Bahnhof Döttingen
Mindestens verhandeln!

Die SBB wollen 5800 Meter Bahnhofareal für 3,3 Mio. Franken verkaufen. Der Gemeinderat muss bis Ende Monat wissen, ob er Kaufinteresse anmelden soll oder nicht.

Nadja Rohner
Nadja Rohner
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Bahnhof Döttingen (Archivfoto).

Bahnhof Döttingen (Archivfoto).

Walter Schwager

An Gemeindeversammlungen kommt das Spannendste mitunter ganz zum Schluss. Auch in Döttingen: Mit der Bombe, die Ammann Peter Hirt unter «Verschiedenes» platzen liess, hatte niemand gerechnet. Die Bundesbahnen wollen 5800 Meter Bahnhofareal – hauptsächlich Strasse, Parkplatz und Güterschuppen – für 3,3 Mio. Franken verkaufen. Der Gemeinderat muss bis Ende Monat wissen, ob er Kaufinteresse anmelden soll – trotz der roten Zahlen, die Döttingen im Moment verzeichnet. Verzichtet die Gemeinde, schreiben die SBB die Grundstücke zum Verkauf aus, private Investoren könnten zuschlagen. Der Gemeinderat – das war deutlich spürbar – fühlt sich von den SBB ebenso überrumpelt wie die Stimmbürger von den Neuigkeiten aus der Amtsstube. «Was sollen wir machen?», fragte Ammann Hirt die Stimmbürger (notabene waren magere 4 Prozent anwesend).

Die beste Antwort darauf: «Kaufen.» Oder, etwas weniger euphorisch ausgedrückt, «mindestens verhandeln». 3,3 Millionen Franken sind viel Geld. Vielleicht tatsächlich zu viel für dieses Areal, wie die Döttinger an der Gmeind behaupteten. Aber insbesondere das Baufeld südlich des Güterschuppens ist strategisch wichtig: Die Gemeinde könnte es beispielsweise im Baurecht an potente Investoren vergeben. Das Areal liegt in der Kernzone. Zugelassen sind dort Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe, Verkaufsgeschäfte, Restaurants und Wohnungen. Oder die Gemeinde belässt die Parkplätze an Ort und Stelle, denn auch solche sind im Dorf gefragt. Hauptsache, Döttingen gibt das Heft nicht aus der Hand und kann diktieren, was auf dem Areal passiert. Es wäre ein Fehler, wenn die Gemeinde jetzt verzichtet. Das haben schon andere bereut: Baden beispielsweise mit den Bahnhöfen Oberstadt und Dättwil, die jetzt in privater Hand sind.