Lengnau
«Die Erleichterung ist gross»: Die Pumptrack-Gegner freuen sich – der Vizeammann ist enttäuscht

Das Resultat ist äusserst knapp ausgefallen: Mit 14 Stimmen mehr haben sich die Gegner des Pumptracks in Lengnau durchsetzen können. Der asphaltierte Rundkurs ist nun vom Tisch – zumindest vorerst.

Stefanie Garcia Lainez
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Der Pumptrack wäre auf der Wiese unterhalb des Schulhauses Rietwise geplant gewesen.

Der Pumptrack wäre auf der Wiese unterhalb des Schulhauses Rietwise geplant gewesen.

Daniel Weissenbrunner

An der vergangenen Wintergmeind haben die Befürworter des Pumptracks noch eine Zustimmung von zwei Dritteln erreicht. An der Referendumsabstimmung an der Urne hat die Lengnauer Stimmbevölkerung nun den Kredit über 200'000 Franken aber abgelehnt. Dies mit 566 Nein- gegenüber 552 Ja-Stimmen äusserst knapp. Die Stimmbeteiligung lag am Sonntag bei 58,2 Prozent.

«Mit diesem Resultat konnten wir kaum rechnen, die Erleichterung ist dementsprechend gross», sagt Alex Suter vom Gegnerkomitee. « Wir Direktanstösser bedanken uns recht herzlich für die Unterstützung bei der Stimmbevölkerung.» Ein Pumptrack 18 Meter von der Liegenschaft entfernt wäre sehr einschneidend gewesen, sagt er.

Die Gegner befürchteten grossen Lärm, vor allem am Wochenende. Suter stellt klar: «Wir sind nicht grundsätzlich gegen einen Pumptrack, unsere Enkelkinder hätten sich auch darüber gefreut.» Die Anstösser würden sich aber gegen den falschen Standort im Wohnbereich stören. «Das betrifft auch die Wohnblöcke an der Schulstrasse.»

Gegner schliessen anderen Standort nicht aus

Die vom Gemeinderat vorgeschlagenen Massnahmen wie beispielsweise eine Lärmschutzwand hätten nicht ausgereicht, um den befürchteten Lärm zu reduzieren oder einen Hotspot zu verhindern, glaub Alex Suter. Vielleicht finde die Gemeinde einen alternativen Standort. «Das wäre mit unserem Nein nicht ausgeschlossen.»

Er nennt als Alternative das Industriegebiet in der Nähe der Spielgruppe, auf der Bleiwiese über dem geplanten Rückhaltebecken oder beim ehemaligen Schützenhaus, dessen von der Gemeindeversammlung beschlossenen Verkauf allerdings rückgängig gemacht werden müsste. Am meisten Chance hätte seiner Ansicht nach eine regionale Lösung.

Bevölkerung werde bei Lärmthemen immer sensibler

Für Vizeammann Marcel Elsässer (SP) ist das Resultat enttäuschend. «Für die Kinder und die Jugendlichen wird es immer schwieriger, sich draussen beschäftigen zu können – und für Eltern immer schwieriger, eine Alternative zu Handy und TV bieten zu können.» Generell werde die Bevölkerung beim Lärmthemen immer sensibler und weniger tolerant.

Auch sei es schade für all die Kinder, Einwohnerinnen und Einwohner von Lengnau, welche die Anlage benutzt hätten, aber nicht abstimmen könnten. Dabei habe der Gemeinderat das Gespräch mit den Anwohnern gesucht und versucht, auf ihre Anliegen einzugehen, etwa mit der Lärmschutzwand, der suchtmittelfreien Zone oder dem Reglement.

Ob der Pumptrack im Dorf nun definitiv vom Tisch ist, darauf will sich Marcel Elsässer noch nicht festlegen. «Der grosse Anteil an Ja-Stimmen zeigt, dass eine solche Anlage durchaus ein Bedürfnis ist.» Er sagt aber: «Wir haben schon vor der Abstimmung aufgezeigt, dass wir Alternativen im Dorf analysiert, aber keine geeigneten gefunden haben.» Der Gemeinderat werde nun das knappe Resultat analysieren und dann über das weitere Vorgehen informieren.