Lengnau/Endingen
«Doppeltür»: Hochschule erstellt Schulmaterial für das Begegnungszentrum

2024 soll in Lengnau das Begegnungszentrum eröffnen, das die jüdisch-christliche Geschichte im Surbtal vermittelt. Das Unterrichtsmaterial für den Bildungsbereich des Zentrums erstellt die Pädagogische Hochschule Nordwestschweiz.

Drucken
Noch heute zeugen Doppeltüren in Endingen und Lengnau vom jüdisch-christlichen Zusammenleben.

Noch heute zeugen Doppeltüren in Endingen und Lengnau vom jüdisch-christlichen Zusammenleben.

Alex Spichale

Der Verein Doppeltür will ab 2024 mit einem Begegnungszentrum von internationaler Ausstrahlung die jüdisch-christliche Geschichte von Endingen und Lengnau vermitteln. Nun haben der Verein und die Pädagogische Hochschule Nordwestschweiz (PH FHNW) einen Zusammenarbeitsvertrag unterschieben.

«Dabei geht es um die Erarbeitung von Unterrichtsmaterialien zum jüdisch-christlichen Zusammenleben im Rahmen des Projekts Doppeltür», heisst es im Newsletter des Vereins. Die Wirksamkeit des Schulmaterials werde zudem in einem begleitenden Forschungsprojekt überprüft, welches die PH FHNW auf eigene Kosten durchführe.

«Die Zielgruppe Schulen und die Aktivitäten im Bildungsbereich sind für den Verein Doppeltür von zentraler Bedeutung, die Kooperation mit der PH FHNW ist dabei ein wesentlicher Baustein.»

Runder Tisch findet nun jährlich statt

Des weiteren hat kürzlich ein runder Tisch mit verschiedenen Organisationen im Surbtal mit Bezug zur Geschichte und zum Judentum im zukünftigen Begegnungszentrum in Lengnau stattgefunden. So seien bereits erste Möglichkeiten zur Zusammenarbeit ausgelotet und Ideen für allfällige gemeinsame Projekte diskutiert worden, heisst es im Newsletter weiter. Zudem sei beschlossen worden, den runden Tisch in Zukunft jährlich durchzuführen.

Von Ende 1776 bis 1866 waren Lengnau und Endingen die einzigen Ortschaften in der Schweiz, in denen sich Juden dauerhaft niederlassen und eigene Gemeinden gründen durften. Davon zeugen noch heute die Doppeltüren an zahlreichen Häusern. Im künftigen, 11,2 Millionen Franken teuren Begegnungszentrum soll die Geschichte jährlich rund 30'000 Besucherinnen und Besuchern zugänglich gemacht werden. (az)

Aktuelle Nachrichten