Würenlingen
Lehre aus der Testphase: Nachtschwärmer brauchen Licht

In Würenlingen wird die Strassenbeleuchtung zwischen 1 bis 5 Uhr abgeschaltet. Dies bleibt auch nach der Beendigung der Testphase so – jedoch mit einigen Ausnahmen.

Andreas Fretz
Drucken
Teilen
Nach der erfolgreichen Testphase hält Würenlingen an der Nachtabschaltung fest. mhu

Nach der erfolgreichen Testphase hält Würenlingen an der Nachtabschaltung fest. mhu

Im Dezember hatte der Würenlinger Gemeinderat beschlossen, während einer viermonatigen Versuchsphase von 1 bis 5 Uhr die Strassenbeleuchtung abzuschalten. Diese Testphase ist nun abgeschlossen. «Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung zeigen, dass etwa zwei Drittel die Nachtabschaltung befürworten», sagt Gemeindeammann André Zoppi. Es gab auch kritische Stimmen. Solche, die eine Nachtabschaltung grundsätzlich nicht für nötig halten und solche, die Sicherheitsbedenken anmeldeten.

Besonders nach der Fasnachtseröffnung im Januar regte sich Widerstand. Die dunklen und teils vereisten Strassen wurden als Risiko empfunden. Dazu kamen die Eindrücke von der Silvesternacht in Köln. Der Würenlinger Gemeinderat reagierte umgehend und beschloss, während der Fasnacht die Beleuchtung wieder durchgehend einzuschalten.

Nach der Testphase hat sich der Gemeinderat mit der Werk- und der Umweltschutzkommission beraten. «Wir haben uns für die Variante ‹Nachtabschaltung light› entschieden», sagt Zoppi. Das heisst: Die Nachtabschaltung von 1 bis 5 Uhr unter der Woche bleibt bestehen. In den Nächten von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag bleibt die ganze Strassenbeleuchtung eingeschaltet. Auch bei grossen Festanlässen im Dorf (Fasnacht) bleibt die Strassenbeleuchtung an. Dasselbe gilt für sieben ausgewählte Verkehrsknoten (siehe Box rechts).

Eine Kompromisslösung

«Die Light-Variante ist eine Kompromisslösung», sagt Zoppi. Rund 5000 Franken pro Jahr kann die Gemeinde dadurch einsparen. Durch die neue Programmierung entstehen allerdings Kosten. Auch das vermehrte Ein- und Abschalten des Lichts dürfte die Lebensdauer der Lampen verkürzen. Gemeindeammann Zoppi sagt: «Der Spargedanke steht nicht im Vordergrund. Aber natürlich geht es uns auch darum, ein Zeichen zu setzten, zu hinterfragen, wie wir mit Energie umgehen.» Zentraler als der Spargedanke sei indes die Verminderung der Lichtverschmutzung und die Reduktion von Lichteinfall in Wohnräume. Es war die Umweltschutzkommission, die damals den Anstoss für die Testphase gab.

Roter Knopf für die Feuerwehr

Damit die Feuerwehr bei Unfällen oder im Brandfall problemlos agieren kann, ist bei der Einsatzzentrale ein sogenannt «roter Knopf» eingerichtet, mit dem das Licht innert kürzester Zeit eingeschaltet werden kann.

Aktuelle Nachrichten