Surbtal
Pestizid-Cocktail in Surb: Grossrätin Andermatt fordert neue Untersuchung

Eine Untersuchung hatte gezeigt, dass die Surb von Pestiziden belastet ist. Der Regierungsrat will abwarten, welche Massnahmen der Bund gesamtschweizerisch trifft. Das reicht Grossrätin Anna Andermatt aber nicht.

Nadja Rohner
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Die Surb entspringt im zürcherischen Wehntal und mündet bei Döttingen in die Aare.

Die Surb entspringt im zürcherischen Wehntal und mündet bei Döttingen in die Aare.

zvg

In einer Interpellation hatten die SP-Grossrätinnen Astrid und Anna Andermatt sowie Amtskollege Martin Brügger vom Regierunsrat Massnahmen gegen die grosse Pestizidbelastung der Surb gefordert.

Der Regierungsrat beschied allerdings: Der Handlungsspielraum auf kantonaler Ebene sei gering, da der Bund als Bewilligungsstelle amte und die Rahmenbedingungen für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln vorgebe. Der Bund habe einen Aktionsplan zur Thematik in Aussicht gestellt, der Regierungsrat wolle diesen also abwarten.

Das stellt Grossrätin Anna Andermatt aber nicht zufrieden. In ihrer Replik auf die Interpellationsantwort des Regierungsrates hält sie heute Dienstag fest: «Als Schwachstelle der Studie ist die Messstelle in Döttingen zu sehen.» Bis zu dieser Messtelle habe die Surb bereits das Wehntal durchflossen, wo intensiv Gemüsebau betrieben werde.

Ein paar Kilometer bachabwärts, im oberen Surbtal, sei die Surb Vorfluter von zwei ARA-Anschlüssen. «Und schliesslich entleeren sich die Hänge des Weinbaugebietes Tegerfelden in die Surb, bevor diese dann in die Aare fliesst“, so Andermatt. Eine «grobe Zuordnung der möglichen Auslöser für die starke Pestizidbelastung» sei so unmöglich. «Ohne die Verursacher zu kennen wird es nicht möglich sein, einen Aktionsplan aufzustellen, welcher schon kurz- oder mittelfristig Wirkung zeigt», hält Andermatt fest.

Sie fordert – auch im Namen der Gemeinde Lengnau, der Umweltkommission Surbtal und der Landwirtschaftskommission – detailierte Messungen der Pestizidbelastung an verschiedenen Stellen der Surb, um herauszufinden, wo genau das Problem liegt. «Es geht nicht darum, die Schuldigen zu finden», hält die SP-Grossrätin fest.

Vielmehr wolle sie erreichen, dass man «die möglichen Einflussgebiete etwas enger abstecken und so gezielt Massnahmen ergreifen». «Ich bin mit der Antwort erst zufrieden, wenn der Kanton zusammen mit den Gemeinden als ARA-Betreibende, der betroffenen Landwirtschaft und dem Gartenbau das Problem lösen wird.»

Das Wasserforschungsinstitut der ETH (Eawag) hatte in seiner Untersuchung über fünf Fliessgewässern in ebenso vielen Kantonen aufgezeigt, dass in mehreren von diesen grosse Pestizid-Rückstände vorliegen.

Einziges untersuchtes Aargauer Gewässer war die Surb: Der Bach entspringt im zürcherischen Wehntal und mündet in Döttingen im Zurzibiet kurz vor dem Naturparadies des Klingnauer Stausees in die Aare. Bei 11 Pestiziden lag die Menge über den Grenzwerten der Gewässerschutzverordnung. Die Forscher vermuteten, dass die gefundenen Pflanzenschutzmittel zur Hauptsache aus der Landwirtschaft stammen.