Lengnau
Pumptrack-Boom im Zurzibiet: Surbtaler Dorf will Rundkurs realisieren – und damit einen lang gehegten Wunsch erfüllen

Bald könnte es im Zurzibiet vier asphaltierte Rundkurse geben: Nach Bad Zurzach könnten Anlagen in Klingnau, Würenlingen und Lengnau folgen. Im Surbtaler Dorf sind daneben zusätzlich 84 neue Parkplätze geplant.

Stefanie Garcia Lainez
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Beim Oberstufenschulhaus Rietwise in Lengnau plant der Gemeinderat unter anderem einen asphaltierten Rundkurs für Velo, Trotti, Skateboard und Inlineskates.

Beim Oberstufenschulhaus Rietwise in Lengnau plant der Gemeinderat unter anderem einen asphaltierten Rundkurs für Velo, Trotti, Skateboard und Inlineskates.

Valentin Hehli

Mit dem Laufrad fährt ein Junge vorsichtig über die Bodenwellen, während die Grösseren mit ihren Trottinetts an ihm vorbeisausen. Seit knapp zwei Jahren können sich die Kinder in Bad Zurzach auf dem Pumptrack beim Primarschulhaus Langwies austoben, dem ersten asphaltierten Rundkurs mit Sprüngen, Wellen und Steilkurven im Zurzibiet.

Im kommenden Jahr könnten gleich drei weitere hinzukommen. So sammeln seit Sommer fünf Familienväter in Würenlingen Geld für eine solche Anlage, und in Klingnau entscheidet das Stimmvolk Ende November über einen Kredit. Geht es nach dem Lengnauer Gemeinderat, wird der Kindertraum auch im Surbtaler Dorf wahr: An der Wintergmeind legt er einen Baukredit über 200'000 Franken für einen Pumptrack vor.

Gemeinderat Marcel Elsässer.

Gemeinderat Marcel Elsässer.

zVg

«Gerade für die Kinder im Alter von 8 bis 16 Jahren haben wir in Lengnau kein so gutes Angebot», sagt Gemeinderat Marcel Elsässer (SP). «Das Bedürfnis ist aber auf jeden Fall da.» So wandten sich bereits vor fünf Jahren rund 50 Schülerinnen und Schüler an den Gemeinderat mit dem Wunsch nach einem Skateplatz. Auf dem Pausenplatz des Schulhauses Dorf stand daraufhin im Juli und August eine mobile Anlage.

«Aber solche Anlagen sind von der Qualität her nicht zufriedenstellend», sagt er. Auf der sogenannten «Bleiwiese» bestehe zwar bereits ein Bikepark. Dabei handelt es sich aber zum einen um eine provisorische Zwischennutzung. Denn auf der Bleiwiese ist im Jahr 2024 der Bau eines Regenbeckens geplant. Über den entsprechenden Planungskredit über 80'000 Franken befindet die Wintergmeind.

Zum anderen ist dessen Nutzung eingeschränkt. Denn der Parcours ist nicht asphaltiert, auch hat er Sprünge drin. «Das getraut sich nicht jeder. Und der kleine Rundkurs ist nur mit Bikes befahrbar», sagt Marcel Elsässer.

Neben dem Pumptrack sind 84 Parkplätze vorgesehen

Der Pumptrack hingegen biete zahlreiche Vorteile:

«Die Anlage ist für eine grosse Bandbreite von Personen interessant − ob mit Bike, Skateboard, Inlineskates, Laufrad oder Trottinette, ob Anfänger oder gute Fahrer, jung oder alt.»

So könnten bereits kleine Kinder ihre ersten Versuche mit dem Laufrad wagen, während Erwachsene beispielsweise mit dem Bike über den Parcours fahren.

Mit Velos und Trottinetts, aber auch mit Skateboard oder Inline Skates kann man über den Rundkurs fahren - Hauptsache unmotorisiert und mit Räder.

Mit Velos und Trottinetts, aber auch mit Skateboard oder Inline Skates kann man über den Rundkurs fahren - Hauptsache unmotorisiert und mit Räder.

Patrick Huerlimann

Auch der Standort sei ideal, sagt Marcel Elsässer. Der Pumptrack ist in der öffentlichen Zone Rietwise auf der Wiese zwischen dem Oberstufenschulhaus und der Surb im hinteren Bereich in Richtung Tiefenwaag vorgesehen.

Im vorderen Bereich bei der Abzweigung Schulstrasse/Rietwisenstrasse sind 84 neue Parkplätze geplant. Auch dafür legt der Gemeinderat an der Wintergmeind einen Kredit über 200'000 Franken vor. «Der Pumptrack befindet sich in der Nähe der Primarschule und der Oberstufe und wäre auch für kleine Kinder gut und sicher erreichbar.» So sei denkbar, dass der Pumptrack wie in Bad Zurzach auch für den Sportunterricht genutzt werde.

Eine Arbeitsgruppe soll sich mit dem Thema Lärm befassen

Die Nutzung werde mittels Reglement definiert, damit die Anwohner so wenig wie möglich tangiert werden, schreibt der Gemeinderat im Traktandenbericht. «Wir sind uns bewusst, dass es Emissionen geben wird», sagt Marcel Elsässer. Die für den Pumptrack eingesetzte Arbeitsgruppe werde sich damit befassen, diese zu minimieren.

Bei einer Infoveranstaltung mit den Anstössern habe der Gemeinderat bereits eruiert, wo der Schuh drücke und Bedenken aufgenommen. Die Rückmeldungen seien wie erwartet von kritisch bis sehr gut gewesen, also die ganze Bandbreite.

Die Bruttokosten für die Sport- und Freizeitanlage betragen 200'000 Franken, woran der Swisslosfonds 38'500 Franken und die Lengnauer Jetzer-Federer-Stiftung 40'000 Franken beisteuern. Die Nettokosten für die Gemeinde würden demnach 121'500 Franken betragen. Der Betrag ist im Finanzplan eingestellt.

Im Traktandenbericht heisst es: «Der Gemeinderat ist überzeugt, dass mit dieser Anlage den Kindern, Jugendlichen, Familien und Junggebliebenen ein wertvolles Angebot zur Verfügung gestellt werden kann.»