Bahnhof-Namenswechsel
Niederweningen-Schneisingen? Volk, es ist an Euch

Wenn die Gemeinde Schneisingen 100'000 Franken investieren würde, könnte der Bahnhof Niederweningen in Bahnhof Niederweningen-Schneisingen umbenannt werden. Doch lohnt sich das? Der Kommentar.

Nadja Rohner
Nadja Rohner
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Der Bahnhof Niederweningen, zurzeit finden hier Bauarbeiten statt.

Der Bahnhof Niederweningen, zurzeit finden hier Bauarbeiten statt.

Dieter Minder

Wir begrüssen Sie in der S-Bahn nach Oerlikon–Niederweningen-Schneisingen.» Klingt gut, oder? Jeder Pendler kann sie auswendig, diese SBB-Zugdurchsagen. Wir hätten keine Ahnung, wo «Seen» liegt, wenn nicht die S12 einmal pro Stunde von Brugg in ebendiesen Stadtteil von Winterthur fahren würde. Weil es die Endhaltestelle ist, prangt «Seen» in Leuchtlettern am Zug und schallt den Fahrgästen ins Ohr. Eine queer durch das Limmattal gondelnde Werbetafel. In Seen muss man nicht gewesen sein – aber die Aargauer kennen den Namen und wissen, wo es liegt.

Diesen Werbeeffekt könne auch Schneisingen haben. Dass eine Namensänderung des Endbahnhofs Niederweningen in «Niederweningen-Schneisingen» von SBB und Bund bewilligt würde, ist wahrscheinlich. Aber die Gemeinde müsste bis zu 100'000 Franken hinblättern, damit «Schneisingen» an Zügen, in Fahrplänen, auf Anzeigetafeln im grossen «Züri» aufgeführt wird. Der Gemeinderat hat abgewogen und sich angesichts der angespannten Finanzlage gegen die Investition entschieden. Das ist nachvollziehbar, aber schade.

Die meisten Schneisinger wussten allerdings nicht, dass die Umbenennung überhaupt in Betracht gezogen worden war. Am 29. Mai tagt die Gemeindeversammlung. Dann schlägt die Stunde des Stimmbürgers, der das Thema mit einem Antrag wieder aufs Tapet bringen kann. Aus Sicht des Standortmarketings würde Schneisingen auf jeden Fall stark von einer «offiziellen» S-Bahn-Haltestelle profitieren. Die 100'000 Franken wären gut angelegt.

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