Hochrhein
Neue Konzession: Wasserkraftwerk Reckingen will zweite Turbine aufrüsten

Nach 91 Jahren braucht das Kraftwerk Reckingen eine neue Konzession. Diese wurde nun beantragt. Ziel ist, die Stromproduktion um sechs Gigawattstunden zu erhöhen.

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Das Wasserkraftwerk Reckingen steht am Rhein an der deutsch-schweizerischen Grenze.

Das Wasserkraftwerk Reckingen steht am Rhein an der deutsch-schweizerischen Grenze.

wikipedia.com

Die Kraftwerk Reckingen AG (RKR) hat ein Gesuch um Erneuerung der Konzession per 2020 gestellt. Nach 91 Jahren läuft die bestehende Konzession aus. «Die Gesellschaft beabsichtigt, das Kraftwerk auch weiterhin zu betreiben und nachhaltigen Strom aus Wasserkraft zu produzieren», teilt die RKR mit.

«Weil das Kraftwerk am Rhein an der deutsch-schweizerischen Landesgrenze liegt, musste die RKR sowohl beim Regierungspräsidium Freiburg als auch beim Bundesamt für Energie einen Antrag für eine Neukonzessionierung stellen», sagt Betriebsleiter Thomas Häfeli. Da es sich um eine deutsche AG handle, laufe die Konzessionsvergabe nach deutschem Verfahren.

Moderate Leistungssteigerung

Das RKR hat die bestehenden Anlagen überprüfen lassen. Aufgrund der Kriterien «technische Machbarkeit», «Wirtschaftlichkeit» und «ökologische Verträglichkeit» wurde entschieden, die bestehenden Anlagen zu optimieren. Das Potenzial der Wasserkraft sei in der Schweiz bereits weitestgehend genutzt.

«Auch die deutsche Seite hat im Rahmen der Energiewende ein Interesse an der Optimierung der bestehenden Anlagen», heisst es in der Mitteilung der RKR. So will die RKR «zur Energiewende gesteckte Ziele beider Länder auf sanfte Weise unterstützen und die Ausbauwassermenge des Kraftwerkes auf 600 m pro Sekunde steigern».

Betriebsleiter Häfeli: «Mit der neuen Konzession soll die Menge Wasser, welche die Turbinen pro Sekunde verarbeiten können, um 20 Kubikmeter pro Sekunde erhöht werden.» Pro Jahr würde dies etwa sechs Gigawattstunden Strom mehr bringen. Dazu müsste man aber die Turbine 2 technisch aufrüsten. Wie viel das kosten würde, kann Häfeli noch nicht sagen – das hänge von den genauen Konzessionsbedingungen ab.

Konzessionsgebiet bis Eglisau

Die Kraftwerk Reckingen AG hat bereits Gespräche mit den umliegenden Gemeinden und den involvierten Umweltverbänden geführt. Als Nächstes stehen Gespräche mit interessierten Gemeinderäten sowie umfassende Umweltuntersuchungen an. Letztere werden in Jahr 2015 durchgeführt und durch eine ökologische Begleitkommission, in der verschiedene Behörden, Gemeinden und Verbände versammelt sind, begleitet.

Das Konzessionsgebiet der RKR reicht auf Schweizer Seite von Rekingen bis zum Kraftwerk Eglisau. Auf diesem Abschnitt ist die RKR auch für den Uferunterhalt zuständig. (NRO)

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