Lengnau
Volk sagt Ja zu Pumptrack und Parkplatz – der scheidende Ammann Franz Bertschi ist jetzt Ehrenbürger

Nach längerer Diskussion mit kritischen Voten hat die Lengnauer Wintergmeind die Pläne für die Rietwiese genehmigt. Das Dorf kann dort nun einen Pumptrack und einen Parkplatz realisieren.

Louis Probst
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Der scheidende Gemeindeammann Franz Bertschi (SVP) ist jetzt Ehrenbürger von Lengnau.

Der scheidende Gemeindeammann Franz Bertschi (SVP) ist jetzt Ehrenbürger von Lengnau.

Louis Probst

Die Rietwiese – respektive der Pumptrack und der Parkplatz «auf diesem schönsten Stück Land, das Lengnau hat», wie in der Diskussion festgestellt wurde – stand im Mittelpunkt der Gemeindeversammlung. Beim Kreditbegehren über 200’000 Franken für einen Pumptrack in der öffentlichen Zone Rietwiese, das von Gemeinderat Marcel Elsässer vertreten wurde, stiess weniger der Track an sich oder das Geld, sondern der Standort auf Kritik.

Anwohner brachten Befürchtungen über Lärmimmissionen zum Ausdruck. Die Angst vor Lärm betreffe nicht das Lachen von Kindern, präzisierte eine Votantin, sondern den zu erwartenden Techno-Lärm. Fragen wurden auch zur Verantwortung für den Betrieb des Tracks gestellt. Eine Trägerschaft sei zwingend, wurde gefordert. Gemeinderat Elsässer betonte, dass das Angebot Pumptrack «eine Gemeindeaufgabe für eine familienfreundliche Gemeinde» sei.

Ein Antrag auf Rückweisung des Kredites, nochmalige Prüfung des Standortes und Abklärungen über eine Trägerschaft wurde mit 112 gegen 72 Stimmen abgelehnt. Der Kredit für den Pumptrack wurde schliesslich mit 127 gegen 60 Stimmen bewilligt.

Parkplatz ist auf Kritik gestossen

Nicht unumstritten blieb auch der geplante Parkplatz Rietwiese, für den der Gemeinderat einen Kredit von ebenfalls 200’000 Franken beantragte. Der Platz für rund 80 Fahrzeuge soll dem Parkplatzmangel, vor allem am Abend und bei Veranstaltungen, abhelfen und ermöglichen, die Schulstrasse mit einem Parkierungsverbot zu belegen. In Frage gestellt wurden nicht bloss die technische Machbarkeit des Platzes und der vorgesehene Kiesbelag, sondern auch die Zufahrt. Gefordert wurde zudem eine Gebührenpflicht.

Ein Antrag auf Rückweisung des Kredites und Überarbeitung des Vorhabens wurde mit 99 gegen 79 Stimmen abgelehnt. Ein weiterer Antrag, der die Aufstockung des Kredites um 100’000 Franken verlangte, um beispielsweise Rasensteine einbauen zu können, wurde mit 87 gegen 49 Stimmen abgelehnt. Der Kredit wurde schliesslich mit 113 gegen 83 Stimmen bewilligt.

Mit grossem Mehr gutheissen wurde der Voranschlag 2022, der bei einem Umsatz von rund 11,3 Millionen Franken und einem unveränderten Steuerfuss von 106 Prozent einen Ertragsüberschuss von 26’200 Franken erwartet. Bewilligt wurden auch die Erhöhung des Pensums des Schulsekretariates von 55 auf 70 Stellenprozente; Planungskredite für ein Regenbecken (80’000 Franken) und für Sanierungen von Abwasserleitungen (120’000 Franken) sowie der Zusatzkredit für den Hochwasserschutz Rietwiese (275’000 Franken).

Ebenfalls Zustimmung fand die Einsetzung einer Arbeitsgruppe für eine Mobilfunkplanung, die gemeinsam mit Endingen und Tegerfelden gebildet wird.

Gemeindeammann wird Ehrenbürger

Mit einer Standing Ovation verlieh die Gemeindeversammlung – an der 219 der 1947 Stimmberechtigten teilnahmen – dem nach sieben Amtsjahren als Gemeindeammann zurücktretenden Franz Bertschi das Ehrenbürgerrecht.

Vizeammann Viktor Jetzer würdigte die grossen Verdienste von Franz Bertschi, der sich während 40 Jahren – davon 20 Jahre im Gemeinderat – für die Gemeinde Lengnau eingesetzt hat. Franz Bertschi dankte mit launigen Worten für die Wertschätzung und die grosse Ehre.

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