Rekingen
Mittagstisch: Die Lokomotive für die Zurzibieter Familien

Der Mittagstisch ist eines der Projekte des Zurzibieter Familienklubs – und es hat sich gut entwickelt. Jeweils am Montag, Dienstag und Donnerstag werden die Kinder bekocht.

Christine Fürst
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«Ich will Kuchen, ich will Kuchen», tönt es im Chor von der Theke her. Jedes Kind hat sich einen Dessertteller geschnappt und wartet ungeduldig auf sein Stück Erdbeerroulade. Und plötzlich kehrt Ruhe ein. Die Kinder löffeln sich die Roulade in den Mund. Daniel Hegenbart lacht. Er ist der Präsident des Zurzibieter Familienklubs, des Vereins, der auch den Mittagstisch in Rekingen organisiert. «Es freut uns, dass der Mittagstisch nun so gut angelaufen ist», sagt Hegenbart.

Jeweils am Montag, Dienstag und Donnerstag werden die Kinder in der Turnhalle bei der Primarschule bekocht. Heute gabs ein Klassiker: Flädlisuppe zur Vorspeise, Spaghetti bolognese mit Rüeblisalat und die besagte Erdbeerroulade.

Zwei Köchinnen wechseln sich jeweils ab und kochen zu Hause die Menüs vor. Im Schnitt nutzen acht bis zehn Kinder für 10 Franken pro Tag das Angebot des Mittagstisches. Der Mittagstisch wird von der Gemeinde Rekingen finanziell unterstützt und ist offen für Schüler vom Kindergarten bis zur vierten Oberstufe.

Inzwischen werden die Köchinnen für ihre Arbeit auch entlöhnt, zu Beginn arbeiteten sie noch ehrenamtlich für den Mittagstisch. Die fein säuberlich ausgeputzten Dessertteller liegen auf den Tischen, die Kinder toben sich in der Turnhalle aus und spielen mit Softbällen Fussball – nichts mit einer gemütlichen Mittagsruhe.

Einsatz für die Familien

Der Zurzibieter Familienklub wurde vor fünf Jahren gegründet, ein Jahr später übernahmen sie die Organisation des Mittagstisches. Der Vorstand besteht aus drei Personen: Neben dem Präsidenten Daniel Hegenbart engagieren sich Monika Zimmermann als Aktuarin und Michèle Fürst als Kassiererin. «Wir wollen etwas zu einer lebendigeren Gesellschaft in Rekingen beitragen», kommentiert Hegenbart.

Ziel sei es, Voraussetzungen zu schaffen, damit Familien etwas unternehmen können und das Zusammenleben in der Gemeinde solle gefördert werden. «Unsere ursprüngliche Idee war es auch, die Zurzibieter Gemeinden untereinander zu vernetzen – das braucht aber seine Zeit», sagt Monika Zimmermann.

Plötzlich kommt ein Junge angerannt und klettert völlig ausser Atem auf den Stuhl. Er hat Durst. Er packt die Sirup-Kanne und kippt mit viel Schwung den Inhalt in seinen grünen Plastikbecher. Leider ein bisschen zu schnell, es bildet sich ein kleiner Sirup-See neben dem Becher. In grossen Schlucken trinkt er den Inhalt, der es in den Becher geschafft hat, und rennt wieder davon. «Wir haben mit wenig angefangen – jetzt braucht es Durchhaltewillen», sagt der Präsident.

Der Zurzibieter Familienklub führt schon einige Veranstaltungen durch, die in der Gemeinde nicht mehr wegzudenken sind. Dies zeigte sich auch beim Christbaum-Recycling auf dem Chalchi-Areal: Kamen im letzten Jahr noch wenige Personen, waren es in diesem Jahr schon rund 50 Rekinger, die ihre Christbäume entsorgten und anschliessend am Feuer bei Wurst am Stecken den Abend genossen. Bald schon stehen auch die «Chesslette» am Schmutzigen Donnerstag (3. März) und der Kindermaskenball (5. März) an. «Wir sind die Lokomotive, die zieht und Angebote für Familien veranstaltet», sagt Hegenbart.

Ein Seifenkistenrennen in Zukunft

Für Hegenbart ist das Ziel klar: «Wir wollen noch mehr Mitglieder gewinnen.» Heute zählt der Verein rund 30 Mitglieder. Und in Daniel Hegenbarts Hinterkopf schlummert noch immer ein kleiner Traum: Als ehemaliger Rodel-Schweizer-Meister möchte er unter dem Familienklub irgendwann einmal in der Umgebung Rekingen ein Seifenkisten-Rennen veranstalten.

Oder mit dem Klub richtige Seifenkisten basteln. Noch ist die Idee am Schlummern – aber vergessen ist sie nicht.

Weitere Informationen zum Zurzibieter Familienklub sind im Internet unter www.zurzibieter.ch zu finden.