Klingnau
Nach der Fusions-Depression befindet sich das Städtchen «im Aufwind»

Die neue Legislatur steht für den Klingnauer Gemeinderat unter dem Stern grosser Projekte. In diesem Jahr stehen grosse Feierlichkeiten zum 775-Jahr-Jubiläum bevor. Vor einem Kampf steht die Gemeinde wegen der Neukonzessionierung des Kraftwerks.

Philipp Zimmermann
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Im Städtchen Klingnau steht die Sanierung der Wasserleitungen an. Zugleich soll das Städtchen neu gestaltet werden.

Im Städtchen Klingnau steht die Sanierung der Wasserleitungen an. Zugleich soll das Städtchen neu gestaltet werden.

PZ

Der Gemeinderat Klingnau hatte auf die Fusion mit der Nachbargemeinde Döttingen gehofft und einiges auf den Zusammenschluss ausgerichtet. Nach dem Döttinger Nein befand sich die Gemeinde ein wenig in einer «Fusions-Depression», wie Ammann Peter Bühlmann am Feierabendgespräch am Dienstag im Schloss vor zirka 30 Personen ausführte.

Hinzu kamen mehere Abgänge und Ausfälle auf der Gemeindeverwaltung. Mittlerweile ist das Team wieder fast komplett. «Unsere Angestellten sind gut und motiviert», so Bühlmann.

Einzig die Bauverwalterstelle ist nach wie vor verwaist. Der Markt an solchen Kräften ist ausgetrocknet. Die Baugesuche werden zurzeit extern bearbeitet. Der Gemeinderat will aber in absehbarer Zeit einen neuen Versuch lancieren und die Stelle wieder ausschreiben, zumal die Bautätigkeit laut Bühlmann so gross wie noch nie sei.

775 Jahre werden gefeiert

Als Motto für die neue Legislatur hat der Gemeinderat bewusst «Klingnau im Aufwind» gewählt. Dieses Jahr feiert das Städtchen sein 775-Jahr-Jubiläum. Zwei Grossanlässe sind geplant: am 6. September eine Grenztour, eine Wanderung der Gemeindegrenze entlang mit einigen Zückerchen. Am 26. Dezember, also genau 775 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung im Tauschvertrag Ulrich von Klingens mit dem Kloster Sankt Blasien, wird der Geburtstag offiziell gefeiert.

Die Sommergmeind wird über einen Kredit von 100 000 Franken befinden. Das sei aber ein Maximalbetrag, so Gemeinderätin Elvira Mrose, die zusammen mit Gemeinderat Stefan Zurbuchen dem OK im Co-Präsidium vorsteht. Ausserdem prüft die Gemeinde, sich für den renommierten Wakker-Preis vom Schweizer Heimatschutz zu bewerben.

Noch dieses Jahr sollen die Stimmbürger über die Städtlisanierung befinden. Für die Sanierung und Anbau der Propsteiturnhalle - ein grosses Anliegen der Vereine - hat sich eine Kommission gebildet. Gemeinderat Felix Lang ist optimistisch, das Projekt an der Wintergmeind vorlegen zu können. Nach wie vor will der Gemeinderat die Bezirksschule erhalten.

Zurzeit wird ein Standort zusammen mit Leuggern geprüft. Weiter sind am Chisweg Investitionen von einer Million Franken für grössere Entwässerungsleitungen nötig. In Vorbereitung sind auch Kredite für die Sanierung von Friedhofskapelle und Flüestrasse, eine der grossen Sammelstrassen hinauf zu Achenberg und Hönger.

Streitpunkt Binnenkanal

Axpo und AEW Enerige AG werden als neue Besitzer des Kraftwerks Klingnau für die Neukonzessionierung 2015 Umweltschutzauflagen berücksichtigen müssen. Streitpunkt ist für Klingnau der Binnenkanal. Die Gemeinde erachtet ihn als technisches Gewässer, die Naturschützer nicht.

Das ist deshalb wichtig, weil ein neues Bundesgesetz in Vorbereitung ist, laut dem bei Gewässern ein Uferabstand von 20 Metern für die Natur vorgesehen ist.

Das würde nicht nur in Klingnau, sondern auch auf der anderen Seeseite das Landwirtschaftsland zurückdrängen. Klingnau würde dadurch auch Land der Zone Freizeit und Sport verlieren.