Lengnau
Nach 28 Jahren als Ammann ist Schluss: Kurt Schmid sagt «adieu»

An der Gemeindeversammlung von gestern Freitagabend ist Kurt Schmid mit schwungvollen Reden und sehr viel Applaus verabschiedet worden. Schmid amtete 28 Jahre als Ammann der Surbtaler Gemeinde – eine Leistung, die ihresgleichen sucht.

Angelo Zambelli
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Kurt Schmid verabschiedet sich zusammen mit seiner Frau Fränzi nach 28 Jahren als Gemeindeammann von Lengnau.

Kurt Schmid verabschiedet sich zusammen mit seiner Frau Fränzi nach 28 Jahren als Gemeindeammann von Lengnau.

Die Versammlung in der Mehrzweckhalle Rietwise war die letzte von 58 von Kurt Schmid geleiteten Gemeindeversammlungen. Seinem Nachfolger Franz Bertschi fiel die Ehre zu, Kurt Schmid im Namen aller Lengnauerinnen und Lengnauern für die grossartige Leistung zu danken und ihn mit einem Händedruck in den kommunalpolitischen Ruhestand zu verabschieden. Die 172 an der Versammlung anwesenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürger drückten ihre Hochachtung vor Kurt Schmids Engagement für das Dorf mit einem sehr, sehr langen Applaus aus.

Mit Kurt Schmid tritt ein Mann in den Hintergrund, der das Dorf massgeblich geprägt hat. Für seine Leistung erhielt er an der Sommer-Gemeindeversammlung 2011 das Ehrenbürgerrecht. Schmid war und ist nicht nur Politiker mit Leib und Seele, sondern auch Ehemann und Vater, Inhaber eines eigenen Treuhandbüros, Finanzexperte sowie Dirigent, Alphornbläser und Buchautor. Zusammen mit Leo Erne (Döttingen) gab er das Buch «Zurzibiet – Der Mensch im Mittelpunkt» heraus.

Meilensteine seiner Arbeit an der Spitze des Lengnauer Gemeinderates waren die Entwicklung des Dorfes zu einem attraktiven Wohnort, die Verleihung des Energiestadt-Labels, die Erarbeitung des kommunalen Leitbildes und vieles anderes mehr, das aufzuzählen einige A4-Seiten füllen würde.

Heiss und weniger heiss diskutierte Traktanden

Vor der Verabschiedung aber stand für Kurt Schmid die Arbeit: Die Traktandenliste enthielt einige harte Brocken. Ohne grosse Diskussionen genehmigt wurden der Voranschlag 2014 mit gleichbleibendem Steuerfuss von 109 Prozent, ein Kredit für vier weitere Teilprojekte der Perspektive Surbtal sowie der Kauf einer Parzelle in der öffentlichen Zone «Rietwise» für rund 1,3 Millionen Franken. Ebenfalls Zustimmung erhielten die Einbürgerung der Familie Liebl, die Teilrevision der Nutzungsplanung und das neue Personalreglement mit Einführung per 1. Januar 2014.

Emotionen entstanden erst bei der Vorlage eines Baukredits von 1,57 Millionen Franken für die Erschliessung der Bleiwiese und eines Baukredits 490 000 Franken, mit dem auf der Bleiwiese eine parkähnliche Begegnungszone mit Versammlungsraum und mit einem vom Kanton vorgeschriebenen Regenbecken realisiert werden soll. Offenbar liegen die Preisvorstellungen des Grundbesitzers und der Gemeinde so weit auseinander, dass eine Zwangsenteignung droht. Schliesslich genehmigte die Versammlung den Kredit mit 13 Gegenstimmen. Zustimmung erhielt auch der Kredit von 910 000 Franken für den Bau einer Abbiegespur auf der Kantonsstrasse, die ebenfalls im Zusammenhang mit der Erschliessung der Bleiwiese steht.