Bad Zurzach
Passender Spender für Cynthia gefunden: Leukämiekrankes Mädchen darf hoffen

Für die an Leukämie erkrankte Cynthia aus Bad Zurzach wurde in Deutschland ein passender Spender gefunden. Sollte sich der Treffer bewahrheiten, warten zwar noch einige Stufen bis zur Transplantation – doch für die 15-Jährige ist es ein grosser Schritt nach vorne.

Daniel Weissenbrunner
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Kopie von Solidaritätsfest Cynthia
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Rund 800 Gäste nahmen am Event teil. Der gesamte Erlös geht an die Familie, der wegen Cynthias Krankheit hohe Kosten anfallen.
Beim Solidaritätsfest für Cynthia haben Rita Caldas, Wirtin des Clubhauses Barz, und zahlreiche Helferinnen und Helfer aus dem Umfeld des SC Bad Zurzach und der portugiesischen Gemeinschaft der Region alles gegeben.

Kopie von Solidaritätsfest Cynthia

Lovey Wymann

Das Schicksal der 15-jährigen Cynthia bewegt die Menschen weit über die Bezirks- und Kantonsgrenze hinaus. Beim Mädchen aus Bad Zurzach war Anfang April eine akute Leukämie diagnostiziert worden. Die Nachricht löste in den sozialen Netzwerken eine riesige Solidaritätswelle aus. In ihrem Wohnort Bad Zurzach war die Betroffenheit ebenfalls gross. An einer Veranstaltung zur Unterstützung der Familie erschienen über 800 Personen – und im Spital Leuggern, wo Cynthia in die Notaufnahme kam, kündigte der leitende Arzt eine Registrieraktion an, ebenfalls mit entsprechendem Echo.

Bei der zuständigen Swiss Blood Stems Cells, die im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit die Registrierung für Blutstammzellenspender beaufsichtigt, hat sich seit Bekanntwerden von Cynthias Geschichte die Zahl an möglichen Spendern verdreifacht. Vor allem im Bezirk Zurzach und im süddeutschen Raum habe man einen signifikanten Anstieg verzeichnet.

Spender aus Deutschland

Vergangene Woche erreichte Cynthia nun die erfreuliche Nachricht: Wie aus dem Umfeld der Familie zu vernehmen ist, hat man für das Mädchen früher als erwartet einen passenden Spender gefunden, der zu hundert Prozent den Anforderungen für eine Transplantation entspreche. «Wir sind überglücklich und hätten nie geglaubt, dass es so schnell gehen könnte», sagt Rita Caldas, die mit der Familie befreundet ist und sie tatkräftig unterstützt. Beim Spender soll es sich um einen jungen Mann aus Deutschland handeln, der sich erst vor kurzem registriert hat.

Bei Blutspende Schweiz, das die Datenbank für Blutstammzellenspender führt, darf man aus Datenschutzgründen keine Angaben über einen möglichen Spender machen, wie es auf Anfrage heisst. «Wir sind aber zuversichtlich, dass wir eine Person für eine Knochenmarktransplantation für Cynthia finden», sagt Rudolf Schwabe. «In rund zwei Dritteln der Fälle, wo eine Suche gestartet wird, kommt es zu einer tatsächlichen Spende», so der Direktor von Blutspende Schweiz. Dass der Spender aus dem Nachbarland stammen könnte, sei weniger überraschend, so Schwabe. «Deutschland verfügt über das grösste Register weltweit.» Er weist aber darauf hin, sollte sich im Fall von Cynthia der Treffer tatsächlich bewahrheiten, dass noch einige Stufen warten.

Dennoch dürften sich die Aussichten für die junge Frau verbessert haben. Die Chance, dass ein Patient oder eine Patientin mit einer lebensbedrohlichen Blutkrankheit durch eine Blutstammzellspende geheilt werden kann, liegt statistisch bei 55 Prozent. «Bei gewissen Krankheiten kann man sogar von einer Heilungschance von 90 Prozent ausgehen», erklärt Rudolf Schwabe. Auch bei Kindern seien die Heilungschancen hoch. «Bei 40 bis 80 Prozent der transplantierten Patienten verläuft die Behandlung erfolgreich.»

Aktion geht weiter

Erfreut über die jüngste Entwicklung zeigt sich auch Manfred Gartner, der Arzt aus dem Spital Leuggern, der Cynthias Geschichte ins Rollen gebracht hat. Übermorgen organisiert er zusammen mit Blutspende Schweiz die gross angelegte Registrieraktion für eine Knochenmarkspende. Er hofft, dass die guten Neuigkeiten von Cynthia die Leute nicht von einer Teilnahme abhalten. «Wir wollen einen Beitrag im Kampf gegen Leukämie leisten.» Jedes Jahr gibt es in der Schweiz rund 1000 Neuerkrankungen. Davon im Schnitt jede Woche ein bis zwei Kinder. «Es wäre daher bedauerlich, am Anlass nicht zu erscheinen. Und bestimmt auch nicht im Sinne von Cynthia.»