Kleindöttingen
Mit Eleganz fliegen sie in Windeseile über die Laufbahn

Hundehalter aus Österreich, Italien , Deutschland und der Schweiz sind nach Kleindöttingen gereist, um am International Derby im Windhund-Rennen teilzunehmen. Das Aargauer Dorf hat die einzige Sandbahn in der Schweiz für Hunderennen.

Philippe Neidhart
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In Kleindöttingen ist die einzige Sandbahn in der Schweiz für Hunderennen
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Nach dem Gewitter herrschen wieder ideale Rennbedingungen
Die Windhunde können den Start kaum erwarten
Achtung, fertig, los
Windhundrennen in Kleindöttingen
Der Jagdtrieb wird leicht geweckt
Nur noch wenige Meter
So kommt man leicht ins Gespräch

In Kleindöttingen ist die einzige Sandbahn in der Schweiz für Hunderennen

Philippe Neidhart

Unzählige Wohnwagen und Kleinbusse stehen vor der Hunde-Rennbahn - das Internationale Derby um die Goldene Siegerdecke und die Sandbahn-Meisterschaft stehen auf dem Programm. Aus Österreich, Italien und Deutschland sind Hundehalter angereist, um mit ihren Tieren gegen die Schweizer Konkurrenz zu bestehen. Organisiert wird der Anlass vom Windhund-Rennverein Kleindöttingen.

Immer dem Hasen nach

Angetreten wird in der Windhund-Champions League in verschiedensten Kategorien. So laufen die Hunde nach Rasse getrennt, bei hoher Teilnehmerzahl wird zusätzlich zwischen Rüden und Hündinnen unterschieden. An diesem Wettkampf messen sich 65 Tiere auf der ovalen Rennbahn.

Doch nach den beiden Vorläufen macht das Wetter dem Anlass ein Strich durch die Rechnung. Dunkle Wolken ziehen über die Rennbahn, Böhen fegen über die Wiese. Sekunden später setzen flutartige Regenfälle ein - es herrscht Weltuntergangsstimmung. Noch während der letzten Regentropfen wird die Bahn jedoch schon wieder auf Vordermann gebracht, und nach zwei Stunden ist man bereit für die Finaldurchgänge.

Unter lautem Gebell machen sich die Hunde in den Startboxen bereit und per Fahne wird das Zeichen zum Start gegeben. Die Gitter öffnen sich und in Windeseile jagen die Tiere dem Hasenfell hinterher, das den Hetztrieb in den Hunden wecken soll. Mit grazilen Bewegungen fegen die Tiere über den Sand, das immense Tempo ist beeindruckend. Schon nach kürzester Zeit haben sie die Strecke von rund 480 Meter zurückgelegt.

Faszination Hunderennen

Hierzulande sind Windhunderennen eher ein Randphänomen. Nur gerade fünf Rennbahnen existieren in der Schweiz, wobei in Kleindöttingen die einzige Sandbahn steht. «Man muss schon Fan sein, um das Ganze hier mitzumachen», sagt Rennleiterin Tina Hostettler. Dass dieser Sport fasziniert, wird schnell klar, schliesslich handelt es sich bei den Windhunden um eines der schnellsten Landtiere unserer Erde. Zudem beeindrucken sie mit einer Eleganz, wie man sie bei Hunden selten findet.

Die Tiere wurden jahrhundertelang für die Jagd gezüchtet. «Diese Rennen sind wie ein Ersatz dafür», so Hostettler, «mein Hund ist unendlich glücklich, wenn er den Hasen erwischt.» Um die Tiere fit für die Rennen zu machen, muss trainiert werden. «Man kann es grundsätzlich mit Leichtathletik-Sprintern vergleichen», so Hostettler.