoppelt werden.

Was kann wie verbessert werden?

Als erste Umsetzungsmassnahme der «Vision Zurzibiet» ist das Projekt «Regionalmanagement» lanciert worden. Damit soll geklärt werden, wer welche Aufgaben wahrnimmt, wohin wie viel Geld fliesst, wo wie viel Freiwilligenarbeit geleistet wird und wo die Gemeinden stehen beziehungsweise wie sie sich entwickeln. Vor allem aber soll eruiert werden, was der Bezirk wie verbessern kann respektive verbessern muss. Bis Ende 2012 soll der erste Teil des Projekts – die Präsentation verschiedener Lösungsvarianten – vorliegen.

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