Leuggern
Memory-Spiel und Badetücher: Ein ganzes Fan-Sortiment für Lokalpatrioten

Die Gemeinde Leuggern baut ihr Fan-Artikel-Sortiment aus und übernimmt damit eine Pionierrolle in Sachen Standortmarketing in der Region. «Der Verkauf ist sensationell gut angelaufen», sagt Gemeindeammann Peter Nyffeler.

Nadja Rohner
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Die Grotte ist nur ein Sujet des Gemeinde-Memorys.

Die Grotte ist nur ein Sujet des Gemeinde-Memorys.

Zur Verfügung gestellt

Warum nicht?

Kommentar von Nadja Rohner

Zugegeben: Die Heimatliebe gross auf seinem Shirt zu verkünden, ist nicht jedermanns Sache. So überrascht es nicht, dass es vor allem Vereine sind, die sich auf die Kleider mit dem Leuggern-Logo gestürzt haben.

Die Gemeinde geht mit dem neu lancierten Foto-Memory jetzt einen subtileren, aber cleveren Marketingweg: Zweck ist nicht primär die Werbung für das Dorf, sondern die Befriedigung des Spieltriebs, der in uns allen schlummert. Die Bilder - nicht etwa von Profis geschossen, sondern von «echten» Leuggemern - sind authentisch, haben einen hohen Wiedererkennungswert und erfreuen das Auge.

Merchandising, also der Verkauf von Fan-Artikeln, ist in den Zurzibieter Gemeinden noch kaum ein Thema. Doch warum eigentlich nicht? Fan-Artikel sind ein tolles Marketinginstrument: Sie dienen der Identifikation mit der Gemeinde, sie transportieren positive Emotionen. Vor allem aber erhöhen sie den Bekanntheitsgrad einer Gemeinde über die Region hinaus. Und gerade dies kann dem strukturschwachen Zurzibiet nicht schaden. Dafür darf man ruhig ein paar Steuerfranken einsetzen.

nadja.rohner@azmedien.ch

Leuggern hat damit das seit zwei Jahren bestehende Merchandising-Sortiment erweitert. Derzeit sind T-Shirts, USB-Sticks oder Badetücher mit dem Gemeindelogo erhältlich. «Die Produkte sind eine Standortmarketing-Massnahme», sagt Gemeindeammann Peter Nyffeler.

Man habe mit dem Verkauf begonnen, als das neue Logo lanciert wurde. Seither sei die Gemeinde an den Dorfmärkten mit einem eigenen Stand präsent und biete die Leuggern-Fan-Artikel an – am 22. März steht der Josefsmarkt auf dem Programm.

Vereine fallen mit Shirts auf

«Der Verkauf ist sensationell gut angelaufen», sagt Nyffeler. Man merke, dass sich die Leute gerne öffentlich mit dem Dorf identifizieren. «Besonders die Vereine tragen das Leuggern-Shirt oft auf ihren Reisen und werden unterwegs sogar darauf angesprochen.»

Es gebe auch Gewerbebetriebe, welche die Artikel verschenken würden: «Die ortsansässige Volg-Filiale hat dem abtretenden Lernenden als Erinnerung ein Shirt sowie ein Badetuch überreicht», so Nyffeler.

Mit dem neuen Memory will man nun auch Kinder ansprechen. Nyffeler: «Die Fotos zeigen typische Leuggemer Sujets mit hohem Wiedererkennungswert.» Einen Fotografen habe man dazu nicht engagieren müssen. «Früher hatten wir einen ‹Stift› auf der Gemeindeverwaltung, der sehr gerne und gut fotografiert hat – auch für das Infoblatt. Leider ist er inzwischen ausgelernt.»

Jetzt greife man auf Hobbyfotografen aus allen Ortsteilen zurück, die ihre Werke der Gemeinde unentgeltlich zur Verfügung stellen.

Geld verdiene Leuggern mit den Merchandising-Artikeln nicht – im Gegenteil, sagt Claudia Widmer, stellvertretende Leiterin der Abteilung Steuern und Finanzen. Auch mit dem T-Shirt, das sich mit 200 verkauften Exemplaren als Verkaufsschlager herausgestellt hat, schreibt man keine schwarzen Zahlen: «Die Produktionskosten liegen bei knapp 20 Franken, wir verkaufen das Shirt für 10 Franken», sagt Widmer.

So seien die Produktionskosten zwar nicht eins zu eins gedeckt, man wolle aber eine möglichst grosse Verbreitung der Artikel erreichen, ohne den Steuerzahler zu sehr zu belasten. Denn: Die Merchandising-Artikel laufen über das Budget der Einwohnergemeinde.

Auch Leibstadt plant T-Shirt

Auch in Leibstadt setzt man auf Fan-Artikel: «Vor Weihnachten haben wir eine Leibstadt-Handyhülle angeboten», sagt Gemeindeschreiber Peter Keller. Geplant sei, noch dieses Jahr ein T-Shirt zu produzieren. Zudem verfüge Leibstadt über Werbeartikel wie Sackmesser oder Schirme. Diese werden laut Keller aber nicht verkauft, sondern vom Gemeinderat gelegentlich als Geschenk abgegeben.

Im Bezirkshauptort ist die Bad Zurzach Tourismus AG für das Marketing zuständig. «Eigentliche Merchandising-Artikel für die Gemeinde führen wir nicht», sagt deren Mitarbeiter Alex Strittmatter. «Erhältlich ist aber ein Globi-Buch, das in Bad Zurzach spielt.» Die übrigen Gemeinden im Zurzibiet setzen noch kaum auf Merchandising. Mit dem kürzlich lancierten «Zurzibieter Quadrat» wurde jedoch ein regionaler Fan-Artikel geschaffen.