NLB-Handball
Endingen verliert gegen Schlusslicht Solothurn in letzter Sekunde – und rutscht auf Platz 7 zurück

Die NLB-Handballer haben nun schon vier Meisterschaftsspiele in Serie nicht gewinnen können. Beim Heimspiel gegen Solothurn wurden sie auf dem falschen Fuss erwischt.

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Endingens Goalie Dario Ferrante zeigt mit einer Quote von 35 Prozent parierter Würfe eine gute Leistung.

Endingens Goalie Dario Ferrante zeigt mit einer Quote von 35 Prozent parierter Würfe eine gute Leistung.

zvg/Pedro Gisin

Das Team von Handball Endingen hat gegen die SG TV Solothurn einen Abend zum Vergessen eingezogen: Das Spiel ging in der Schlusssekunde noch mit 31:32 verloren.

Die Surbtaler machen sich mit dieser Leistung das Leben selbst schwer. Das Team läuft nun Gefahr, den Anschluss an die Spitzenteams in der Tabelle zu verlieren.

Endingen hat damit die letzten vier Meisterschaftsspiele nicht gewonnen. Das Team rutscht in der Tabelle auf Rang 7 ab und weist 3 Punkte Rückstand auf den STV Baden auf, der Platz 2 belegt.

Zuletzt hatte Handball Endingen noch beim Cup-Wochenende mit einem Sieg gegen NLB-Konkurrent STV Baden und einer starken Leistung bei der Niederlage gegen den HSC Suhr Aarau aufhorchen lassen.

Inexistente Abwehr in erster Halbzeit

Die erste Halbzeit war geprägt von einem schnellen Spiel, bei dem die Angreifer beider Mannschaften ihre Tore ohne grosse Gegenwehr erzielen konnten. Lars Gross, der im Endinger Tor beginnen durfte, bekam fast keinen Ball zu fassen. Er wurde, von seiner in der ersten Halbzeit inexistenten Verteidigung, mehrheitlich im Stich gelassen.

Die 240 Zuschauer im GoEasy bekamen zwar viele attraktive Tore zu sehen, doch dies dürfte weder für die Trainer Zoltan Majeri noch für Martin Prachar ein schönes Zusehen gewesen sein, da beide rasch erkannten, dass ihre Teams in der Defensivarbeit nicht auf der Höhe waren.

Die Endinger konnten sich in der 15. Minute mit fünf Toren absetzen und führten auch in der 23. Minute noch mit 4 Toren. Aber die jungen Solothurner sind sich in der laufenden Meisterschaft gewöhnt Rückstände zu verkraften und liessen den Kopf nie hängen. Kurz vor der Pause glich Dylan Brandt wieder aus.

Florian Leitner hilft Handball Endingen am linken Flügel aus, solange wie Noah Grau verletzt ist.

Florian Leitner hilft Handball Endingen am linken Flügel aus, solange wie Noah Grau verletzt ist.

zvg/Pedro Gisin

Es fehlte der Killerinstinkt

Die Pause und die mahnenden Worte von Zoltan Majeri schienen ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben: Die Deckung stand nun bedeutend solider, was auch Dario Ferrante im Endinger Tor zu mehreren schönen Paraden verhalf. Die beiden Teams lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen – keine Mannschaft konnte sich mit mehr als einem Tor absetzen.

In der 38. Minute erzielte der Endinger Ivan Koncul das 24:23. Danach folgte eine Torflaute von elf Minuten bei den Surbtalern. Erst in der 49. Minute konnte Christian Riechsteiner (6/6), der heute sichere Penaltyschütze, zum 25:26 einnetzen.

Endingens Goalie Dario Ferrante zeigt mit einer Quote von 35 Prozent parierter Würfe eine gute Leistung.

Endingens Goalie Dario Ferrante zeigt mit einer Quote von 35 Prozent parierter Würfe eine gute Leistung.

zvg/Pedro Gisin

Unterdessen musste Femi Onamade mit einer rot-blauen Karte das Feld verlassen und bei den Endingern spürte man nach vielen Fehlschüssen und technischen Fehlern die Unsicherheit wachsen. Ganz anders bei Solothurn: Der 19-jährige Torhüter Fabio Brändle lief zu Hochform auf, feuerte sein Team lautstark an und gab seinen jungen Kollegen mit jeder Parade mehr Sicherheit und Hoffnung.

Bis zur 58. Minute spielte sich Endingen einen 2-Tore-Vorsprung heraus, kam sogar wieder in Ballbesitz und hätte die Möglichkeit gehabt, die Zeit in Ruhe herunterzuspielen. Es folgten aber überhastete und unvorbereitete Abschlüsse, so dass Basil Zeltner in der Schlussminute zum vermeintlichen Schlussresultat von 31:31 ausgleichen konnte. Es sah aus nach einem verlorenem Punkt nach einem schlechten Spiel. Doch es kam anders.

Nach dem letzten Schuss von Nino Grzentic, den der überragende Solothurner Torhüter Brändle hielt, ging etwas unter, dass die beiden Schiedsrichter Hardegger noch nicht abgepfiffen hatten. Die enttäuschten Endinger versanken bereits in der Analyse, was in diesem Spiel falsch gelaufen ist und warum man gegen den Tabellenletzten einen wichtigen Punkt hergeben musste.

Es gab einen Freiwurf beim Tor des Gegners, weit weg vom Endinger Gehäuse, und noch 4 Sekunden waren zu spielen.Die Endinger rückten zu wenig weit vor, so dass Aellen 10 Meter vor dem Tor den Ball tatsächlich noch an Verteidiger und Goalie vorbeibrachte zum 32:31-Sieg für den Tabellenletzen aus Solothurn.

Matchtelegramm

Handball Endingen – SG TV Solothurn 31:32 (20:20)

GoEasy, Station Siggenthal, 240 Zuschauer
Schiedsrichter: Linus Hardegger, Simon Hardegger
Handball Endingen: Dario Ferrante, Lars Gross; Lukas Riechsteiner (1), Filip Begic (1), Rok Maric (6), Justin Larouche (2), Olufemi Onamade (3), Nino Grzentic (5), Yves Mischler, Seya Grau, Christian Riechsteiner (6/6), Ivan Koncul (5), Florian Leitner (2), Patrick Mathys.
Bemerkungen: Noah Grau, Marco Giovanelli, Leandro Lüthi, Yannick Mühlebach (alle verletzt)

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