Würenlingen
Neue Turnhalle und mehr Räume: Schulanlage Weissenstein soll wachsen

Die Schülerzahlen in Würenlingen werden steigen. Das Dorf braucht deshalb neue Schulräume und eine Turnhalle. Eine Dreifachhalle war 2013 bei einem Referendum gescheitert. Nun soll eine Zweifachhalle her.

Nadja Rohner
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Beim Schulhaus Weissenstein soll zusätzlicher Schulraum geschaffen werden. (Archiv)

Beim Schulhaus Weissenstein soll zusätzlicher Schulraum geschaffen werden. (Archiv)

Michael Hunziker

Würenlingen ist von rund 3000 Einwohnern im Jahr 1990 auf heute knapp 4500 Einwohner angewachsen. Der Gemeinderat rechnet damit, dass die Gemeinde in 15 Jahren gar rund 5000 Einwohner zählt – die noch verfügbaren Baulandreserven lassen diese Schätzung zu. Das Wachstum bringt höhere Schülerzahlen mit sich: Heute gehen in Würenlingen 480 Kinder zur Schule, in naher Zukunft werden es gegen 600 sein. Klar ist: Die Gemeinde kommt nicht darum herum, demnächst neue Schulbauten zu erstellen.

Die Entwicklung des Dorfes und die Schulreform 6/3 habe Schulpflege und Gemeinderat vor zwei Jahren veranlasst, die Schulraumplanung an die Hand zu nehmen. Unterstützt wurden sie dabei von der Firma Metron AG. Am Montagabend stellte der Gemeinderat den Schlussbericht vor. «Bei einer raschen Entwicklung steht der Faktor Zeit im Vordergrund», sagte Gemeindeammann André Zoppi. «Um den benötigten Schulraum rechtzeitig zur Verfügung zu haben, müssen schon sehr bald Kredite gesprochen werden.»

Patrick Zimmermann, Ressortvorsteher Schule im Gemeinderat, ging auf die Details der Schulraumplanung ein: «Man darf sagen, dass wir das meiste von unserem Geld für die Schule ausgeben», sagte er. Die nächste grosse Ausgabe dürfte der neue Dreifachkindergarten an der Gartenstrasse sein, inklusive Tiefgarage mit etwa zwei Dutzend öffentlichen Parkplätzen. Der Architekturwettbewerb sei abgeschlossen, das Siegerprojekt wolle man im Juni präsentieren, so Zimmermann. Der Gemeinderat werde an der nächsten Wintergemeindeversammlung den Baukredit beantragen, sodass bestenfalls Mitte 2016 mit dem Bau begonnen werden kann.

Das Wachstum der Bevölkerung und der Schule sowie das rege Vereinsleben in Würenlingen bringt einen grösseren Sporthallen-Bedarf mit sich. Schon seit längerer Zeit ist die Hallensituation unbefriedigend. Ein Neubau muss also her, das ist im Schlussbericht festgehalten. Daran ändert auch die Umnutzung des GoEasy in Station Siggenthal in ein Sportzentrum nichts. Allerdings sei der Gemeinderat zum Schluss gekommen, dass es nun keine Dreifach-Ballsporthalle mehr brauche. Einem solchen Projekt war 2013 in einer Referendumsabstimmung der Riegel geschoben worden – es sei eine Nummer zu gross für Würenlingen, sagten damals die Gegner.

Auch der Gemeinderat sieht das heute aufgrund der neuen Entwicklungen in Station Siggenthal so: «Würenlingen braucht keine Arena zur Durchführung grösserer Turniere oder ähnlicher Anlässe mehr», sagte Patrick Zimmermann. «Diese werden künftig im GoEasy stattfinden.» Für den Schul- und Vereinssportbetrieb brauche es längerfristig lediglich noch eine zusätzliche Doppelturnhalle. Damit könne man die bestehenden Hallen entlasten. Gegenüber einer Dreifachhalle koste die Doppelhalle drei bis vier Millionen Franken weniger; der Gemeinderat rechnet mit rund 9,3 Millionen Franken.

Neubau ist billiger als Anbau

Im Schlussbericht zur Schulraumplanung ist auch festgehalten, dass der Standort Schulhaus Dorf an seine Kapazitätsgrenzen gestossen ist, auch in Sachen Pausenraum. Da laufe aber bereits ein Projekt, um die Situation zu verbessern, so Zimmermann. Die Oberstufe werde zudem durch den Wechsel auf 6/3 entlastet, was Raum für die Unter- und Mittelstufe schaffe. Im Kindergartengebäude «Breite» befinde sich derzeit noch eine Kindergartenabteilung sowie seit 2013 die Tagesstrukturen. Diese werden künftig jedoch mehr Platz brauchen, so Zimmermann. Deshalb werde man den Standort Breite mittelfristig vollständig durch die Tagesstrukturen nutzen.

«Das heisst also: Bei der Schulanlage Weissenstein muss mehr Platz geschaffen werden.» Es brauche zusätzlichen Raum für vier Primarschulabteilungen und zwei Kindergartenabteilungen, plus diverse Gruppen- und Nebenräume. Man habe sowohl die Variante Neubau als auch einen möglichen Anbau an das bestehende Gebäude geprüft, sagt Gemeinderat Patrick Zimmermann. Die Anbau-Variante sei jedoch mit höheren Kosten und baulichen Risiken verbunden, zudem würde durch die Bauerei der Schulbetrieb gestört. Eine Neubau-Variante sei deshalb sinnvoller. Die geplante doppelte Ballsporthalle könnte dem Neubau angegliedert werden. Insgesamt rechnet der Gemeinderat mit Kosten von rund 23,1 Millionen Franken.

Und der Zeithorizont? «Wir haben das Schuljahr 2018/2019 vor Augen», sagt Zimmermann. «Bis dahin möchten wir den zusätzlichen Schulraum bereitgestellt haben.» Zur Entlastung der Investitionsrechnung sei es aber durchaus vorstellbar, die Sporthalle erst zwei bis drei Jahre später zu bauen.

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