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Jäger diskutieren über Schäden der Wildschweine, ihre Aufgaben – und das Bussenverteilen

Die Bezirksversammlung der Zurzibieter Jägerschaft hat sich auch einem heissen Thema gewidmet.

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Wildschweine verursachen teilweise grosse Schäden.

Wildschweine verursachen teilweise grosse Schäden.

Neil Burton/Getty Images

«Die Jagdgesellschaften haben trotz Pandemie ihren Auftrag erfüllt», so Bezirksobmann Geri Wenzinger an der Bezirksversammlung der Zurzibieter Jägerinnen und Jäger.»Das hat grossen Aufwand, aber auch neue Lösungsansätze erfordert. Das Engagement ist beeindruckend.»

Es sei aber auch festzustellen, dass der Nutzungsdruck auf den Lebensraum der Wildtiere stark angestiegen sei, erklärte er. «Die Bevölkerung nutzt diesen Lebensraum für ihre Freizeit. Damit müssen wir leben. Wir müssen uns aber auch einbringen. Das lohnt sich.»

Der Bezirksobmann orientierte über das laufende Projekt «Vision Jagd 2025» von Jagd Aargau. Dahinter steht die Idee, dass die Jagd im Hinblick auf eine allfällige Revision des kantonalen Jagdgesetzes proaktiv wird. Dabei erwähnte er einige Themen, die sich als Schwerpunkte herauskristallisiert haben. So die Forderung, dass die Jagdaufsicht vor Ort verbleiben, dass sie aber klar auch gestärkt werden muss; die Ausbildung der Jungjägerinnen und Jungjäger sowie die Kommunikation.

«Die Jagd muss zeigen was sie macht, und sie muss ihre Leistungen verkaufen», betonte Geri Wenzinger. «Auch zum Nutzungsdruck muss sie eine Haltung haben, ohne sich dabei aber querzustellen. Die Jagd soll mitlenken.»

Die Jagdaufsicht sein ein heisses Thema, betonte Vizeobmann Ueli Laube. «Insbesondere die Frage, ob Jagdaufseher die Kompetenz haben sollten, fehlbare Personen zu büssen. Wollen wir das? Ist das unsere Aufgabe?» Auf seine Frage an die Versammlung gab ein Teilnehmer zu bedenken: «Büssen geht sicher nicht. Aber die Leute sollten auf die Regeln hingewiesen, und fehlbares Verhalten sollte gemeldet werden.»

2021 haben die Jäger 622 Wildschweine erlegt

Reto Fischer, Fachspezialist Jagd und Fischerei.

Reto Fischer, Fachspezialist Jagd und Fischerei.

Louis Probst

In seinem Referat «Wildschaden verhüten und vergüten» ging Reto Fischer (Fachspezialist Jagd und Fischerei, Abteilung Wald BVU) auf die komplexen gesetzlichen Bestimmungen ein. Im Bezirk Zurzach seien im letzten Jahr die höchsten Schäden zu verzeichnen gewesen, so Reto Fischer. «Der Fall ist relativ klar: 95 Prozent der Schäden werden durch Wildschweine verursacht.» Auf der anderen Seite sind im Zurzibiet im vergangenen Jahr 622 «Schwarzkittel» erlegt worden – gut ein Drittel der kantonsweiten Strecke.

Die Versammlung, die durch die Jagdhornbläser des Bezirks begleitet wurde, gedachte der verstorbenen Jagdkameraden und sie ehrte Martin Müller (Lengnau) für 60 Jahre Tätigkeit als Jagdaufseher und Beni Müller (ebenfalls Lengnau) für 25 Jahre Einsatz als Jagdaufseher sowie die erfolgreichen Absolventen der Jagdprüfung. (az)