Full-Reuenthal
Neuer Kapellen-Glanz kostet eine stattliche Summe

Die Renovationsarbeiten an der Kapelle in Full sollten ursprünglich 80'000 Franken kosten. Doch dann kam nach und nach ein Rattenschwanz an Mängeln ans Licht. Und noch immer fehlt eine beachtliche Summe für die Renovation.

Andreas Fretz
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Kapellen-Sanierung Full
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So sieht es in der Kapelle aus.
So sieht es in der Kapelle aus.

Kapellen-Sanierung Full

zvg

An Ostern fand in der Kapelle Full der letzte Gottesdienst statt. Der nächste, so Gott will, ist für den Palmsonntag terminiert. Während knapp einem Jahr müssen die Kirchgänger von Full-Reuenthal in die Nachbargemeinde Leuggern pilgern. Grund: In der Kapelle Full sind umfangreiche und dringende Renovationsarbeiten im Gange. «Die 1795 von den damaligen Einwohnern selbst erbaute Kapelle ist in einem schlechten Zustand und wurde früher teils unsachgemäss renoviert», sagt Albert Schmid vom Kapellenverein Full.

Die letzte grössere Renovation fand 1995 statt. Doch verglichen mit den jetzigen Arbeiten war sie ein Klacks. «Zunächst rechneten wir mit Investitionen von 80'000 Franken», sagt Albert Schmid. Doch dann offenbarte sich ein Rattenschwanz an Mängeln, der die Kosten in himmlische Sphären trieb. «Wir sind bei einem stolzen Betrag von 500'000 Franken angelangt, beim Anblick dieser Zahl lief es mir kalt den Rücken runter», sagt das Vorstandsmitglied des Kapellenvereins.

Unter der erfahrenen Leitung von Architekt Castor Huser aus Baden und in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege wird diesmal die Sache professionell angegangen. Schmids Vorfreude auf den Tag, an dem sich die Tore wieder öffnen, ist jetzt schon gross. Die offizielle Einweihung findet an Auffahrt, dem 5. Mai, statt. «Das wird eine schöne Sache», ist er überzeugt, «und weil alles fachmännisch angegangen wurde, sollten wir nachher etwas Ruhe vor neuerlichen Sanierungsarbeiten haben.»

Auf Spender und Gönner angewiesen

Die 500'000 Franken sind allerdings eine beachtliche Summe. Die Kosten trägt der Kapellenverein. «Wir sind aber dringend auf Spender und Gönner angewiesen», sagt Albert Schmid. Zwar sei man auf gutem Wege, aber es fehle noch ein ordentlicher Batzen. Für alle Interessierten findet an diesem Samstag von 10 bis 12 Uhr ein Tag der offenen Baustelle statt. Der Kapellenverein und der Architekt werden vor Ort Informationen und Antworten auf Fragen geben. Im Anschluss wird ein Apéro aufgetischt.

Natürlich hofft der Kapellenverein, auf diesem Weg einige neue Spender für das denkmalgeschützte Gotteshäuschen zu finden. Den im Zuge der laufenden Sanierung wurde schon viel getan und muss noch viel getan werden. So wurden die Aussenmauern mit einem Kiesbett versehen, damit die feuchte Fassade endgültig der Vergangenheit angehört. Sie erhält einen neuen Anstrich und die demontierten Butzenglasfenster werden aussen mit einer neuen Schutz- und Isolierverglasung versehen. Das Dach muss entgegen früheren Annahmen komplett neu eingedeckt werden und neue Rinnen werden künftig das Wasser gezielt ableiten. Die fehlenden Schindeln und defekten Schallläden am Zwiebelturm werden ersetzt oder repariert und anschliessend wird das ganze Holzwerk neu gestrichen.

1795 wurde die Kapelle durch den Leuggemer Pfarrer Delévieleuse mit bischöflicher Erlaubnis zu Ehren des heiligen Johannes Nepomuk eingeweiht. Der heilige Johannes Nepomuk, dessen Verehrung im 18. Jahrhundert grosse Verbreitung fand, ist Patron der Flösser, Müller, Schiffer und Brücken, der Beichtväter und Priester. Er wird vor allem gegen Verleumdungen angerufen.

Das total verrostete Turmkreuz hat braune Spuren auf dem Kupferdach hinterlassen und erhält einen neuen, wetterfesten Korrosionsschutz und wird wieder in neuem Glanz erstrahlen. Die Eingangstüre und das Vordach sind in einem desolaten Zustand und bedürfen dringender Reparatur- und Ausbesserungsarbeiten. An den Innenwänden muss der Putz teilweise bis auf eine Höhe von 1,5 m komplett bis aufs Mauerwerk abgeschlagen und neu aufgezogen werden. Der Zustand der Decke ist schlechter als erwartet. Bis auf die Rondelle in der Mitte muss der ganze Gips abgeschlagen werden. Die elektrische Installation ist alt und mangelhaft und muss den heutigen Vorschriften angepasst werden. Im gleichen Atemzug wird die Heizung erneuert und mit einer automatischen und energiesparenden Steuerung versehen.

Die Eingangstüre wird mit einer automatischen Schliessanlage ausgerüstet und die Innenbeleuchtung muss erneuert werden. Der Estrichboden ist neu isoliert und der Dachstock heruntergeputzt worden, einzelne Balken müssen ersetzt oder verstärkt und teilweise mit Holzschutzmittel behandelt werden. Die Seitenaltäre mit den grossen Bildern werden im Atelier Link in Niederlenz fachmännisch renoviert, konserviert und aufgefrischt. Einzelne Teile mit morschen Holz- oder maroden Spanplatten werden neu angefertigt und ergänzt. Die Maserierung ist zum Teil unfachmännisch und wird derjenigen des Hauptaltars, welcher im Januar vor Ort aufgefrischt wird, angepasst. Auch die Stationenbilder erfahren eine sanfte Auffrischung.

Tag der offenen Baustelle: Samstag, 5. Dezember, 10–12 Uhr. Infos für Spenden: www.kapelle-full.ch

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