Kleindöttingen
Nach Pleite: Interessent bietet 160'000 Franken für ZKD-Kundendaten

Ein unbekannter Interessent bietet einen ansehnlichen Batzen für die immateriellen Güter der Pleite-Firma ZKD Büromöbel AG. Diese will den bestmöglichen Preis herausholen und hofft, dass die 160'000 Franken noch überboten werden.

Nadja Rohner
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Die ZKD Büromöbel AG ging laut Mitteilung «nach starken Wachstumsschritten und gescheiterten Finanzierungsbemühungen trotz vollen Auftragsbüchern in Konkurs».

Die ZKD Büromöbel AG ging laut Mitteilung «nach starken Wachstumsschritten und gescheiterten Finanzierungsbemühungen trotz vollen Auftragsbüchern in Konkurs».

Chris Iseli/AZ

Am 21. April hat die Kleindöttinger Traditionsfirma ZKD Büromöbel AG nach über 50 Betriebsjahren ihre Bilanz deponiert (az berichtete). Gleichentags eröffnete das Bezirksgericht Zurzach den Konkurs über die Gesellschaft. Rund 100 Mitarbeitende verloren ihren Job.

Nun ist beim Konkursamt Aargau in Brugg ein Kaufangebot eingegangen. Konkursverwalter Roland Laube bestätigt, dass ein Interessent für 160 000 Franken sämtliche immateriellen Wirtschaftsgüter der ZKD kaufen will – also Kundendaten, Anleitungen, Pläne, Kalkulationen und Ähnliches.

Um wen es sich beim Kaufinteressenten handelt, darf der Konkursverwalter nicht sagen. Das Angebot kann aber noch überboten werden, ein entsprechender Aufruf wurde am Freitag im Schweizerischen Handelsamtsblatt und im kantonalen Amtsblatt publiziert.

Die Eingabefrist für weitere Angebote endet am 1. Juni. «Die Zeit drängt», sagt Konkursverwalter Laube auf Anfrage. Insbesondere der Kundenstamm verliere rapide an Wert, je mehr Zeit nach dem Konkurs verstreiche.

Denn: Die ZKD-Kunden – darunter grosse Player wie ABB oder Coop – werden sich nach einem anderen Lieferanten für Büromöbel umschauen. Wer auch immer die immateriellen ZKD-Güter übernimmt, muss den Kunden möglichst bald Angebote machen können.

Dass überhaupt jemand Kaufinteresse zeigt, sei an sich nicht ungewöhnlich, sagt Laube. Es handle sich in diesem Fall aber um ein sehr faires Angebot, das die Konkursverwaltung unter Vorbehalt von möglichen höheren Angeboten auch akzeptiert habe.

Dass der Interessent bereit sei, so viel zu zahlen, hänge sicherlich damit zusammen, dass die ZKD und ihre Produkte einen sehr guten Ruf genossen. «Wir müssen aber den bestmöglichen Preis herausholen und geben mit der Publikation des Kaufangebots weiteren Interessenten die Chance, die 160 000 Franken zu überbieten.»

Löhne sind noch ausstehend

Wie hoch die Forderungen der ZKD-Gläubiger sind, weiss auch Laube derzeit noch nicht. Bis zum 22. Juni können die Gläubiger ihre Forderungen im Verfahren geltend machen.

Sicher ist: Es stehen noch Lohnzahlungen aus. Wie viele, sagt das Konkursamt nicht. Dem Vernehmen nach sind zumindest bei einem Teil der rund 100 Mitarbeiter die Löhne für März und April nicht ausbezahlt worden.

Die ehemaligen ZKD-Angestellten haben aber gute Chancen, das Geld zu erhalten, wenn auch verspätet. «Die Angestellten haben in Zusammenarbeit mit dem ZKD-Personalbüro einen Antrag auf Insolvenzentschädigung gestellt», erklärt Laube.

«Das heisst, die Angestellten erhalten alle bis zum Konkursdatum offenen Lohnforderungen als Insolvenzentschädigung von der Arbeitslosenkasse.» Für die Zeit nach dem Konkursdatum bis zu einer Wiedereinstellung zahlt die Arbeitslosenversicherung.

Neben den immateriellen Gütern der ZKD werden im Laufe des Konkursverfahrens auch die materiellen – also der Maschinenpark und die Immobilien – verkauft und Debitorengelder eingezogen.

Aus dieser Konkursmasse begleicht man dann die Schulden. Als Erstes werden die Lohnforderungen und die Schulden bei der Pensionskasse bezahlt. Erst wenn diese beglichen sind, kommen die Sozialversicherungen wie AHV, Suva oder Krankenkassen zum Zug.

Bleibt dann noch Konkursmasse übrig, geht dieses Geld an alle anderen Gläubiger, zum Beispiel Lieferanten, Steuerämter oder Banken.

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