Lengnau
«Strasse ist kein Spielplatz»: Polizist erklärt Schulkindern die neue Begegnungszone mit Tempo 20

Nächste Woche beginnen die Markierungsarbeiten für die neue Verkehrssituation mit Tempo 20 im Zentrum von Lengnau. Ein Polizist der Regionalpolizei Zurzibiet hat nun die Schülerinnen und Schüler über die neuen Regeln aufgeklärt.

Susanne Holthuizen
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Gespannt haben die Lengnauer Kinder Roger Schneider zugehört, dem Jugendbeauftragten und Instruktor der Repol.

Gespannt haben die Lengnauer Kinder Roger Schneider zugehört, dem Jugendbeauftragten und Instruktor der Repol.

Susanne Holthuizen

Bald gilt Tempo 20 und Vortritt für die Fussgänger im Dorfzentrum: Lengnau führt eine Begegnungszone ein. Dies als einjährige Testphase. Die beiden Zebrastreifen verschwinden, für die Schulkinder werden an deren Stelle «Füssli» am Boden markiert, um diese heute am meisten genutzten Strassenübergänge zu kennzeichnen. Das Parkieren ist nur an den markierten Stellen erlaubt.

Am Donnerstag hat die Regionalpolizei Zurzibiet die Schulkinder über die neuen Verkehrsregeln instruiert. «Dem Gemeinderat Lengnau war es ein grosses Anliegen, die Schule von Anfang an mit ins Boot zu nehmen», sagt Gemeindeschreiber Anselm Rohner. «Darum wurde die Regionalpolizei beauftragt, die Schulklassen der Primarstufe über die Begegnungszone zu informieren.»

Schulleiter Björn Bestgen teilte die Informationsveranstaltung in drei Blöcke. Die Klassenzüge der dritten und vierten Schulstufe machten den Anfang, danach waren die Fünft- und Sechstklässler dran. Die Kleinsten werden nächste Woche direkt vor Ort eins zu eins instruiert. «Wir möchten die Kinder mit dem Thema überraschen», sagte Björn Bestgen, «damit sie spielerisch lernen, mit der neuen Verkehrsregelung zurechtzukommen.»

Polizist: «Die Strasse ist kein Spielplatz»

Dass ihm das gelungen war, zeigten die vielen klatschenden Kinderhände, als sie Roger Schneider erblickten, den Jugendbeauftragten und Instruktor der Repol Zurzibiet. Er hat den schlauen Verkehrsfuchs Refox mitgebracht, den alle Kinder schon vom Verkehrsunterricht im Kindergarten kennen. «Von ihm habt ihr gelernt, die Strasse zu überqueren», sagte Schneider. «Heute habe ich ihn mitgebracht, weil es um einen ganz speziellen Typ von Strasse geht, nämlich der Begegnungszone.»

Er erklärte den Kindern anhand eines Kurzfilms sowie einer Diaprojektion, welche Veränderungen auf sie zukommen. Die beiden neuralgischen Strassenübergänge kurz nach der Brücke beim Kreisel sowie beim Dorfplatz werden neu mit gelben Füsschen markiert. Ein roter Punkt daneben soll zusätzlich für Aufmerksamkeit sorgen.

«Es gibt keine Fussgängerstreifen mehr. Das heisst aber nicht, dass es eine Spielstrasse wird,» mahnte der Polizist. Das Prinzip der gelben «Füssli» ist den Schulkindern schon von den aktuellen Strassenquerungen vom Dorfplatz zum Zentrum Schmitte bekannt:

Susanne Holthuizen

Die Neuerungen dürften also ziemlich reibungslos aufgenommen werden.

Am Montag starten die Markierungsarbeiten. Danach wird die Repol vermehrt im Dorf präsent sein und die Verkehrsteilnehmenden sowie im Speziellen die Automobilisten über die neue Verkehrssituation informieren. Überhaupt wird grossen Nachdruck auf die Signalisation gelegt: So bleibt das Gefahr-Signal bei der Einfahrt Brücke bestehen, und die Fläche bis zur Schulquerung wird mit einer Art weissem Schachbrettmuster ausgelegt.

Noch hat es einen Fussgängerstreifen neben dem Schulhaus Dorf.

Noch hat es einen Fussgängerstreifen neben dem Schulhaus Dorf.

Susanne Holthuizen

Auch sollen die Einfallstrassen hin zur Begegnungszone entsprechend gekennzeichnet werden. Bei der Weidstrasse ist ein Stopp vorgesehen.

Einjährige Testphase kostet 24'000 Franken

Die Kosten für die Pilotphase betragen 24'000 Franken, der Planungskredit wurde schon im November 2019 verabschiedet. «Nach dem Abschluss der Signalisationsarbeiten wird gleich mit den Messungen begonnen», führt Gemeinderat Marcel Elsässer aus. «Fällt die Evaluation positiv aus, werden die Markierungen beibehalten sowie das Projekt weiterentwickelt. In einem Jahr wird dann die Begegnungszone nochmals definitiv ausgeschrieben werden.»

Nebst der Aufwertung des Dorfzentrums und der Verbesserung der Lebensqualität haben verschiedene Studien gezeigt, dass die Einführung von Begegnungszonen die Erhöhung der Sicherheit und Reduktion von Verkehrsemissionen bewirkt.

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