Leuggern
Nach vielen Stunden im Hobbykeller gings endlich an die Flugshow

Am A.L.K.-Flugtag in Leuggern demonstrierten die Modellflieger ihre Leidenschaft und ihr Können.

Hans Christof Wagner
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Modelflugtag Leuggern
14 Bilder
Fest im Griff - Michael Stürmers Finger an der Fernsteuerung.
Senkrecht und nur knapp über dem Boden stand diese Maschine.
Klein aber voller Technik sind die modernen Fluggeräte im Miniaturformat.
Michael Stürmer macht seine Focke-Wulf 190 für den Start bereit.
Grössenunterschied - Anton Laube, Veranstalter des 13. A.L.K-Flugtages.
Bei den Modellbauern muss jedes Detail stimmen.
Michael Stürmers Focke-Wulf wird gleich abheben.
So manche Bruchlandung mussten die Modellflieger auch hinnehmen
Souverän - Christoph Kobel aus Donzhausen (TG, rechts) steuerte sein Modell und erklärte den Zuschauern dabei auch noch alle Manöver.
Zahlreiche Helikopter-Modelle waren am Wochenende am Boden und in der Luft zu bestaunen.
Auch jugendliche Piloten waren am Wochenende in Leuggern am Start.
Das Team der Modellfluggruppe Koblenz-Glattal war auch mit einem Jet nach Leuggern gekommen.
Eingenebelt - dieser Pilot liess es bei seiner Show ordentlich rauchen.

Modelflugtag Leuggern

Hans Christof Wagner

«Das wird mich nicht mehr loslassen, mein Leben lang», sagt Michael Stürmer, Modellflieger aus Koblenz. Am Samstag zeigte er neben vielen weiteren Piloten sein Können beim A. L. K.-Flugtag. Stürmer ist seit 35 Jahren angefressen von etwas, das er schon nicht mehr als Hobby, sondern als Leidenschaft bezeichnet. Ein zehnköpfiges Team ist mit ihm in Leuggern auf dem Platz, und diese Kameradschaft findet Stürmer toll. Aber er ist der einzige in der Modellfluggruppe Koblenz-Glattal, der bei Flugschauen an den Start geht.

Mit dem Modell im Massstab 1:4, einer Focke-Wulf 190 aus dem Zweiten Weltkrieg, will er die Zuschauer beeindrucken. Ein Sternmotor mit 23 PS kann das Modell auf bis zu 220 Kilometer pro Stunde beschleunigen. Stürmer wirft ihn manuell an, bevor er die Propellermaschine über den Köpfen der Zuschauer in den Himmel steigen lässt. Er sagt von sich: «Ich bin eher einer, der weniger als mehr Technik in seine Modelle steckt.» 26 davon hat er zuhause herumstehen. Wenn er nach Feierabend für viele Stunden in den Hobbykeller verschwindet, akzeptiert das seine Partnerin. Der Bastler: «Allein in die Focke-Wulf habe ich mehr als 1200 Arbeitsstunden gesteckt. ‹Ready to fly› ist nicht so mein Ding.»

«Ready to fly» meint den Trend im Modellbau, von dem auch Anton Laube von A. L. K. Modellbau & Technik aus Würenlingen, Veranstalter des Flugtags, berichtet. Es sind Modelle, die man nur aus der Packung holt und losfliegt. Versprechen zumindest die Hersteller. Aber um seine Maschine vom Boden aus jederzeit voll im Griff zu haben, dreidimensional zu denken, braucht es schon mehr. Und die Piloten, die aus der Schweiz, Holland, Deutschland, Österreich und Italien nach Leuggern gekommen sind, wollen den Zuschauern ja auch etwas bieten. Aber Michael Stürmer ist ein zu alter Hase im Geschäft, um dabei noch nervös zu sein. Mal lässt er den kleinen Jäger ganz tief über den Platz donnern, mal ganz weit oben kreisen. Beifall kommt auf, nachdem er die Maschine sicher runtergebracht hat.

Im Team macht sich Erleichterung breit. Aber noch steht die Feuertaufe des Jets, den Stürmer auch nach Leuggern mitgebracht hat, bevor. Mit Tempo 340 kann er diesen durch die Lüfte rasen lassen. Wie bei einem Grossen steckt auch hier eine Turbine im Rumpf, die für den nötigen Schub sorgt. Michael Stürmer und sein Team wissen: Mit dem Super-Puma-Helikopter der Swiss Air Force wird es am Sonntag so richtig brummen. Der Helikopter der Superlative sorgte denn auch am zweiten Flugtag für den Höhepunkt der Show.

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