Lengnau
Schützenhaus macht Wohnhäusern Platz

Für bis zu 1,5 Millionen Franken will die Gemeinde Lengnau das frei werdende Bauland verkaufen.

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2004 mussten die Lengnauer Schützen aus dem 1931 erbauten Schützenhaus ausziehen.

2004 mussten die Lengnauer Schützen aus dem 1931 erbauten Schützenhaus ausziehen.

zvg

Hier trainierten über 70 Jahre lang die Lengnauer Schützen, danach feierten Jugendliche ihre ersten Geburtstagsfeste und Erwachsene fröhliche Silvesterpartys: Nun wird das 90-jährige Schützenhaus abgerissen. Auf dem frei werdenden Bauland sollen bald Wohnhäuser entstehen.

Grundeigentümerin des gemäss «Botschaft» rund 38 Aren grossen Grundstückes in der Wohnzone 2 mit Sondernutzungsplanpflicht ist die Gemeinde. An der Sommergmeind 2019 genehmigte das Lengnauer Stimmvolk den Rückbau des Gebäudes. Für 380'000 Franken sanierte die Gemeinde im vergangenen Jahr bereits den Zielbereich. Dabei wurden rund 16 Tonnen Blei aus dem Boden geholt.

Nun startete vor kurzem der Abbruch des Hauses, wofür die Gemeinde samt Ausebnung der Fläche rund um das Gebäude 80'000 Franken budgetierte. Knapp 18 Aren des gesamten Grundstücks sind bebaubar. Dafür verlangt die Gemeinde gemäss «Botschaft» einen Verkaufspreis zwischen 550 und 800 Franken pro Quadratmeter, für die restlichen 20 Aren Grünfläche zwischen 10 bis 20 Franken pro Quadratmeter. Insgesamt kann mit Bruttoeinnahmen zwischen 1 bis 1,5 Millionen Franken gerechnet werden.

Seit 2004 schiessen die Lengnauer Schützen in Rekingen

1931 errichteten die Lengnauer Schützen in der ehemaligen Kiesgrube Büel ihren Schiessstand. Später bauten sie eine Schützenstube an. Ende 2004 mussten die regional und national sehr erfolgreichen Schützen das Schützenhaus räumen. Die Anlage war unmöglich so zu sanieren, dass sie den Vorschriften der Abteilung Umwelt im Baudepartement entspricht. Der Überschallknall beeinträchtigte die unweit beim Zielhang liegende Siedlung, die zulässigen Immissionsgrenzwerte wurden überschritten.

Der Lengnauer Gemeinderat war gezwungen, eine Schliessung zu verfügen. Die Schützenstube wurde fortan für private Veranstaltungen genutzt, während die Schützen in Rekingen in der Regionalen Schiessanlage Chrüzlibachtal eine neue Anlage für ihren Sport fanden. Dem Gemeindeverband Regionalschiessanlage Chrüzlibachtal in Rekingen gehören die Gemeinden Baldingen, Böbikon, Lengnau, Mellikon und Rekingen an.

Mit der Schützengesellschaft Lengnau vereinbarte die Gemeinde eine Zahlung von 60'000 Franken als Abgeltung ihrer Eigenleistung für den Anbau der Schützenstube. (az)