Würenlingen
Meilenstein für PSI auf dem Weg zur Grossanlage

Gegen das SwissFEL-Baugesuch sind keine Einwendungen eingegangen – der Baustart ist für 2013 geplant. Für ein so grosses Bauvorhaben keine Selbstverständlichkeit. Noch müssen aber Gemeinde, Kanton und Bund zustimmen.

PIrmin Kramer
Drucken
Teilen
So wird die Umgebung des SwissFEL aussehen – das Gebäude (Eingang hinten) soll unauffällig in den Wald eingebettet werden.

So wird die Umgebung des SwissFEL aussehen – das Gebäude (Eingang hinten) soll unauffällig in den Wald eingebettet werden.

Zur Verfügung gestellt

Gute Nachricht für das Paul-Scherrer-Institut (PSI): Es sind keine Einwendungen gegen das Baugesuch des SwissFEL-Projekts eingegangen, wie Herbert Kalt von der Bauverwaltung Würenlingen sagt. Die Grossanlage soll im Würenlinger Wald in der Nähe des gegenwärtigen PSI-Geländes entstehen. «Das ist ein ganz wichtiger Moment und Meilenstein auf dem Weg zum SwissFEL-Projekt», sagt Gerold Janzi, zuständig für die Projektentwicklung der Bau- und Infrastruktur. «Denn Einwendungen hätten das Projekt zeitlich massiv verzögern können.»

Dass es keine Beschwerden gegeben habe, sei eine grosse Erleichterung und alles andere als selbstverständlich. «Denn das SwissFEL-Projekt ist ein grosses Bauvorhaben mit erheblichem planerischen Aufwand.»

Ehe mit dem Bau begonnen werden kann, muss die Gemeinde zustimmen, auch Kanton und Bund müssen grünes Licht für das Projekt geben – Janzi ist zuversichtlich. «Wir haben das Projekt der Gemeinde und dem Kanton Ende letzten Jahres zu einer Vorprüfung vorgelegt und danach angepasst, somit sollten keine grossen Änderungsanforderungen mehr gestellt werden.»

2016 soll SwissFEL in Betrieb gehen

Finanziell muss das Bauvorhaben auch vom eidgenössischen Parlament gutgeheissen werden, der Entscheid ist für Dezember 2012 vorgesehen. Weil der SwissFEL in Würenlingen für die Forschungslandschaft Schweiz ein sehr bedeutendes Projekt sei, hoffe er auf Unterstützung des eidgenössischen Parlaments, sagt Janzi.

Der Standort in Würenlingen habe sich nach umfangreichen Abwägungen als der einzig geeignete erwiesen. «Hier sind Temperaturschwankungen und Erschütterungen besonders gering, was für einen erfolgreichen Betrieb der hochpräzisen Anlagen entscheidend ist», heisst es auf der Website des Paul-Scherrer-Instituts. Die Nähe zum jetzigen PSI-Gelände ermögliche es, die vorhandene Infrastruktur des Instituts zu nutzen.

Läuft alles nach Plan, beginnen die Bauarbeiten für die Gebäude 2013, die technischen Anlagen sollen in den Jahren 2015 und 2016 installiert werden. In Betrieb gehen soll der SwissFEL im Jahr 2016, heisst es auf der Website des PSI.

Swissfel: Extrem kurze Blitze

Im Jahr 2016 soll am PSI eine Grossanlage in Betrieb gehen: der Röntgenlaser SwissFEL. Er wird extrem kurze Blitze aus Röntgenlicht in Laserqualität erzeugen - die Blitze werden 0,000 000 000 000 001 Sekunden lang sein. So werden die Forscher beispielsweise Schritt für Schritt verfolgen können, wie sich in einer chemischen Reaktion die kleinsten Bausteine einer Substanz voneinander trennen und zu einer neuen Substanz zusammenfinden. Diese Vorgänge sind so schnell, dass sie bisher nicht unmittelbar beobachtet werden konnten. Erst die extrem kurzen Blitze des SwissFEL werden es möglich machen, die einzelnen Zwischenschritte mit «kurzer Belichtungszeit» abzulichten. «Die Erkenntnisse werden unser Verständnis der Natur erweitern und zu praktischen Anwendungen führen wie etwa neuen Medikamenten, effizienteren Prozessen in der chemischen Industrie, neuen Materialien in der Elektronik oder alternativen Verfahren der Energieerzeugung», schreibt das Paul-Scherrer-Institut auf seiner Website.(AZ)

Aktuelle Nachrichten