Koblenz
Nach Übernahme: Fast 100 Giroflex-Mitarbeiter können aufatmen – Fragezeichen bei Produktion

Koblenz bleibt auch in Zukunft Giroflex-Standort. Wie viele der 130 Stellen am Hauptsitz erhalten bleiben, ist allerdings noch unklar.

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Das ist der Standort von Bürostuhl-Hersteller Giroflex Hier in Koblenz, wenige hundert Meter vom Grenzübergang zu Waldshut (D), befindet sich der Hauptsitz und Produktionsstandort von Giroflex. Im Jahr 1972 eröffnete hier Albert Stoll eine Fabrik, die im Laufe der Jahre zu einem Traditionsbetrieb wurde. 
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Hier befindet sich der Eingang. 200 Mitarbeitende beschäftigt das Unternehmen zurzeit (Juli 2017), 130 an diesem Hauptstandort, 50 weitere bei der Tochter Espisa, die sich auch in Koblenz befindet.
Im Juli 2017 hat der norwegische Möbelkonzern Flokk das Koblenzer Traditionsunternehmen übernommen.
Giroflex in Koblenz
Hier befindet sich auch ein Fabrikladen.
Hier befindet sich auch ein Fabrikladen.
Die Warenannahme von Giroflex.
Werbeplakat von Giroflex neben dem Produktionsort und Hauptsitz an der Kantonsstrasse, die viel befahren wird und die zum Grenzübergang Koblenz-Waldshut führt.
Wenige hundert Meter vom Giroflex-Standort entfernt befindet sich die Grenze zu Deutschland (Waldshut-Tiengen). Ein Drittel der Belegschaft wohnt im deutschen Raum.

Das ist der Standort von Bürostuhl-Hersteller Giroflex Hier in Koblenz, wenige hundert Meter vom Grenzübergang zu Waldshut (D), befindet sich der Hauptsitz und Produktionsstandort von Giroflex. Im Jahr 1972 eröffnete hier Albert Stoll eine Fabrik, die im Laufe der Jahre zu einem Traditionsbetrieb wurde. 

Philipp Zimmermann

Bis Ende Jahre wollte der norwegische Möbel-Konzern Flokk entscheiden, ob der Giroflex-Standort in Koblenz erhalten bleibt. Das hatte dieser bei der Übernahme des traditionsreichen Aargauer Bürostuhlherstellers im Juli kommuniziert. Nun ist klar: Zumindest Vertrieb, Forschung und Entwicklung sowie Marketing bleiben im Aargauer Grenzdorf. Eine Fragezeichen steht nach wie vor hinter der Produktion. Hier will sich das Unternehmen für seine Analyse drei weitere Monate nehmen, bis der Entscheid gefällt wird und klar ist, ob ein Teil ins Ausland verlagert wird. Das berichtet das Regionaljournal Aargau-Solothurn von SRF. Damit ist der Verbleib von drei Viertel der Stellen, also knapp 100, in Koblenz gesichert.

Das Urmodell von 1926 der Federdreh mit «Nereg».
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Mit Federung, vier Füssen und vier Rädern ein Federdreh-Modell aus dem Hause Albert Stoll & Co. aus den Dreissigerjahren.
1970er Sanft zur Wirbelsäule, gut für die Arbeitsmoral.
Modernster Komfort der Bürostuhl Giroflex 353.
Giroflex-Bürosthühle

Das Urmodell von 1926 der Federdreh mit «Nereg».

Keystone

Werksleiter Renato Hirrlinger sieht den längeren Zeitbedarf für die Analyse als positives Signal. «Das zeigt, dass wir von der Effizienz her durchaus konkurrenzfähig sind mit anderen Betrieben», sagt er zum Regionaljournal. Im Moment investiere das Unternehmen "extrem viel Geld in die Verkaufs- und die Marketingstruktur, um den Bekanntheitsgrad der Marke wieder zu stärken". Hirrlinger ist "sehr zuversichtlich für die Marke Giroflex. Im Juni hatte Giroflex-CEO Frank Forster keine Standortgarantie für Koblenz geben wollen.

Giroflex gilt als Produzent von hochwertigen Bürostühlen und hat 2016 rund 46 Millionen Franken Umsatz erzielt. 100'000 Stück werden jährlich in Koblenz hergestellt. 90 Prozent von diesem erzielt das Unternehmen in der Schweiz, Deutschland, Österreich sowie in den Niederlanden und Belgien. 200 Mitarbeiter beschäftigt Giroflex, 180 in Koblenz, wobei 50 davon die Tochter- und Zulieferfirma Espisa betreffen. Das Werk des Kunststoffspritzguss-Spezialisten befindet sich auch in Koblenz, am anderen Dorfende. Der Grundstein von Giroflex hatte Albert Stoll I. 1872 mit einer Stuhlfabrik in Koblenz gelegt. Der Markenname Giroflex, der auf die Erfindung des Federdreh von 1926 zurückgeht, wurde 1947 eingeführt. Flokk erzielte zirka 150 Millionen Franken Umsatz pro Jahr und hat weltweit 620 Mitarbeitende. (pz)

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