Mellikon
Mammutbaum erinnert an alte Waldkorporation von Tagelöhnern

Die alte Taunergenossenschaft hat sich im Wald ein Denkmal errichtet – eine Jubiläumsgedenktafel samt Mammutbaum. Am letzten Wochenende wurde sie eingeweiht. Mitglied kann nur werden, wer Knecht heisst und in Mellikon einen eigenen Haushalt führt.

Nadja Rohner
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Der jüngste Taunerspross, Enea Knecht, auf dem Gedenkstein.

Der jüngste Taunerspross, Enea Knecht, auf dem Gedenkstein.

ZVG

Bereits drei Jahre ist es her, seit die Melliker Taunergenossenschaft ihr 350-jähriges Bestehen gefeiert hat – nun haben sich die Taunerfamilien selber ein Denkmal gesetzt. «Wir haben beschlossen, im Melliker Wald eine Jubiläums-Gedenktafel samt Mammutbaum zu errichten», sagt Tauner Simon Knecht.

Die Gedenktafel ist ein rundum einheimisches Produkt: Die Steinbruch Mellikon AG hat Melliker Kalkstein gespendet und Schlosser Paul Knecht, Präsident der Taunergenossenschaft, montierte die von Fabian Knecht gestaltete Gedenktafel aus Stahl. Die Gedenkstätte wurde am letzten Wochenende eingeweiht.

«Die Taunergenossenschaft steht für eine nachhaltige Beförsterung ihrer Waldparzellen und besteht seit 1661», sagt Simon Knecht. «Deshalb dauerte es auch fast 3 Jahre, bis der Jubiläumsbaum eingeweiht wurde – ganz nach dem Sprichwort: Gut Ding will Weile haben.»

Fragt man Simon Knecht danach, was die Taunergenossenschaft eigentlich sei, verweist er an seinen Vater Hans Ulrich, Aktuar der Genossenschaft. «Es handelt sich um eine alte Waldkorporation», sagt dieser. «Tauner waren Tagelöhner, also relativ arme Leute.

Vor mehr als 350 Jahren haben ein paar Melliker Tauner mit dem Namen Knecht vom Stift Zurzach einen Teil des Melliker Waldes geschenkt bekommen, den sie fortan gemeinsam bewirtschafteten.» Die derzeit 9 Mitglieder der Taunergenossenschaft gehören drei verschiedenen Familien an und besitzen 15 Hektaren Wald.

Hans Ulrich Knecht: «Mitglied der Melliker Taunergenossenschaft wird man nur durch Geburt oder Heirat.» Drei Voraussetzungen müssen zudem erfüllt sein: «Man muss den Namen Knecht tragen, in Mellikon wohnhaft sein und einen eigenen Haushalt führen.»

Das älteste Taunermitglied ist um die 80 Jahre alt. Der jüngste Spross, Enea Knecht, ist noch ein Dreikäsehoch.