Siggenthal
Nach Brand: Holcim-Zementwerk produziert wieder mit Aktivkohlefilter

Das Werk Siggenthal hat vor kurzem die Zementproduktion mit dem Aktivkohlefilter wieder aufgenommen. Dieser wurde im Februar durch einen Brand stark beschädigt. Dank Vorkehrungen soll ein ähnlicher Zwischenfall künftig verhindert werden.

Fritz Thut
Merken
Drucken
Teilen
Links der Brand im Februar 2014 – rechts wie das Werk mit Kohlefilter (Mitte) aus anderer Perspektive aussieht.

Links der Brand im Februar 2014 – rechts wie das Werk mit Kohlefilter (Mitte) aus anderer Perspektive aussieht.

Kapo AG/Holcim

Dank der konventionellen Gasreinigungsanlage konnte das Werk während des Wiederaufbaus trotzdem produzieren. Diese Betriebsweise war mit dem Amt für Umwelt vom Kanton Aargau abgestimmt. „Dank der konventionellen Gasreinigung hatten wir keinen Produktionsausfall“, erklärte Simone Aebischer, die Werkleiterin des Zementwerks Siggenthal. Die geprüften Emissionswerte lagen während der Produktionszeit ohne Aktivkohlefilter unter den vorgegebenen Grenzwerten.

Während der jährlichen Revision im Zementwerk kam es am 16. Februar zu einem Glimmbrand im Aktivkohlefilter, der sich später zu einem offenen Feuer entwickelte. Das Feuer beschädigte das Gebäude und den Aktivkohlefilter so stark, dass letzterer abgestellt und komplett saniert werden musste.

Die Reparatur- und Wiederaufbauarbeiten des 55 Meter hohen Gebäudes haben insgesamt rund fünf Monate gedauert. Über die Höhe des Schadens gibt Holcim keine Auskunft.

Einzigartige Anlage

Als Ursache für den Glimmbrand wird die Selbstentzündung von Kohlestaub, wie er beim Abrieb entsteht, vermutet. Beim Wiederaufbau wurden die bestehende Stahlstruktur revidiert und alle Betriebseinrichtungen inspiziert und, wo nötig, repariert oder ersetzt.

Mit verschiedenen Massnahmen will die Holcim einen ähnlich gravierenden Zwischenfall verhindern. „Wir wollen die Bildung von Kohlenstaub verhindern“, so Werkleiterin Aebischer. Zudem wurden „Sicherheitselemente der neuesten Generation“ eingebaut, damit man „schneller reagieren kann“. Gemäss Aebischer erlauben zudem neue Schnellentladungsklappen, in einem Ereignisfall gezielt den Brandherd rasch auszutragen und zu löschen.

Die 1993 in Betrieb genommene Anlage mit dem total 720 Tonnen Aktivkohle enthaltenden Filter ist gemäss Aebischer einzigartig. Aktivkohle als Filterelement wird aber auch in anderen Industrien wie zum Beispiel in der Kehrrichtverbrennung eingesetzt.

Brand im Kohlesilo der Holcim im Siggenthal Station
3 Bilder
In diesem Kohlesilo brach der Glimmbrand aus.
Rot markiert das Kohlesilo, in dem es zum Glimmbrand kam.

Brand im Kohlesilo der Holcim im Siggenthal Station

Kapo AG