Zurzach
Museum zeigt Fahrzeuge aus Zeiten des Kalten Krieges

Full-Reuenthal Das Militär-Museum widmet den Armeen des Warschauer Paktes einen Grossanlass. Präsident Thomas Hug erklärt, was ihn am Kriegsmaterial der kommunistischen Staaten fasziniert.

Pirmin Kramer
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In Full-Reuenthal können Besucher Fahrzeuge der Armeen des Warschauer Paktes begutachten. ZA

In Full-Reuenthal können Besucher Fahrzeuge der Armeen des Warschauer Paktes begutachten. ZA

«Wir zeigen Fahrzeuge, Waffen und Uniformen, die manchen Besucher schaudern lassen», sagt Thomas Hug, Präsident des Vereins Militär- und Festungsmuseum Full-Reuenthal. Die Armeen des Warschauer Paktes stehen im Zentrum des Herbstanlasses am 8. und 9. September. «Alle Schweizer, die zu den Zeiten des Kalten Krieges Dienst geleistet haben, haben sich mit einem möglichen Angriff der Armeen des Warschauer Paktes befasst», erklärt Hug. Die Fahrzeuge, die eine ganze Dienstgeneration auf Fotos und in Filmen gesehen habe, könne nun in Full angeschaut und angefasst werden. Besucher dürfen auf einzelnen Fahrzeugen mitfahren.

Robust und betriebssicher

Das grösste Militärmuseum des Landes hat es sich zum Ziel gesetzt, neben Artefakten der Schweizer Armee auch Kriegsmaterial der Länder zu zeigen, die als Bedrohung für die Schweiz galten. In der Zeit des Kalten Krieges zählten dazu die Staaten des Warschauer Paktes: Dieses militärische Bündnis unter der Führung der Sowjetunion bildete von 1955 bis 1991 das Gegenstück zur Nato mit der Supermacht USA. Neben der UdSSR gehörten dem Warschauer Pakt Albanien, Bulgarien, Polen, Rumänien, die Tschechoslowakei, Ungarn und die DDR an.

Das Kriegsmaterial der Armeen des Warschauer Paktes bezeichnet Hug als faszinierend. «Es ist auf relativ einfache Art und Weise hergestellt worden und dennoch aussergewöhnlich robust und betriebssicher.» In Full stünden Fahrzeuge, die in der ungarischen Steppe jahrelang Wind und Wetter ausgesetzt gewesen seien, aber heute noch problemlos gestartet werden könnten.

Als Höhepunkt der zwei Ausstellungstage bezeichnet Hug eine Demonstration auf dem Aussengelände des Museums. Dabei wird der mechanisierte Angriff der «Mot-Schützen», der Nationalen Volksarmee der einstigen DDR, originalgetreu mit gepanzerten Fahrzeugen, Waffen und Uniformen gezeigt. Zu sehen gibt es am zweitägigen Anlass auch Fahrzeuge und Waffen anderer Armeen, zum Beispiel den russischen Kampfpanzer T-72 oder das Sturmgewehr Kalaschnikow. Panzer- und Fahrzeugdemonstrationen im Gelände sowie Rundfahrten für Besucher in gepanzerten Fahrzeugen werden ebenfalls angeboten.

Keine Kriegsverherrlichung

Die Absicht des Militärmuseums sei es in keinster Weise, den Krieg zu verherrlichen, betont Hug. «Aber Krieg gehört zur Geschichte des Menschen nun mal dazu, und das Militärmaterial ist ein Teil der Kulturgeschichte.»

20000 Menschen besuchen das Militärmuseum in Full-Reuenthal jedes Jahr, für den Herbstanlass rechnen die Organisatoren mit 5000 bis 7000 Besuchern. Rund 250 Helfer haben die Verantwortlichen für den Grossanlass am 8. und 9. September aufbieten können. Ein Shuttlebus ermöglicht den Besuch des Festungsmuseums Reuenthal. Der Eintritt kostet 12 Franken.