Unteres Aaretal
Naturzentrum am Klingnauer Stausee befindet sich im Endspurt

Während die Wintergäste wie die attraktiven Spiessenten am Stausee eintreffen, wird beim Birdlife-Naturzentrum durch Mitarbeiter des Forstamts Villigen die Bepflanzung ausgeführt.

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Die Spiessente trifft in ihrem Winterlager am Klingnauer Stausee ein. zvg

Die Spiessente trifft in ihrem Winterlager am Klingnauer Stausee ein. zvg

Beni Herzog

Zurzeit treffen die Wintergäste am Klingnauer Stausee ein. Viele Wasservögel wie Schell-, Spiess- und Löffelenten kommen aus ihren Brutgebieten im hohen Norden, um hier zu überwintern. Manchmal finden sich darunter auch seltenere Gäste wie Rohrdommel, Zwergsäger, Sterntaucher, Blässgans oder Singschwan. Solange der Stausee nicht komplett zufriert – und das ist eigentlich nie der Fall –, finden sie genügend Nahrung, um den Winter zu überstehen.

Auch am Birdlife-Naturzentrum wird während der Winterzeit gearbeitet. Neben dem Ausbau und der Erweiterung des Besucherzentrums mit der Ausstellung liegt das Augenmerk vor allem auf einer attraktiven und naturnahen Gestaltung der Umgebung. Zuerst wurde der bisher gerade Bachlauf renaturiert. Dann erfolgte der Abtrag von nährstoffreichem Boden auf der ganzen Fläche, um eine blumenreiche Feuchtwiese mit mehreren eingestreuten, kleineren Tümpeln anlegen zu können.

Der Klingnauer Stausee im Porträt: Die Bevölkerung des Unteren Aaretals weiss nur zu gut, dass man in der Naturperle die Seele baumeln lassen kann.
29 Bilder
Der Klingnauer Stausee aus der Vogelperspektive. Das Naturzentrum ist auf der Kleindöttinger Seite (im Bild links) geplant.
Promotoren des Naturzentrums: Kathrin Hochuli, Geschäftsführerin Birdlife Aargau, Werner Müller, Geschäftsführer Birdlife Schweiz, und Simon Egger, Leiter Sektion Natur und Landschaft beim Kanton Aargau, (v.l.) auf dem Aussichtsturm beim Klingnauer Stausee.
Der Blick über den Klingnauer Stausee von Döttingen her.
Für Vogelkundler (Ornithologen) ist der Klingnauer Stausee ist Begriff – man trifft sie fast täglich hier an.
Zuletzt sorgte der Klingnauer Stausee mehrfach für Schlagzeilen, weil wegen der Verlandung (durch angeschwemmte Sedimente) viel Material ausgebaggert werden soll.
Das Wasserkraftwerk Klingnau: Es produziert pro Jahr durchschnittlich rund 225 Gigawattstunden (GWh) elektrische Energie. Das entspricht dem Verbrauch von 50'000 Haushalten. Es ist im Besitz eines Konsortiums von Axpo und AEW Energie AG.
Blick auf das Vogelparadies Klingnauer Stausee von Kleindöttingen her. Klingnau liegt auf der anderen Seeseite.
Rund um den Klingnauer Stausee mit dem Velo unterwegs – das ist problemlos möglich.
Blick auf den Klingnauer Stausee mit Döttingen (links), Klingnau (Mitte) und dem AKW Leibstadt (im Hintergrund).
Der Klingnauer Stausee gilt als Naturparadies.
Den Weg rund um den Stausee nutzen auch viele Freizeitsportler – gerade an sonnigen Tagen.
Beliebt: Schwände und Enten füttern am Klingnauer Stausee.
Schwäne und Enten auf einer Insel im Klingnauer Stausee.
Zwei junge Rauchschwalben warten einträchtig auf die Mutter mit dem Futter.
Der letzte Atemzug – bevor der kleine Frosch im Rachen des Graureihers verschwindet.
Eine Rostgans geniesst das Bad im Klingnauer Stausee...
..., wie auch dieses Bild zeigt.
Seltener Gast. Ein Löffler rastet am Klingnauer Stausee.
Für seinen Zurzibiet-2015-Kalender hat der Zurzacher Zeichner Andreas Güntensperger dieses Bild vom Klingnauer Stausee mit Döttingen im Hintergrund gezeichnet.
Weisse Pracht: Ein Seidenreiher auf der Jagd am Klingnauer Stausee.
Auf Klingnauer Seite befindet sich das Naturschutzgebiet Machme, wo Wasserbüffel zeitweise leben und grasen.
Ein Alpenstrandläufer am Klingnauer Stausee auf Futtersuche.
Einfach schön: Die Skyline am Klingnauer Stausee.
Eine Anlegestelle mit einem Boot der Klingnauer Pontoniere. Sie trainieren allerdings nicht auf dem Stausee, sondern unterhalb des Wasserkraftwerks.
Eine der vielen gefiederten Schönheiten am Naturparadies: Eine Kolbente (Männchen).
Blick vom Winzerdorf Döttingen auf Reben, Klingnau und den Klingnauer Stausee.
An Silvester findet alljährlich der Gippinger Stauseelauf statt: Hunderte Läufer nehmen jeweils daran teil.

Der Klingnauer Stausee im Porträt: Die Bevölkerung des Unteren Aaretals weiss nur zu gut, dass man in der Naturperle die Seele baumeln lassen kann.

Der nächste Schritt war das Anlegen der beiden Teiche: Jener beim Naturzentrum, der den Besucherinnen und Besuchern offen steht, und jener im hinteren Teil des Grundstücks, wo zwei Brutwände für den Eisvogel entstehen. Aus einer Beobachtungshütte (Hide) kann man den schönen Vogel beobachten, wenn er dereinst dort brütet. Der Hide wird im Rahmen eines Lehrlingsprojektes von fünf lokalen Firmen erstellt.

Weiter wurde eine grosse, lange Holzbeige errichtet, die als Sichtschutz zu benachbarten Gebäuden und Brutplatz für Wildbienen dient.

Einheimische Pflanzen

Zurzeit wird die Bepflanzung mit Bäumen und Sträuchern durch das für dieses Gebiet zuständige Forstamt Villigen ausgeführt. Revierförster Oliver Frey erklärt: «Für die Bepflanzung verwenden wir nur einheimische Sträucher und Bäume aus einer Forstbaumschule. Die Zeit Anfang Winter ist hierfür ideal.» Er zeigt auf einen Umgebungsplan, auf dem die unterschiedlichen Heckentypen und Einzelbäume eingezeichnet sind. Da gibt es eine Fruchthecke mit Pfaffenhütchen, Liguster, Gemeinem und Wolligem Schneeball, Vogelbeere sowie eine Dornenhecke mit Sand-, Weiss- und Schwarzdorn, Berberitze und Wildrosen. Diese werden den Singvögeln in der Umgebung als Nahrungsquelle, Versteck und Brutplatz dienen. Unter den zu pflanzenden Einzelbäumen stehen Elsbeere, Speierling, Traubenkirsche, Feldahorn und Silberweide auf der Liste.

Bereits am 25./26. Mai 2019 wird das Naturzentrum mit einem Fest für die ganze Bevölkerung eröffnet – bis dahin bleibt aber noch viel zu tun. (AZ)