Bad Zurzach
Minigolf-Knatsch: Vermieter kündigt Pachtvertrag vorzeitig

Die Minigolf-Anlage mitten im Kurort Bad Zurzach ist nur auf Anfrage offen, so will es der Pächter. Das passt der Eigentümerin nicht. Sie kündigt deshalb den Pachtvertrag per Ende September 2015.

Nadja Rohner
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Die Minigolf-Anlage in Bad Zurzach.

Die Minigolf-Anlage in Bad Zurzach.

Eigentlich wäre Beat Anliker von der GoEasy Freizeit & Event AG noch bis 2023 Pächter der Minigolf-Anlage in Bad Zurzach. Bis dahin dauert nämlich der Pachtvertrag, den er mit der Eigentümerin, der Thermalquelle AG, im Jahr 2012 abgeschlossen hat. Diese kündigt nun den Pachtvertrag per Ende September 2015.

In diesem Jahr, der zweiten Betriebssaison, öffnet Anliker die Anlage nur dann, «wenn es wirtschaftlich Sinn macht», wie er kürzlich gegenüber der az sagte. Will ein Kunde Minigolf spielen, muss er meist vorher anrufen.

Das sei alles andere als kundenfreundlich, sagt Andreas Edelmann, Verwaltungsratspräsident der Thermalquelle AG. Ausserdem sei im Pachtvertrag festgehalten, dass Anliker Öffnungszeiten mit dem Verpächter absprechen müsse. Anliker seinerseits sagt, die Thermalquelle AG verwehre ihm einen dringend notwendigen Zaun um die Anlage.

Das Verhältnis zwischen Verpächter und Pächter ist zerrüttet. Andreas Edelmann hat genug. «Aufgrund der seit längerem höchst unbefriedigenden betrieblichen Situation hat die Thermalquelle AG das Pachtverhältnis mit der GoEasy Freizeit & Event AG durch Kündigung aufgelöst», teilt er am Dienstag mit. Die Kündigung stüzte sich auf «den ausserordentlichen Kündigungsgrund der Pflichtverletzung seitens des Pächters». «Unter Beachtung der gesetzlichen Kündigungsfrist wirkt die Kündigung auf Ende September 2015. Die Thermalquelle AG bedauert die wenig kundenfreundlichen Vorkommnisse während dieser Saison ausserordentlich und wird alles daran setzen, auf die Saison 2016 hin wieder einen für alle Minigolffreunde erfreulichen Betrieb der Anlage sicherzustellen.»

Bis Ende September liegt die Minigolf-Anlage - und damit deren Öffnungszeiten - also noch in der Hand von Beat Anliker.

Dieser sagt, er wisse nichts «von einer Kündigung, respektive eines Auflösungsangebots». «Allerdings haben wir Herrn Edelmann in der Vergangenheit diverse Male angeboten, ihm die Anlage zu überlassen und ihn darauf hingewiesen, dass ein direkter Betrieb durch die Thermalquelle sinnvoller wäre. Sein Kommentar war jeweils, dass die Thermalquelle eine solche Anlage nicht betreiben könne und der Vertrag unkündbar sei. Offenbar hat er seine Meinung mal wieder geändert.»

Laut Andreas Edelmann wurde die Kündigung via Einschreiben versandt. Anliker habe jedoch versäumt, dieses fristgerecht bei der Post abzuholen.