Siglistorf
Mit 6 Jahren Geigerin, mit 15 Popsängerin

Die Kantischülerin Deborah Maranghino steht vor ihrem ersten grossen Auftritt als Sängerin: Am Baldinger Open Air tritt sie dem Publikum zeigen, was sie drauf hat.

Rosmarie Mehlin
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Seit sie klein war, spielt Deborah Maranghino Geige.

Seit sie klein war, spielt Deborah Maranghino Geige.

Rosmarie Mehlin

Lampenfieber habe sie noch keines, «wohl aber Respekt, denn so lange bin ich noch nie auf einer Bühne gestanden», bekennt Deborah Maranghino aus Siglistorf. Am 22. August hat die 15-Jährige ihren ersten grossen Auftritt als Sängerin: Sie ist am Baldinger Open für eine halbe Stunde engagiert.

Musik begleitet Deborah, seit sie denken kann: «Schon sehr früh wollte ich ein Instrument spielen lernen. Als ich als Sechsjährige mit meinem Mami im Opernhaus die ‹Zauberflöte› als Kinderoper besuchte, habe ich mich in die Geigen im Orchestergraben verliebt.» Seit neun Jahren nimmt Deborah an der Musikschule Bülach Violinenunterricht. Auch gesungen habe sie immer schon sehr gerne. «Nachdem die Musiklehrerin an der Bezirksschule sagte, ich hätte Talent, nehme ich nun Gesangsunterricht in Bad Zurzach.»

Nach den Ferien tritt Deborah in die Kanti Wettingen ein. Geigenunterricht will sie weiterhin nehmen und auch weiter im Jugendsinfonie-Orchester der Kanti- und Musikschule Bülach spielen. Vor den Ferien hat sie dort an einem Wettbewerb als Soloviolinistin den zweiten Platz erreicht.

Zum Engagement in Baldingen kam sie über ihren Klassenkameraden Ramon, den Sohn von Open-Air-OK-Mitglied Franziska Krebs. Und was wird die Halbitalienerin am 22. August singen? Etwa Lieder von Gianna Nannini oder Laura Pausini? Sie verneint lachend: «Dafür ist mein Italienisch zu wenig akzentfrei. Ich werde, begleitet von Musik ab CD, englischen Pop singen, unter anderem von Bruno Mars und Jessie J.»

«Musig uf dr Höchi»

Es ist heuer das vierte Open Air im kleinen Dorf zwischen dem Surb- und dem Rheintal. Es hat einen neuen Standort und findet am 22. und 23. August statt. Ins Leben gerufen worden war es von Rico Cozzio auf der malerischen Spornegg. Dem anfänglichen Wagnis war ein schöner Erfolg beschieden und von Jahr zu Jahr haben immer mehr Leute im feinen, familiären Rahmen ein buntes Musikprogramm von Live-Rock bis zum Männerchorvortrag genossen.

Als Cozzio nach dem letztjährigen Spornegg Open signalisierte, dass er als Organisator aufhören wolle, sind mit Franziska Krebs und Dolly Meyer zwei Baldingerinnen in die Bresche gesprungen. «Das Baldinger Open bildet einen wunderschönen Rahmen für gemütliches Zusammensein, nicht nur für uns Baldinger, sondern fürs ganze Zurzibiet. Auch bietet das Festival regionalen Bands die Möglichkeit für Auftritte», so Krebs.

Da der Raum auf der Spornegg beschränkt ist und akustische Emissionen für einen gewissen Unmut bei Anwohnern sorgte, haben Meyer und Krebs sich nach einem neuen Standort umgesehen. Auf dem höchsten Punkt der Gemeinde, vor dem Wasserturm, wurden sie fündig. «Der Landbesitzer hat uns die Wiese, auf der ein grosses Festzelt Platz findet, zur Verfügung gestellt, von den Behörden haben wir die Bewilligung bekommen, und wegen des Standortwechsels ist der Anlass zum Baldinger Open geworden.»

Dissonanzen bereinigt

Als ursprünglicher Initiant hatte Rico Cozzio die Neuerungen offenbar in den falschen Hals bekommen und seinem Frust auf Facebook Luft gemacht. Dabei hat er namentlich Franziska Krebs angegriffen. «Inzwischen haben wir das bereinigt. Cozzio hat auch eingesehen, dass seine Behauptung, wir würden von der Gemeinde besser behandelt, besonders finanziell, falsch war», erklärt Krebs.

Am Samstagabend gibt es neben Maranghino Afropercussion, Pop- und Rock-Bands zu hören; der Sonntagmorgen beginnt im Festzelt mit einem ökumenischen Gottesdienst, begleitet vom Kirchen- und Männerchor Baldingen. Um 14.15 Uhr liest das bekannte Ehepaar «Schreiber vs. Schneider» Amüsantes aus seinem Beziehungsalltag vor.