Knochenfund
Marco Hauenstein zweifelt am Tod seiner Mutter: «Eine gewisse Hoffnung ist immer noch da»

Marco Hauenstein gibt die Hoffnung nicht auf. Obwohl ein Knochenfund seiner Mutter Gina zugewiesen werden konnte, kann der 19-Jährige ihren Tod noch nicht fassen.

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Am Donnerstag erhielt Marco Hauenstein (19) von der Kantonspolizei Aargau die Nachricht, dass bereits im Jahr 2013 ein Oberschenkelknochen seiner leiblichen Mutter Gina im Rhein gefunden worden ist. In Dogern (D), nahe ihrem damaligen Wohnort Kleindöttingen.

Damit haben sich seine Hoffnungen zerschlagen, seine Mutter wiederzusehen, sie wieder in die Arme schliessen zu können. Seit Februar 2000 galt sie als vermisst. Marco Hauenstein kam im Alter von wenigen Monaten erst für einen Drogenentzug ins Spital. Dann in ein Zürcher Kinderheim und schliesslich zu einer Pflegefamilie. Seine Mutter sah er nie mehr wieder.

Über Jahre suchte er sie. Im Januar hatte er neuen Mut geschöpft, als er dank einem Facebook-Aufruf seine Grossmutter wiederfand, die Mutter von Gina. Ebenso einen Onkel, Ginas Bruder, und eine Tante.

«Die letzten Stunden sind sicher nicht einfach gewesen», sagt er nun zu Tele Züri. «Ich habe viele Tränen vergossen. Ich muss das irgendwie verdauen.»

Marco Hauenstein erzählt, wie er die Momente erlebte, als das Telefon klingelte und ein Polizist mit der traurigen Nachricht mitteilte. «Ich hatte eigentlich mehr erhofft, dass er eine Spur gefunden haben, die positiv ist. Oder dass er neue Informationen hat.»

So richtig wahrhaben will er den Tod von seiner Mutter noch nicht wahrhaben. «Man muss schwer davon ausgehen, dass sie nicht mehr lebt», sagt er. «Aber zu 100 Prozent kann man das durch diesen Knochen auch nicht beweisen.» Auf zu viele Fragen hat er noch keine Antwort erhalten. Wo, wann genau und unter welchen Umständen Gina Hauenstein ums Leben kam, darauf hat auch die Polizei bisher keine Antworten.

Und so spricht Marco von einem Rückschlag. «Eine gewisse Hoffnung ist immer noch da.» (pz)

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