Niederweningen
Nach fast 130 Jahren: Das «Weisse Kreuz» wurde abgerissen – bald beginnt der Bau der neuen Wohnblocks

Das Niederweninger Restaurant wurde abgebrochen, um Platz für 18 neue Wohnungen zu schaffen. Die Liegenschaft ist seit 1897 im Besitz der Familie Utzinger.

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Das frühere Restaurant ist bereits verschwunden.

Das frühere Restaurant ist bereits verschwunden.

Valentin Hehli

Seit fast 130 Jahren ist das ehemalige Restaurant Weisses Kreuz in Niederweningen im Besitz der Familie Utzinger. Anfang Januar wurde das wohl 1858 im sogenannte Bernerstil erbaute Gebäude abgebrochen. Denn: 18 Miet- und Eigentumswohnungen kommen auf drei Mehrfamilienhäuser verteilt auf der 3400 Quadratmeter grossen Fläche zu stehen.

Der Spatenstich ist im November vorgesehen, wie die Zeitung Zürcher Unterländer berichtet. Mit rund einem Jahr Verspätung kann Anfang nächsten Jahres mit dem Bau des Gebäudes begonnen werden. Bis Mitte 2023 könnten die Wohnungen bezugsbereit sein.

Seit 1. Januar 1897 betreibt die Familie Utzinger das Restaurant Weisses Kreuz. Bis 2013 wirteten Jakob und Ruth Utzinger-Zeller, dem Urenkel von Jakob Utzinger Erb, der die Liegenschaft 1894 erworben hatte. Danach führte der ehemalige Koch das Restaurant noch fünf Jahre weiter. Als kein Nachfolger für die Pacht gefunden werden konnte, entschloss sich Jakob Utzinger, das gesamte Inventar zu verkaufen und das Restaurant abzubrechen, um Platz für Neubauten zu machen. Noch immer wohnt er mit seiner Frau auf der anderen Strassenseite in einem Einfamilienhaus.

Eventuell bleibt Teil der alten Liegenschaft erhalten

Sein Schwiegersohn Frank Lehmann, der im Immobiliengeschäft tätig ist, hätte das «Weisse Kreuz» gerne gerettet und in die Überbauung integriert. «Aufgrund der Bausubstanz wären sehr hohe Investitionen nötig gewesen», sagte er gegenüber dem «Zürcher Unterländer». «Das hätte sich nicht gelohnt.»

Und der zuständige Architekt Markus Müller von L3P Architekten AG aus Regensburg ergänzte, dass das Restaurant quer auf dem Grundstück gestanden sei, weshalb weitere Häuser gar keinen Platz gehabt hätten.

So sehen die Blöcke aus, welche auf dem Grundstück zu stehen kommen.

So sehen die Blöcke aus, welche auf dem Grundstück zu stehen kommen.

Visualisierung/zvg

Damit die drei nun geplanten Mehrfamilienhäuser mit 3,5- und 4,5-Zimmer-Wohnungen den ortsüblichen Gegebenheiten entsprechen, musste der Architekt zuerst einige Herausforderungen meistern. So grenzen die dreigeschossigen Blöcke an ein Einfamilienhausquartier – was möglichst flache Giebeldächer erfordert.

Auch müssen sämtliche Räume hindernisfrei sein – Maisonettewohnungen sind deshalb keine vorgesehen. Der Ausbau erfolgt nach Minergiestandard, zudem sind Erdwärme und auf dem Dach eine Fotovoltaikanlage vorgesehen.

Möglicherweise bleibt der Eingang zum ehemaligen Gewölbekeller mit der Jahreszahl 1870 an der Ostseite des Grundstücks erhalten. Frank Lehmann dazu: «Vielleicht kann dieser Teil irgendwo integriert werden.»

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