NLB-Handball
Trotz Verletzungspech: Endingen holt mit den letzten Kräften einen Punkt

Im Spitzenspiel der Nationalliga B trennen sich Handball Endingen und Fortitudo Gossau mit einem gerechten 31:31.

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Endingens Rok Maric (l.) gelangen fünf Tore und viele gewonnene Verteidigungsaktionen.

Endingens Rok Maric (l.) gelangen fünf Tore und viele gewonnene Verteidigungsaktionen.

Pedro Gisin

Im Spitzenspiel dieser NLB-Runde traten die Endinger mit einem arg dezimierten Team gegen ihren Tabellennachbarn aus Gossau an. Trotzdem wollten sie ihrem treuen Publikum zeigen, dass mehr in ihnen steckt, als sie letzte Woche gegen Stans abgeliefert haben.

Das Spiel entwickelte sich tatsächlich zum erwartet harten Kampf, in dem bis zur letzten Minute mit allen Mitteln um die Punkte gerungen wurde. Die Zuschauer verwandelten das GoEasy in einen Hexenkessel und verliehen Handball Endingen zusätzliche Motivation, um dem ebenbürtigen Gegner Paroli zu bieten.

Sowohl Endingen wie auch Gossau konnten während der Partie in Führung gehen, kein Team schaffte es aber, sich entscheidend abzusetzen. In den Schlussminuten entwickelte sich darum ein Krimi, welcher am Ende mit einem gerechten Unentschieden endete.

Erneut holpriger Beginn für das Heimteam

Der TSV Fortitudo Gossau legte in den ersten Minuten mit einem 2:0 vor und den Zuschauern im GoEasy kamen böse Erinnerungen an die letzte Begegnung, wo am Anfang des Spiels ebenfalls lange Zeit eine Null auf dem Konto der Endiger stand. Zoltan Majeri musste verletzungsbedingt auf verschiedene Spieler verzichten, was sich vor allem im Aufbau zeigte, wo die Endinger mit Müh und Not eine konkurrenzfähige Linie stellen konnten.

Nach 15 Minuten erarbeiteten sich die Ostschweizer mit Hilfe ihres Torwarts Gabor Busa (ex-Endingen) einen 3-Tore-Vorsprung. Die Surbtaler glichen aber postwendend wieder aus. So verlief das hart umkämpfte Spiel bis zur 29. Minute (14:14) ausgeglichen.

Das Heimteam lief offensichtlich auf dem Zahnfleisch und verabschiedete sich mental eine Minute zu früh in die Kabine. Dies nutzte Fortitudo Gossau eiskalt aus und schoss noch zwei Tore zur Pausenführung von 14:16. Diesen Schock mussten die Aargauer zuerst einmal verdauen und sich in der Kabine neu formieren.

«Wir wollen diesen Sieg! Wir wollen diesen Sieg!»

Die Endinger mussten nun diesem Zwei-Tore-Rückstand hinterher rennen, was dem dezimierten Kader viel Kraft abverlangte. Zum Pech kommt dann meistens noch Unglück dazu: Ivan Koncul hatte erneut muskuläre Probleme im Oberschenkel und konnte grosse Teile der zweiten Halbzeit nicht mehr eingreifen. Simon Huwyler, gelernter Kreisläufer, übernahm für ihn im rechten Rückraum.

Wenig später wurde Lukas Riechsteiner im Gesicht getroffen, konnte aber mit Schmerzen weiterspielen. Als dann Noah Grau am Flügel, dem zu spät die Lücke schliessenden Verteidiger auf den Fuss trat und umknickte, dachten viele in der Halle, schlimmer kann es nun wirklich nicht mehr kommen.

Als nächster war Yannick Mühlebach dran, welcher bei einem Durchbruch so stark am Kopf getroffen wurde, dass er ebenfalls benommen das Spielfeld verlassen musste. In dieser Phase hätte man sich auf Endinger Seite gewünscht, dass die eine oder andere Strafe mehr ausgesprochen worden wäre.

Zum Glück erkannte das Publikum, wie das junge Handball Endingen Team trotz vielen Widrigkeiten alles in die Partie reinwarf und bis zum Schluss kämpfte. Lautstark wurde jede Angriffsaktion angefeuert und die Verteidigung zum Kämpfen aufgefordert. Ein richtiger Hexenkessel begann sich im GoEasy zu formieren. In der 46. Minute, beim Stand von 22:26 für Gossau, nahm Trainer Majeri sein letztes Timeout und rief seinen Jungs mehrmals zu: «Wir wollen diesen Sieg! Wir wollen diesen Sieg!»

Zwei Spieler verloren, ein Punkt und viel Sympathie gewonnen

Tatsächlich schafften es die Endinger, bis zur 57. Minute auf 30:30 auszugleichen. Nun war alles möglich, wer mehr Wille aufbringen konnte, würde diese Partie gewinnen. Vielleicht waren es die Worte von Trainer Majeri, vielleicht die lautstarke Unterstützung des Publikums, oder ein zur Höchstform auflaufender Filip Begic, der als einziger noch Tore aus dem Rückraum schiessen konnte. Die Schlussminuten waren an Dramatik nicht zu überbieten und die beiden Teams konnten je noch einen Treffer zum Schlussstand von 31:31 schiessen.

Ein Handball-Abend der Extraklasse ging zu Ende und für die Trainer Majeri und Spuler beginnt nun das Kopfzerbrechen, welche Spieler langsam aus der Verletzungspause zurückkehren werden und mit welcher Aufstellung das nächste Spiel geplant werden kann. Die Nationalmannschaftspause kommt für Handball Endingen nun gerade zum richtigen Zeitpunkt.

Das nächste Meisterschaftsspiel folgt am Samstag, 13. November, um 19.00 Uhr in Kreuzlingen.

Endingen – Fortitudo Gossau 31:31 (14:16)
GoEasy, Station Siggenthal, 350 Zuschauer.
Endingen: Dario Ferrante, Lars Gross; Ivan Koncul (6), Lukas Riechsteiner (6), Filip Begic (11), Yannick Mühlebach, Seya Grau, Christian Riechsteiner, Simon Huwyler (2), Noah Grau, Rok Maric (5), Yves Mischler, Olufemi Onamade (1).
Bemerkungen: Nino Grzentic, Marco Giovanelli, Leandro Lüthi, Justin Larouche (alle verletzt)

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