Fussballplatz-Sanierung
Nach dem Aufstieg hofft der FC Koblenz auf Rückenwind an der Gmeind

Nach dem Aufstieg in die 2. Liga hoffen die Fussballer an der Gemeindeversammlung vom Mittwoch auf ein Ja. Es geht um ihren Fussballplatz.

Andreas Fretz
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Am letzten Mittwoch feierte der FC Koblenz die Rückkehr in die 2. Liga. Kann er an diesem Mittwoch nach der «Gmeind» erneut feiern?

Am letzten Mittwoch feierte der FC Koblenz die Rückkehr in die 2. Liga. Kann er an diesem Mittwoch nach der «Gmeind» erneut feiern?

Beim FC Koblenz reiht sich derzeit ein wichtiger Mittwoch an den anderen: Am 1. Juni fand die Vorinformation zur Gemeindeversammlung statt. Thema war das Bauprojekt des FC Koblenz. Am 8. Juni gelang der Mannschaft im Entscheidungsspiel gegen Entfelden der Aufstieg in die 2. Liga. Und am 15. Juni, erneut an einem Mittwoch, findet nun die Gemeindeversammlung statt. Dabei geht es um einen Kreditantrag in Höhe von 625'000 Franken. Mit diesem Geld soll das Spielfeld Eichhalde saniert werden.

«Ich hoffe sehr, dass wir durch den Aufstieg etwas Rückenwind und die eine oder andere Stimme mehr erhalten», sagt Vereinspräsident Roger Binder. «Denn die Sanierung ist eine Notwendigkeit.» Betroffen sind rund 110 Aktivmitglieder, davon 50 Junioren, die überwiegend aus der Gemeinde stammen.

Spielfeld ohne Garderoben

Die Infrastruktur auf der Eichhalde lässt zu wünschen übrig. Nicht nur der FC Koblenz, auch die Gästeteams und die Schiedsrichter leiden darunter. Unter anderem sind auf der Eichhalde keine Garderoben und sanitären Anlagen vorhanden. Umkleiden und Duschen ist nur in der Schulanlage möglich. In der Regel nehmen die Protagonisten dafür eine 800 Meter lange Autofahrt in Kauf. Als Alternative gibt es einen Fussmarsch durch das Wäldchen. Und selbst in der Schule befinden sich nur zwei Garderoben, die oft von anderen Sportvereinen benutzt werden.

Weiter erfüllt die Beleuchtung des Hauptplatzes die Normen des Aargauischen Fussballverbands nicht mehr. Die Flutlichter müssen 2017 ersetzt werden, damit weiterhin Abendspiele durchgeführt werden können. Ohne Abendspiele wäre ein Meisterschaftsbetrieb nicht möglich.

Der Gemeinderat sagt Ja

Bereits vor fünf Jahren hat der Verein die Projektierung in Angriff genommen, im steten Bestreben, die Kosten tief zu halten. Vorgesehen sind vier Garderoben mit gemeinsamer Dusche, ein Schiedsrichter- und Sanitätsraum, ein öffentliches WC und ein kleiner Abstellraum. Dazu kommen die Beleuchtung auf Haupt- und Trainingsplatz sowie die Planierung des Trainingsplatzes und von Parkplätzen.

Der FC Koblenz steigt in die 2. Liga auf Der Jubel ist gross bei den Koblenzern nach dem 2:1 im entscheidenden Aufstiegsspiel beim FC Entfelden.
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Impressionen vom Spiel
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Am letzten Mittwoch feierte der FC Koblenz die Rückkehr in die 2. Liga. Kann er an diesem Mittwoch nach der «Gmeind» erneut feiern?
Die Koblenzer waren zuversichtlich genug, um vor dem Entscheidungsspiel ein Aufstiegsshirt herstellen zu lassen.

Der FC Koblenz steigt in die 2. Liga auf Der Jubel ist gross bei den Koblenzern nach dem 2:1 im entscheidenden Aufstiegsspiel beim FC Entfelden.

ZVG/FC Koblenz

«Seit der Vorinformation weiss die Bevölkerung, wie wichtig das Projekt für den Verein ist», sagt Binder. Dennoch gab es auch kritische Fragen betreffend Betriebskosten und Finanzierung. Doch auch die Politik steht hinter dem FC: «Der Gemeinderat hat das Projekt geprüft und anerkennt die Notwendigkeit trotz schwieriger Finanzlage.» Der Gemeinderat empfiehlt, den Antrag an der «Gmeind» zu genehmigen.

Sport-Toto und Eigenleistungen

Wohl auch deshalb, weil ein Grossteil der Kosten nicht die Gemeindekasse belasten. Vom 625'000-Franken-Projekt übernimmt die Sport-Toto-Gesellschaft deren 239'375 Franken. Weiter erbringen die Mitglieder des FC Koblenz Eigenleistungen im Wert von 110'625 Franken. «Wir verfügen im Verein glücklicherweise über fast alle Berufe, sei es Gipser oder Sanitär, die es für die Arbeiten benötigt», sagt Binder. Unter dem Strich bleiben für die Gemeinde Kosten von 275'000 Franken.

Falls diese überschritten werden, fordert der Gemeinderat, dass sie vom FC Koblenz getragen werden. Die Einwohnergemeinde ist Bauherrin und die ganze Anlage Eichhalde bleibt zu 100 Prozent in ihrem Eigentum. Für die korrekte und rechtmässige Ausführung des Projekts ist der FC Koblenz zuständig.

Präsident Roger Binder rechnet damit, dass bei einem Ja an der «Gmeind» im Frühjahr 2017 mit den Arbeiten begonnen werden kann. «Zunächst müssen wir die Fristen für das Referendum und die Baubewilligung abwarten». Doch zuallererst hofft Binder, dass möglichst viele Mitglieder des FC Koblenz an der Gemeindeversammlung teilnehmen werden.

Aufstiegsspiele 2010: Als das Spielfeld verlängert wurde

Schon einmal musste Hand angelegt werden am Spielfeld Eichhalde. Vor den Aufstiegsspielen 2010 wurden die Vereinsverantwortlichen und der Gemeinderat von Funktionären des Aargauischen Fussballverbandes (AFV) darauf aufmerksam gemacht, dass die Länge des Spielfelds in der Eichhalde nur 89 Meter beträgt. Um die Heimspiele in der Aufstiegspoule zur 2. Liga nicht auf neutralem Terrain bestreiten zu müssen, musste das Spielfeld auf 90 Meter, also um mindestens einen Meter verlängert werden. Zur Sicherheit hat man den Platz gar auf 90,5 Meter verlängert. Weil der Sicherheitsabstand zu den Werbebanden ebenfalls zu kurz war, musste auch dieser auf beiden Seiten um je einen Meter verlängert werden. Die Koblenzer legten in der Not gleich selbst Hand an. Der Ballfänger wurde versetzt, Kirschbäume wurden gefällt und der Platz musste neu gezeichnet werden.