Klingnau
Neue Poller bei Städtli-Engpässen – die Reaktionen könnten nicht unterschiedlicher sein

Bei den Eingängen zum Städtchen stehen seit kurzem mehrere Poller auf dem Rand zwischen Strasse und abgesenkten Trottoirs. Die Gemeinde erklärt die Gründe für die bauliche Massnahme.

Philipp Zimmermann
Merken
Drucken
Teilen
Poller im Städtchen Klingnau (7.3.2018)
5 Bilder
Die Gemeinde hat sie neben Restaurant- und Hauseingängen für eine erhöhte Fussgängersicherheit aufstellen lassen.
Vorne im Bild ein dritter Poller beim Engpass beim Restaurant Rosengarten.
Beim Schloss Klingnau, auf der anderen Städtli-Seite, befindet sich ein weiterer Poller, nahe bei einem Hauseingang.
Die Kosten für die drei Poller bei Engpässen bei den Restaurants Warteck und Rosengarten betragen 5000 Franken. Sie sind eine bauliche Massnahme im Rahmen der grossen Städtlisanierung.

Poller im Städtchen Klingnau (7.3.2018)

Philipp Zimmermann

Jahrzehntelang sorgte ein schmales Trottoir in den beiden Engpässen bei den Restaurants Warteck und Rosengarten dafür, dass Fahrzeuge bei der Ein- und Wegfahrt ins Städtchen nicht kreuzen konnten. Bei dessen Jahrhundertsanierung wurden die hohen Randsteine erst entfernt und ein abgesenktes Trottoir eingebaut. Wobei das Trottoir drei bis vier Zentimeter höher als die Strasse liegt und der schräge Randstein zirka 15 Zentimeter breit ist.

Nach der Einweihung im vergangenen September konnten sich Fahrzeuge in den Engpässen kreuzen. Damit war es vorletzte Woche vorbei. Die Gemeinde hat hier drei Poller aufstellen lassen, bei Ausgängen der beiden Restaurants und einer Liegenschaft. Beim Schloss auf der anderen Seite des Städtchens steht ein vierter Poller. Das sorgt für eine Debatte auf der Facebook-Seite «Klingnau heute und morgen».

Die einen sehen in den Pollern «eine Schikane» und «keinen zusätzlichen Nutzen, bezahlt von Steuergeldern». Eine Gewerbetreibende gibt dagegen zu bedenken: «Es gab schon diverse Vorfälle, bei denen Fussgänger beinahe angefahren wurden.» Vor Ort stören sich einige Passanten, welche die AZ befragt, nicht an den Pollern. Im Gegenteil. «Eine gute Sache», lobt sie eine Klingnauerin.

Höhere Verkehrssicherheit

Auf Anfrage erklärt Gemeindeschreiber Rolf Walker, die Poller seien im Rahmen der Städtli-Sanierung gesetzt worden. Aufgrund der Aussensanierung der «Warteck» und witterungsbedingt sei dies später als ursprünglich geplant geschehen. Walker begründet die Poller mit der erhöhten Verkehrssicherheit: «Sie dienen dem Schutz der Fussgänger.»

Beim Kreuzen sei das Befahren der Trottoirs zwar erlaubt, allerdings nur, wenn keine Fussgänger dort seien und die Geschwindigkeit reduziert werde. In der pollerlosen Zeit habe sich «die Notwendigkeit der Poller bestätigt. Fahrzeuge fuhren beim Kreuzen in den Engpässen über die Trottoirs, ohne die Geschwindigkeit zu drosseln».

Kosten von 5000 Franken

Die Strasse sei nun geringfügig schmaler; als Kompromiss für die Bedürfnisse von Autofahrern und Fussgängern, sodass ein normaler Kinderwagen auf dem Trottoir neben den Pollern vorbeikommt. Feuerwehrautos oder Lastwagen können die Engpässe problemlos passieren. Grundsätzlich sollen die Poller das ganze Jahr über stehen bleiben. Bei Bedarf sind sie aber abmontierbar, etwa falls Bahnersatzbusse über einen längeren Zeitraum durchs Städtchen verkehren müssten. Die Kosten für die drei Poller bei den Rosengarten- und Warteck-Engpässen betragen 5000 Franken.

In der Nähe liegt der Polizeiposten. «Unser Eindruck ist, dass die Leute nun vorsichtiger durch die Engpässe fahren», sagt René Lippuner, Chef der Regionalpolizei Zurzibiet. Die Repol sei aber, wie üblich bei baulichen Massnahmen auf Gemeindestrassen, nicht involviert gewesen.