Würenlingen
Mit der Formbetonhalle in Würenlingen verschwindet eine Industriebrache

Die Ortsbürgergemeinde baut für knapp 5 Millionen Franken eine Werkhalle mit Büroanbau. Momentan wird mit zwei Mietinteressenten verhandelt. Der Bezug der Werkhalle und des Bürogebäudes ist für Februar 2014 geplant.

Angelo Zambelli
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Architekt Franz Schneider (links) und Ammann André Zoppi freuen sich, dass die Formbetonhalle endlich abgebrochen wird.

Architekt Franz Schneider (links) und Ammann André Zoppi freuen sich, dass die Formbetonhalle endlich abgebrochen wird.

Angelo Zambelli

Mit knirschendenden Geräuschen reisst ein mächtiger Bagger Bleche, Rohre und Stahlträger aus der seit mehreren Jahren leer stehenden Formbetonhalle im Würenlinger Industriegebiet «Althau». Bis Anfang Mai muss der Abbruch der aus den Sechzigerjahren stammenden Werkhalle abgeschlossen sein.

Dann wird das Paul-Scherrer-Institut (PSI) in einer benachbarten Halle die hochsensiblen Geräte für das Grossprojekt SwissFEL einlagern. Die beiden Hallen sind mit einer Beton-Bodenplatte miteinander verbunden.

Diese wird nach dem Abriss der Formbetonhalle entzweigeschnitten, damit die beim Bau der neuen Werkhalle unvermeidlichen Erschütterungen den eingelagerten Geräten nichts anhaben können.

88 Meter lange Werkhalle

Gemeindeammann André Zoppi ist froh, dass es mit dem Neubau endlich losgeht. Bis der Abbruch in Angriff genommen werden konnte, mussten einige politische Hürden überwunden werden (siehe Box).

Ersatzbau: Befürworter und Gegner lagen sich in den Haaren

Das Projekt «Neubau Formbetonhalle» hat eine lange Geschichte hinter sich: An der Sommer-Gemeindeversammlung 2011 bewilligten die Ortsbürger mit 40 Ja zu 27 Nein einen Kredit von 4,915 Millionen Franken. Dieser Entscheid markierte den Anfang einer längeren Auseinandersetzung zwischen Befürwortern und Gegnern des Formbeton-Ersatzbaus. Die Befürworter argumentierten, mit dem Neubau könne das Areal optimal ausgebaut und genutzt werden. Die Investition wurde als «verhältnismässig und tragbar» bezeichnet. Ganz anders sahen dies die Gegner: Mit der Realisierung des Neubaus werde die Ortsbürgergemeinde zur Immobilienbesitzerin und Vermieterin ohne entsprechende Infrastruktur. Ausserdem werde mit dieser Investition ein grosser Teil der liquiden Mittel der Würenlinger Ortsbürger verbraucht. Auch seien die Einnahmen von rund 360 000 Franken bei einer Vollvermietung in keiner Weise garantiert. In einer Referendumsabstimmung Ende Oktober 2011 bestätigten die Würenlinger Ortsbürger den Kredit für den Ersatzbau mit 246 Ja zu 233 Nein nur ganz knapp. (ZA)

«Für die Gemeinde Würenlingen ist es erfreulich, dass eine Industriebrache verschwindet und ein Neubau entsteht, der vom lokalen und regionalen Gewerbe genutzt werden kann», sagt Zoppi.

Der Gemeindeammann ist zuversichtlich, dass die 16'800 Quadratmeter in der 88 Meter langen und 23 Meter breiten Werkhalle vermietet werden können und sich die Investition von 5,4 Millionen Franken in den Kauf des Areals und die 4,915 Millionen Franken für den Neubau für die Würenlinger Ortsbürger auch ausbezahlt.

Bezug im Feburar 2014

Momentan verhandelt ein auf Mietverträge spezialisiertes Büro mit zwei Mietinteressenten. Noch ist kein Vertrag unterschrieben. Dies werde passieren, sobald die Werkhalle steht, ist Zoppi überzeugt. Der Bezug der Werkhalle und des Bürogebäudes ist für Februar 2014 geplant.

Erstellt werden zwei reine Zweckbauten: ein zweigeschossiger Bürokomplex mit der Möglichkeit, um ein Geschoss aufzustocken sowie eine Werkhalle mit Stahlbauelementen und mehreren Toren. Im Zusammenspiel mit den verschiebbaren Wänden ermöglicht die grosse Anzahl Tore eine Unterteilung der Werkhalle entsprechend den Bedürfnissen der Mieter.

Das Flachdach wird extensiv begrünt und ist so ausgelegt, dass zu einem späteren Zeitpunkt eine Photovoltaikanlage installiert werden kann.